Busways in Rhein-Main-Gebiet

Hallo zusammen.

Ich habe gedacht, für Frankfurt, Mainz und Darmstadt (d.h. alle Städte in meiner Umgebung mit einer Straßenbahn) einen relativ neuen Tag zu implementieren. Ziel ist es dabei, einige der highway=service durch highway=busway zu ersetzen, wobei hier vor allem Straßenbahnstrecken gemeint werden, die auch Busse erlauben, wobei es dort auch Strecken gibt, die keine Straßenbahn erlauben.
Eine Motivation, abgesehen davon, dass es die Gegenwart besser beschreibt, ist, dass einige dieser Busspuren inkonsistent gemappt sind wie z.B. hier) und in Darmstadt waren einige solcher Strecken sogar als highway=bus guideway gemappt, before ich die Spuren vereinte).
Außerdem steht im (englischen) Wiki, dass highway=service für separate Busspuren als veraltet gilt und stattdessen dadurch ersetzt werden soll.

Natürlich muss man hierzu bewusst sein, dass nicht alle Busspuren highway=busways sind, denn es zählt vor allem die bauliche Trennung (deswegen auch die Betonung mit den Straßenbahnen vorhin). Die Plätze vor dem Mainzer und dem Darmstädter Hauptbahnhöfe sind gute Beispiel, nicht mit highway=busway zu mappen.

Ein bemerkenswerter Nachteil ist, dass es von der Standarddarstellung nicht unterstützt wird, was allerdings kein Hauptgrund sei, dies zu verwerfen (“Don’t map for the renderer” wie es so heißt) und andere OSM Renderer zeigen diese Spuren an.

Das tl;dr ist, dass ich euch (insb. der Mapper aus dem RM-Gebiet) nachfrage, ob ihr mit diesen Änderungen okay seid, bevor ich da wild herummappe, insbesondere weil die Änderungen schon subjektiv sind.

Ich mappe zwar normal nicht im RM-Gebiet, bin aber gebürtiger Darmstädter. Ich nehme an, Du meinst jetzt vor allem solche Busspuren wie auf der Rheinstraße, korrekt?

Ja, speziell für Darmstadt denke ich an die Rheinstraße aber auch die Bismarckstraße weiter nördlich hat vergleichbare Spuren.

Wechsle einfach auf osm.org auf den Renderer Tracestrack Topo, das stellt wohl busway dar.

Bin zwar nicht aus dem Rhein-Main-Gebiet, stelle aber mal die Frage, ob denn die Linien, die auf diesen Wegen verkehren, dem BRT-Standard (Bus Rapid Transit – Wikipedia) entsprechen? Eine bauliche Trennung der Fahrspuren ist da nur ein Teilaspekt.

Meiner Meinung nach kommt hw=busway nur in ganz speziellen Fällen zum Einsatz, nämlich wo Straßen für Buslinien eigens eingerichtet wurden und wo diese entweder kreuzungsfrei oder zumindest dauerhaft bevorrechtigt verkehren (nach Möglichkeit auf der gesamten Länge). Das deutsche Wiki hat da auch einen ensprechenden Hinweis:

[…] sind vor allem in Amerika verbreitete Busnetze […]

(Hervorhebung von mir.)

Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum das Tag in Deutschland verhältnismäßig selten genutzt wird: highway=busway | Tags | OpenStreetMap Taginfo Germany (150x).

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Natürlich stimme ich zu, dass highway=busway für BRTs gedacht ist, allerdings nennt das Wiki dies nur am Anfang und ist ansonsten vergleichsweise allgemein gehalten d.h. für Straßen, die speziell für Busse gebaut sind, selbst, wenn sie kein Teil eines BRT-Netzwerkes sind. Auch im Vorschlag steht BRT dabei eher im Hintergrund und wird nur am Anfang genannt. Außerdem ist highway=busway für mich besser in dieser Situation als highway=service und steht auch analog zu highway=cyclway (welche entweder Teil der Fahrbahn oder getrennt davon vorkommon).
Dass es in Deutschland nicht häufig vorkommt würde ich mit der vergleichbaren Neuheit des Tags erklären sowie an der zu starken Verknüpfung mit BRTs erklären.

Außerdem wird in den Niederlande highway=busway eher allgemein verwendet, auch den in Städten, die kein spezielles BRT gebaut haben. Dies trifft vor allem (aber nicht nur) bei baulich getrennten Straßenbahnkörper. Hier ist ein Beispiel innerhalb Amsterdams, wo es gut sichtbar.

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Wenn ich das Original-Proposal lese, kann ich das nicht bestätigen. Dort steht z.B.:

Busways do not categorically meet the presented definition of highway=service because of their role as critical transportation infrastructure.

Meiner Meinung nach ist, zumindest in Deutschland, keine Buspur Teil der kritischen Infrastruktur. Vor allem, weil der Bus jederzeit auch die i.d.R. parallel verlaufenden Straßen nutzen kann.

