Regenrückhaltebecken: landuse=basin und/oder water=basin?

Die beiden Tags landuse=basin und die Kombination natural=water + water=basin werden im Wiki als zwei alternative Varianten für Regenrückhaltebecken beschrieben, so als wenn man sich für eine Variante entscheiden sollte:

Tag:water=basin - OpenStreetMap Wiki :

It is treated as synonymous to landuse=basin by many database users.

Tag:landuse=basin - OpenStreetMap Wiki :

It is treated as synonymous to natural=water in many renderings, including JOSM editor.

Ich verstehe das nicht so. Ist es nicht sinnvoll das gesamte (oft eingezäunte) Gelände mit landuse=basin zu erfassen und nur das Wasserbecken selber mit natural=water + water=basin zu erfassen?

Hier ein einfaches Beispiel:

Interessant wird es, wenn man ein System aus zwei oder mehr Becken hat.

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Ich habe die landuse=basin variante nie verstanden und nie genutzt. Ein Regenrückhaltebecken in einem Neubaugebiet gehört ja zum landuse=residential - es ist ja auch in der Bauleitplanung für ein Neubaugebiet als vorraussetzung erwähnt.

Und alles was mit Wasserflächen zu tun hat ist für mich water=*

Flo

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Ich halte es für an den Haaren herbeigezogen, dass ein Regenrückhaltebecken Wohnnutzung sein soll. Die vorbereitende Bauleitplanung ist sowieso nicht in einem Maßstab, wo man das beurteilen kann (nicht umsonst ergeben sich aus ihr keine Aussagen zur Bebaubarkeit von individuellen Grundstücken), die qualifizierte Bauleitplanung wird die Flächen sicherlich nicht als Wohnflächen ausweisen, da sie dafür ja komplett ungeeignet wären (weil sie sich bei Regen mit Wasser füllen).

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Naja - sie ist im Bebauungsplan eines Neubaugebietes als Vorrausetzung mit drin. Für mich gehört alles was da definiert wird als zugehörig und notwendig für die Wohnbebauung. Das gilt auch für den Kinderspielplatz der da ja mit drin ist.

Flo

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zum Neubaugebiet gehört das auch meiner Meinung nach dazu, aber Wohnnutzung wird es dadurch nicht.

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Für mich schon - landuse ist eine Weiträume einteilung - think “Flächennutzungsplan” und da gehört das schon dazu …

Wenn du in kleinteilige Aufteilung in Flächen gehst sind wir ja bei “cadastre” like dingen, oder landcover.

Flo

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“Weiträumig” und “kleinteilig” sind relative Sichtweisen, da kann sich jeder was anderes drunter vorstellen, weiträumig kann auch mal eine ganze Region meinen, und kleinteilig, dass man die Fugen im Bodenbelag einzeln erfasst, aber im Grunde ist mir schon klar, worum es geht, es soll ok sein, einen ganzen Ort als einziges landuse=residential zu taggen und jahrzehntelang so lassen, und eine genauere Erfassung der Nutzung (wie sie übrigens in der von dir genannten Bauleitplanung zwingend vorgeschrieben ist, damit sie als “qualifiziert” gelten kann, also als Grundlage für eine Bauberechtigung dienen kann), soll möglichst nicht erfolgen. Ich verstehs nicht. Das “funktioniert” eigentlich nur, wenn man annimmt, dass in einem “Wohngebiet” (im stadtstrukturellen Sinn) jegliche Flächen “Wohnnutzungsflächen” sein müssen, was aber im Grunde schon dadurch Quatsch ist, dass öffentliche Straßen nie Wohnnutzungsflächen sind (selbst wenn da Menschen schlafen, die “wohnen” dann nicht dort sondern sind wohnungslos). Für die Stadtstruktur im Sinne von Vierteln / Gebieten gibt es place.

landcover ist unabhängig von der Nutzung die Bodendeckung, also so was wie Gras, Fels, Sand oder Bäume, aber das wird vermutlich sowieso nicht mehr flächendeckend kommen, seit Carto sich festgelegt hat, dass sie es sicher nicht unterstützen werden.

Think ‘Bebauungsplan’ bzw. ‘Liegenschaftskataster’ :wink:
Hoffentlich kommt niemand der sagt, think ‘Raumordnungsplan’ bzw. ‘Landesentwicklungsplan’.
Flächennutzungspläne sind normalerweise im Maßstab 1:25.000 (können im Einzelfall auch mal 1:10.000 bis hin zu 1:50.000 sein), jetzt schau mal, welchen Maßstab wir in OSM haben.

