Wie sollte man mit der Zweisprachigkeit (u.a. Straßennamen) in der Lausitz umgehen?

Joa ich brauche Hilfe bei der Unklarheit, ist es überhaupt angebracht Doppelbezeichnungen zu verwenden?

@streckenkundler ich glaube das ist dein Gebiet.

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Oh je, das Thema “Namen im sorbischen Siedlungsgebiet” ist ein echter Evergreen.

Hier mal ein Thread aus dem alten Forum zu diesem Thema (gibt noch mehr): Zweisprachige Namen im Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden reloaded / users: Germany / OpenStreetMap Forum

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Ja, das ist es… :slight_smile:

Als akzeptiert betrachte ich, bei Ortsnamen im name-Tag die deutsche und die sorbische Variante zu schreiben, wenn der Ort im sorbischen Siedlungsgebiet liegt. Zusätzlich dann immer name:de und name:dsb (niedersorbisch). Der Tag name:hsb wäre obersorbisch. Wo die Sprachgrenze liegt, weiß ich nicht, da müssen die echten Spezies ran. Für mich ist das grob die Landesgrenze Brandenburg -Sachsen, die quer durch die Siedlungsgebietsgrenze geht.

Was Straßennamen anbelangt, werden in meinem direkten Umfeld vermehrt Straßennamen zweisprachig beschildert. Entweder Variante sorbisch etwas kleiner, oder wie hier in Lübben beides gleich groß. Hier erfasse ich es auch wieder: treffe ich auf einander neues zweisprachige Schild, erfasse ich Zusätzlich name:de und name:dsb.

Ich liefere noch Links nach… ich schreibe im Moment auf dem Tablet

Sven

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So,
nun am Hauptrechenknecht sitzend noch ein paar Links…

  1. meine Abfrage, ob ich mit sorbischen Namen alles erwischt habe: https://overpass-turbo.eu/s/1ndU
  2. karta.luzica.la: diese Karte rendert alles, was name:dsb oder name:hsb hat. Details kann @ J budissin sagen, der im neuen Forum aber noch nicht aktiv ist.
  3. Erfassung als solches: ich bin ja leider des Sobischen nicht mächtig, es wird bei mir auch nichts mehr werden (=Alter), ich hege aber im Rahmen meiner Möglichkeiten sehr große Sympatien für die Sprache und Kultur.
    Ich hatte mir mal alle vorkommenden Buchstaben zusammengesellt und baue dann aus diesen den vorgefundenen und fotografierten Namen.
    Wen es ineressiert:àěóćḿŁłŃńŔாẂẃŠšĆćŘřŹźṔṕČ茜Éé
    Das ist das, worauf ist bisher gestoßen bin.

Übrigens staune ich, daß es nicht ähnliches z.B. in Nordschleswig gibt, mit dem Dänischen…

Sven

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naja die karta.luzica.la verwendet nur Namen die in das Obersorbische (hsb) gerendert sind….

Das dürfte daran liegen, dass die Beschilderung in Nordschleswig durchgehend deutsch ist. Einzig und allein Flensburg hat auf eigene Kosten zweisprachige Ortsschilder deutsch/dänisch beschafft, alle anderen Schilder sind aber auch dort deutsch. Die Förderung des Dänischen in Nordschleswig beschränkt sich weitestgehend auf die dänischen Schulen.
Im friesischen Sprachgebiet entlang der Nordseeküste und auf einigen der Inseln (Föhr/Amrum) gibt es noch zweisprachige Ortsschilder deutsch-friesisch, aber die Sprache spricht dort kaum einer noch…

Nö, eben nicht! :smiley:
Die jüngste, von mir erfasste Straße ist https://www.openstreetmap.org/way/1037706319

Es gibt da nur name, name:de und name:dsb… und name:dsb wird gerendert. Ich erfasse in meinem Umfeld zusätzlich zu name ausschließlich nur name:dsb, und name:de!

Der oben genannte und verlinkte Weg ist (übrigens mal wieder) eine Spezialität… Die Hausnummern westlich des Weges sind Lutherweg zugehörig, die Hausnummern östlich es Weges sind Waldweg zugehörig… Es ist so beschildert, Foto vorhanden.

Da muß ich erst man nachdenken.