Im weiteren Verlauf wird dann TransMilenio – Wikipedia in Bogotá (Kolumbien) als Beispiel für hw=busway genannt. Die Busse fahren hier durchgängig auf einer baulich getrennten und auf die Busse angepassten Infrastruktur (da sieht man dann auch, warum es kritische Infrastruktur ist). Auch das kenne ich in Deutschland nicht (man möge mich korrigieren).

Anschließend folgen noch einige Fotos, die aber auch keine typischen Busspuren zeigen, wie man sie hier kennt.

Dazu kommen dann noch die Ausnahmefälle, wo hw=busway nicht genutzt werden soll. Vor allem bei

Physically-separated bus bypass lanes

frage ich mich: Warum, wenn es doch eine Buspur ist. (Ich würde übrigens die allermeisten baulich getrennten Buspuren in Deutschland nur als “bus bypass lanes” sehen.)

Grundsätzlich hätte ich nichts dagegen, wenn man hw=service ablöst, aber mir ist hw=busway zu BRT-lastig formuliert. Wenn das Proposal allgemeiner gehalten wäre (“hw=busway soll immer genutzt werden, wenn die Straße ausschließlich Bussen vorbehalten ist.”), dann würde ich sagen: Gute Idee, kann ich unterschreiben. Im Moment glaube ich aber, passt das Tagging nicht auf die deutsche Infrastruktur.

Warum man sich in NL dafür entschieden hat, die Definition von hw=busway so aufzuweichen, dass sie auf jede Buspur zutrifft, erschließt sich mir nicht so ganz.

Wenn ich mir das zu den BRT so durchlese komme ich zu dem Schluss, dass diese busway faktisch wie Stadt-, Schnell-, U-Bahnen funktionieren, nur ohne Gleise. Die Busse haben 2, 3 oder mehr Gelenke und transportieren 250 - 500 Fahrgäste. Ähm, nein, ein solches System ist mit in Deutschland nicht bekannt und davon habe ich auch diesen Sommer in Amsterdam nichts gesehen

PS: was ein BRT sein darf hat klare Mindestanforderungen:

Y In globaler Kooperation unter Federführung des Institute for Transportation and Development Policies (ITDP), NY, entwickelte und pflegt ein BRT Standard Technical Committee einen BRT-Standard mit Qualitätskriterien und Qualitätsstufen, nämlich Mindestanforderungen an ein BRT-System (Basis) und Exzellenzstufen (Bronze, Silber, Gold).[39] Das Technische Komitee zertifiziert demgemäß weltweit BRT-Korridore, wie in den meisten vorstehenden Beispielen angeführt.
BRT-Mindestanforderungen sind Erfüllungsgrade der Kriterien:

  • eigene Busspur, abgetrennt vom restlichen Verkehr und damit von Stockungen und zähem Verkehrsfluss (max. 8 Punkte)
  • Lage der Busspur, so dass Park-, Abbiege- und Wendemanöver des restlichen Verkehrs die Busfahrten nicht behindern, optional abschnittsweise als Hochstraße oder im Tunnel ausgeführt (max. 8 Punkte)
  • Busvorrang an Kreuzungen/Einmündungen/Engstellen gesteuert durch Leitsystem (LSA-Bevorrechtigung) und Busschleusen, um an Verkehrsstockungen und zähem Verkehrsfluss vorbeizufahren (max. 7 Punkte)
  • busexterne Bezahlung (max. 8 Punkte), um das Einsteigen zu beschleunigen
  • höhengleicher Buseintritt/-ausgang, zumindest aber Niederflurfahrzeuge, die einen nahezu niveaugleichen Einstieg ermöglichen, und eine große Anzahl breiter Türen (ggfs. beidseitig) ebenfalls zur Beschleunigung von Ein- und Ausstiegen (max. 7 Punkte)

Notwendig sind insgesamt 20 Punkte, davon je 4 Punkte bei Busspur und deren Lage
sowie die Mindestlänge von 3 km durchgehender Busspur.

Also, die Definition von BRT ist mir egal, das zu nennen weicht von der Diskussion ab, insbesondere weil es darum geht, highway=busway auch für nicht-BRTs zu nennen. Außerdem ist das ebene Gegenstück zu highway=bus_guideway, ebenfalls nicht BRT-exklusiv per-se (höchstens beim Nennen von “busway” aber für mich sind das Busspuren allgemein), wenn auch es eine typische BRT-Infrastruktur ist.

Apropos highway=bus_guideway: Im Wiki-Eintrag davon steht:

Do not use this on normal paved roadways that are designated for buses only.

One correct tagging for those is highway=busway. (use bus=private if only some specific subset of buses is allowed).

Keine Anzeichen, ob damit BRTs gemeint werden oder nicht, was die Sache noch komplizierter macht.

Der Punkt ist, dass meiner Meinung nach für BRTs sinvoller ist, dies über Relationen anstelle über Wege zu klären, inbesondere weil hier dadurch das System als ganzes anstelle von Teile davon in Betracht gezogen werden (insbesondere weil es auch zertifizierte Systeme gibt, die auch mit Farbe arbeiten – Metz ist ein solches Beispiel).