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Regenrückhaltebecken sind eigentlich Klärbecken, welche das Oberflächenwasser mit den Flüssigkeiten unserer unserer liebsten “Spielzeuge” vermischt klären, und dann gereinigt in öffentliche Gewässer einleiten.
Ansonsten brauchte Sie man nicht.

Ähm, nein, bzw. nur zum Teil

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Für mich ist weder ein Regenrückhaltebecken noch ein Versickerungsbecken ein eigener landuse, sondern natural=water + water=basin + basin=*

Mögliche values für basin sind hier

  • retention - wenn es ein Becken ist, in dem permanent eine gewisse Menge Wasser steht
  • detention - wenn es ein Becken ist, das normalerweise trocken fällt
  • infiltration - wenn es ein Versickerungsbecken ist

(siehe dazu Key:basin - OpenStreetMap Wiki)

Das Anlegen von Versickerungsbecken ist häufig eine Auflage in Neubaugebieten. Diese sind fast immer mit wassertoleranten Pflanzen bewachsen (gesetzliche Auflage in vielen Bundesländern) und liegen häufig ein einem Grünstreifen. Sie können daher m.E. zusätzlich als landuse=meadow oder grass (oder was eben zutrifft) getaggt werden, aber es spricht m.E. auch nichts dagegen, sie als Bestandteil des landuse=residential zu betrachten wie von @flohoff vorgeschlagen.

Eine ähnliche Frage wurde HIER diskutiert.

Eigentlich wollte ich ja wissen, wie man landuse=basin und natural=water + water=basin sinnvoll unterscheiden kann. Hier sprechen sich bisher die meisten generell gegen eine Nutzung von landuse aus. Entgegen der Allgemeinheit, die offenbar das ältere landuse=basin bevorzugt.

Die Aufholjagd von natural=water + water=basin ist wohl auch auf das “aggressive” halbautomatische Umtaggen von iD zurückzuführen:

grafik

Für die Becken selber bevorzuge ich definitiv auch natural=water + water=basin. Das macht einfach Sinn. Ich kann auch versehen, wenn man beim landuse-Erfassen eher generalisieren möchte. Beim farmland-Mapping zum Beispiel erfasse ich aber auch nur das Acker bis zum Grünstreifen. Hmm…

P.S.: Hier wird bisher nur auf Rückhaltebecken in Wohngebieten eingegangen. Es gibt aber auch in Gewerbe- und Industriegebieten große Regenwasserrückhaltesysteme mit mehreren Becken. Die versiegelten Flächen sind wahrscheinlich auch größer. In meiner Nähe gibt es ein Rückhaltebecken für die anliegenden höher gelegenen Felder, in dem sich das vom Acker abfließende Regenwasser sammelt. Das sollte dann mit als landuse=farmland erfasst werden?

Muss eigentlich jeder Quadratzentimeter ein landuse haben?

Nein. Daher frage ich ja, ob das wirklich Sinn macht.

Diese hier habe ich z.B. ohne landuse erfasst:

Für mich als Landei gehört der Grünstreifen als sog. “Feldrain” zum Feld dazu und wird nicht separat erfasst. Von der Praxis, über alle Feldwege generell einen 10-20 Meter breiten Streifen mit landuse=grass zu legen, halte ich überhaupt nichts, ist aber zugegebenermaßen hier offtopic.

Grundsätzlich finde ich schon, dass alle größeren Flächen einen landuse oder ein natural Tag haben sollten. Für die maximal vom Wasser bedeckte Fläche stimme Dir

auf jeden Fall zu.

Für die Fläche rundherum - die eben nicht zum eigentlichen Becken gehört, wenn dort auch nach starkem Regen kein Wasser steht - passt dann m.E. auch landuse=basin nicht. Da diese “rundherum” - Fläche aber im Normalfall irgendwie bewachsen ist, entweder mit Gras, Gestrüpp oder Unkraut, würde ich sie nach dem OTG Prinzip auch dementsprechend taggen.

In einem Gewerbegebiet kann so ein Rückhaltebecken aber m.E.auch durchaus ein Bestandteil von landuse=industrial oder commercial sein, wir sind diesbezüglich in OSM ja recht flexibel :wink:. Ich denke, das wichtige Objekt ist hier das Basin als solches, in welchem Landuse das eingebettet ist, ist m.E. zweitrangig.

Genau das ist mein Anliegen. Wahrscheinlich drücke ich mich nicht verständlich aus.

