Google scheint das alles nicht zu stören und sie rekrutieren mit diesem Ansatz derzeit eine Modeller-Community, die wir eigentlich lieber bei einem freien Projekt sehen würden.

Ausrichtung, Maßstab und Gelände-Ansatzpunkte eines Modells zu definieren sollte doch machbar sein? Die Interaktion mit benachbarten Gebäuden ist sicher schwer in den Griff zu bekommen. Allerdings spielt das bei freistehenden Objekten (und viele der markantesten Objekte gehören meiner Vermutung nach in diese Kategorie) gar keine Rolle, und auch anderswo ist ein unsauberer Anschluss von Gebäuden zwar unschön, aber keine Katastrophe. Zumal der Ersteller des Modells das Zusammenspiel mit benachbarten Strukturen ja auch sehen wird und nachbessern kann.

Zum einen halte es nicht für realistisch, die Fähigkeiten aktueller 3D-Modeller in absehbarer Zeit in OSM umzusetzen. Man kann seit mehreren Jahren mit großen Teams entwickelte Werkzeuge nicht so leicht gleichwertig nachbauen.

Zum anderen sind das OSM-Datenformat und die regulären Editier-Werkzeuge, wozu ich etwa auch Versionsgeschichte oder Diffs rechne, nicht geeignet für den Detailgrad, den man mit einem Modelling-Tool erreichen kann. Wenn eine Information nur für die 3D-Darstellung relevant ist (z.B. die detaillierte Fototextur der einzigartigen Wandmalerei an einem historischen Gebäude, der Nachbau einer Skulptur oder die akribische Modellierung der Zierspitzen an einem Kirchendach), dann sehe ich nicht den Nutzen darin, das in der Allzweck-OSM-Datenbank abzulegen. Eher sehe ich darin die Gefahr, dass man OSM beim Bearbeiten von OSM nicht um eine eingehende Beschäftigung mit der 3D-Erfassung herum käme, obwohl viele unserer Mapper an ganz anderen Themen als 3D interessiert sind.

Mal als Beispiel: Ich hätte in OSM lieber einen artwork-Node mit ein paar übersichtlichen Attributen und einem Link auf ein 3D-Repository mit diesem Modell (nur eben in frei) als einen ohne Spezialwerkzeuge unverständlichen Haufen OSM-Nodes/Ways/Relations mit jeweils eigener History und komplexer Attributierung.

Kurz gesagt, ein Modell-Repository wäre in meinen Augen eine Bereicherung der 3D-Community und könnte gut mit anderen Ansätzen, die ja ebenfalls ihre Berechtigung haben, koexistieren.