Sven

Edit: meine oben genannter OverpassTurbo-Link unterscheidet zwischen allen drei Varianten. Dann mit lausitz.la zu vergleichen ist eine Leichtes…

Datenbanktechnisch bleibt der gemixte String in name aber Murks. Die Kombination aus beiden Sprachvarianten ist niemals der Name. :sunglasses:

Das ist in China deutlich besser gelöst mit chinesisch im name und dem Englischen in name:en.

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Datenbanktechnisch bleibt der gemixte String in name aber Murks. Die Kombination aus beiden Sprachvarianten ist niemals der Name. :sunglasses:

Das ist in China deutlich besser gelöst mit chinesisch im name und dem Englischen in name:en

ist Englisch denn in China eine lokale Sprache? Aus diesem tagging würde es jedenfalls nicht hervorgehen.

Das Problem ist, dass name= nichts darüber aussagt, in welcher Sprache der name verfasst ist. Internationalität war bei OSM halt nur ein Hintergedanke, sonst hätte man das mit name= gleich gelassen und von Anfang an nur name:en, name:de usw. verwendet.

In der Lausitz mag das ja noch funktionieren, aber z. B. in Südtirol, liegt in Italien, Amtssprache ist aber Deutsch… welche Sprache ist name?

Oder z. B. Brüssel, hat zwei Amtssprachen (Französisch und Niederländisch). Welche Sprache ist name?

Tja… Hauptsatzung der Stadt Cottbus

§1, Abs: 1: Die Gemeinde führt den Namen "Cottbus/Chóśebuz“.

Darum eben stete den Zusatz name:de und
name:dsb/hsb

Sven

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In der Lausitz mag das ja noch funktionieren, aber z. B. in Südtirol, liegt in Italien, Amtssprache ist aber Deutsch… welche Sprache ist name?

Amtsprachen sind deutsch, italienisch und ich glaube auch ladinisch.
Welche Sprache “name” ist, dazu gab es Vorschläge aber es ist im Prinzip nicht geklärt irgendwo auf der Welt.
Keiner kann erkennen dass KaDeWe deutsch ist, aber Galeries Lafayette französisch, aus den Daten meine ich.

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Was heißt lokale Sprache. Die Orte, Straßen sind beidsprachig beschildert. In den Grenzgebieten teilweise auch russisch oder koreanisch statt oder zusätzlich zum Englischen. Im Süden teilweise auch Französisch.

Ist aber an sich auch egal. Ein name mit beiden Sprachen drin ist ein sehr schlechter Kompromiss, weil unbrauchbar für die meisten Auswertungen. Ein Auswerter, der Cottbus auf der Karte stehen haben möchte, muss name:de höher priorisieren als name. Was global dann aber wieder Unsinn ist…

Dann stell die Webseite mal auf Englisch :smiley:

Dito Polnisch…und die Anschrift ist scheinbar auch nur 03046 Cottbus :wink:

Komisch…wie schnell sich doch so ein Name ändern kann. "Cottbus/Chóśebuz“ scheint mir eher sowas wie ein official_name zu sein. Zumindest beim Betrachten der Webseite.

Ich vermute mal, keiner dort nennt seine Stadt "Cottbus/Chóśebuz“ sonsern die einen so und die anderen so oder evtl. ja nach Sprache, die man gerade spricht.

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Tendenziell der Name, der vor Ort gebräuchlicher ist. Aber wenn es sowas nicht geben sollte, wäre zumindest Datenbanktechnisch kein name sinnvoller.

Tja:

schau mal auf die Beschilderungen der Bahnhöfe oder der Straßen

Ergänzung: Streng genommen müssten die Namen wie hier erfasst werden.

Sven

Grundsätzlich ja, aber die OSM-Standardkarte rendert nur name= (und nichts anderes). Damit haben wir dann den Salat…

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Ich vermute mal, keiner dort nennt seine Stadt "Cottbus/Chóśebuz“ sonsern die einen so und die anderen so oder evtl. ja nach Sprache, die man gerade spricht.

genau, daher der Kompromiss, beide/alle Sprachen in name einzutragen. Es ist zugegebenermaßen nicht so gut gelöst, weil man nicht weiß, welches die Defaultsprachen sind / in welchen Sprachen “name” ist, aber so machen wir es bisher, weil die Versuche es zu ändern sich bisher nicht durchgesetzt haben.

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also doch Zweisprachig oder wie?

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