Zu einem Regenrückhaltesystem gehört ja mehr als nur das Becken. Dazu können auch gehören: Zuwege, Zäune, Wassergräben, Röhren, Absperrvorrichtungen, Pumpen, Wasserentnahmestellen usw. Mit natural=water + water=basin kann man nur die Becken selber erfassen, die auch mit Wasser in Berührung kommen. Mehr aber nicht. Mit landuse=basin kann man aber die gesamte Fläche vom Gesamtgebilde erfassen. Wenn man das landuse=basin so verwenden würde, wäre es nicht nur eine 1:1 Alternative zu natural=water + water=basin sondern hätte eine eigene, umfassendere Bedeutung. Analog zu landuse=residential und building=residential.

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Ja, das habe ich schon so verstanden, aber wenn ich das von Dir eingebundene Foto anschaue, sehe ich rund um das Becken primär einen Streifen, der mit allerlei Grünzeug bewachsen ist. Zuwege, Zäune etc. lassen sich m.E. besser als eigene Objekte erfassen statt mit einem speziellen Landuse-Tag. Das wäre zumindest das von mir favorisierte Vorgehen.

Das sehe ich eigentlich auch so, aber das Wiki sagt etwas anderes. Da heisst es, zumindest in der englischen Version:

Note that this definition includes also structures typically without water.

Das gilt sowohl für natural=water + water=basin als auch für landuse=basin, da diese beiden Tags als Synonym füreinander definiert sind. Bei dem von Dir angedachten Tagging würde man also 2 miteinander verbundene Flächen erhalten, die beide gleichermaßen die Information “Rückhaltebecken + die dazu gehörende, umliegende, ggf. eingezäunte Betriebsfläche” enthalten.

Wenn die beiden Tags eine unterschiedliche Bedeutung bekommen sollen, müsste das entsprechend im Wiki dokumentiert werden. Dies würde aber bedeuten, dass water=basin eine andere Bedeutung erhält als bisher, nämlich “Rückhaltebecken ohne die dazu gehörende, umliegende, ggf. eingezäunte Betriebsfläche”. Solche Neudefinitionen von vielfach verwendeten Tags werden m.W. nicht so gerne gesehen, wie bereits in diversen anderen Topics mit ähnlicher Problematik festgestellt wurde.

Macht es doch nicht so kompliziert.

Das Regenrückhaltebecken ist das Becken, das das Wasser auffangen soll, egal ob gerade mit oder ohne Wasser.

Die Landnutzung landuse=basin könnte die Anlagen drum herum mit einbeziehen. (machen wir an anderer Stelle aber auch nicht konsequent (Straße, Residential)

Und dafür gibt es natural=water + water=basin. Im Normalfall würde ich diese Tags nur auf die Fläche des eigentlichen Beckens beschränken, aber wenn ein Rückhaltebecken mit diversen Zusatzteilen eine eingezäunte Anlage bildet, hätte ich auch kein Problem damit, die gesamte Anlagenfläche mit diesen Tags zu erfassen. Kommt m.E. immer auf den Einzelfall an.

Was ich nicht sinnvoll finde, ist die Verwendung von 2 unterschiedlichen “basin”-Tags, die beide dasselbe beinhalten, wobei landuse=basin m.e. überhaupt nicht passt. Ein basin ist kein Landuse, genau so wenig wie ein Teich oder ein See.

Doch das Regenrückhaltebecken ist eine Landnutzung - die Fläche ist genau zu diesem Zweck angelegt und reserviert. Darauf gibt es dann gegebenenfalls eine Landbedeckung Wasser oder Wiese.

Auch ein Fischteich ist eine Landnutzung während das Wasser eine Landbedeckung ist.

Besonders deutlich wird es wenn man sich Landbedeckung Gras anschaut, wie viele verschiedene Landnutzungen da mögliche sind

  • Park, Sportplatz, Wiese, Weide, Regenrückhaltebecken, Straßenbegleitgrün …

Leider trennt das OSM nicht sauber und es ist ein großes Durcheinander von landuse, natural div. anderen Flächen.

Solange aber jedes Grüppchen von 3 Bäumen gleich als Wald erfasst wird, der aus der eigentlichen Landnutzung ausgeschnitten wird, würde ich auch mit nur water=basin auch klarkommen.

Genau das war mein Vorschlag. :wink:

Analog zu:

Freibad: leisure=water_park (oder sports_centre)
Einzelnes Schwimmbecken: leisure=swimming_pool

Kläranlage: man_made=wastewater_plant
Einzelnes Klärbecken: natural=water + water=wastewater