Servus, ich habe von meiner Gemeinde eine Liste mit Vulgonamen bekommen. Wenn ich die Namen unter “Eigenname” eintrage, erscheint dieser beim Gebäude, jedoch verschwindet in der Kartenansicht die Hausnummer. Ich denke, das sollte so nicht sein. Wo kann ich die Vulgonamen eintragen, dass man die Hausnummer noch in der Karte sieht?
Hallo und herzlich Willkommen bei der OpenStreetMap!
Ich finde es schön, dass Du etwas beitragen möchtest, muss Dich aber leider etwas bremsen.
Wenn Du von Deiner Gemeinde eine Liste bekommen hast, ist es für uns noch keineswegs klar, ob die Lizenz dieser Liste wirklich mit unserer Lizenz kompatibel ist. Außerdem haben wir in der OpenStreetMap-Community immer ein wenig Zweifel, ob Informationen, die auf Listen kommen, immer korrekt sind. Vor allem bei Vulgonamen ist die Gefahr groß, dass die Namen nur noch auf der Liste erscheinen, aber sonst gar nicht mehr in Gebrauch sind. Unser Konsens hier ist, dass nur aktuelle Informationen in die OpenStreetMap eingetragen werden sollen.
Daher würde ich Dich bitten, zunächst diese zwei Punkte darzulegen, und erst dann das technische zu klären, wenn wir wissen, dass wir diese Daten wirklich wollen. Es könnte auch sein, dass die Daten in einem anderen Open-Data-Projekt viel besser aufgehoben wären.
Das statt der Hausnummer (addr:housenumber) der Hausname (addr:housename) angezeigt wird ist eine Entscheidung des Kartenerstellers.
Die Karten auf OSM.org sind nur ein Beispiele, was man mit den Daten aus OSM machen kann.
addr:housename für einen Vulgonamen zu verwenden ist sowieso falsch. Der Tag addr:housename ist nicht für Österreich gedacht, sondern für Länder, in denen die Adresse für die Postzustellung auch aus einem Namen bestehen kann. Trotzdem werde ich mich nicht dazu äußern, welcher Tag besser geeignet wäre, so lange nicht geklärt ist, ob im gegenständlichen Fall die Daten überhaupt in die OSM gehören.
Nein, diese Aussage ist so nicht ganz richtig. Denn auch in Österreich werden Vulgonamen oft genau damit getaggt. Das Tagging mittels addr:housename=* ist auch semantisch nicht falsch, denn in der Praxis werden “am Land” in Österreich Bauernhausnamen genauso gebraucht. Als “Teil” der Adresse bei Wegbeschreibungen: sowohl im Gespräch, als auch bei Routingangaben z.b. bei Radwandertagen, Feuerwehreinsätzen, Festen, etc.
Weniger ideal wäre name=* auf das Hauptgebäude taggen, denn das würde bedeuten, dass der Vulgo-Name nur für dieses Hauptgebäude steht, was er ja nicht tut, sondern für die gesamte Liegenschaft (ähnlich einer Adresse). Aber es gibt noch weitere Arten des Taggings z.b place=farm.
Soweit ich weiß gibts zu Vulgos bzw. Hofnamen keinen Konsens in Österreich. Je nach Vorliebe des Mappers wird einmal die oder jene Variante verwendet. Es gab dazu schon ab und zu Threads hier, müsste man danach suchen.
Die übliche Vorgangsweise die – zumindest in OSM Carto, der Standardansicht die auf osm.org erscheint – genau das von dir gewünschte Ergebnis erzeugt ist, den Vulgonamen in den tag addr:housename zu schreiben.
Es gibt allein in Tirol (wo ich daheim bin) tausende Fälle wo das so gemacht wurde. Meine Ansicht, zu Recht so. Die Vulgonamen stammen, wenn auch nicht in jedem Einzelfall, aber als Gruppe betrachtet, aus einer Zeit vor den Hausnummern und Straßennamen und hatten damals Adressfunktion, und haben die immer noch, wie ich das sehe, und mir von Leuten aus Blaulichtkreisen bestätigt wurde. Ich seh auch keinen Datenschutzverstoß, weil die Leute die dort wohnen heißen meist eh anders
PS: Wenn du schon dabei bist: Wenn es in der Gemeinde keine Straßennamen gibt, dann empfehle ich den addr:place Schlüssel anzuschauen, dort können die Namen von Ortsteilen, Weilern usw. eingetragen werden. Die Standardsuche auf osm.org (die heißt Nominatim) findet Adressen nicht, wenn die nicht an einer Straße mit Namen wie in addr:street steht liegen. Weit verbreitet ist die Vorgangsweise, den Namen von Ortsteilen als Name der Straße einzutragen, selbst wenn die Straße gar nicht so heißt. Das hilft auch, manche kriegen davon Bauchweh hier. Ich zähl mich auch zu denen.
Das BEV führt den Hofnamen fallweise im Adressdatensatz. Da könnte man allenfalls addr:housename zusätzlich verwenden, auch wenn es nicht der Verwendung in z.B. GB entspricht.
name auf landuse=farmyard wird auch verwendet, neben place=farm. Ersteres für lokale Namen, letzteres kann ggf. mit addr:place kombiniert werden.
Das stimmt so nicht. Und das Bauchweh ist berechtigt. In der basemap und beim BEV wird zwischen Straße und Ort nicht unterschieden. D.h. die Straße erbt ggf. den Namen der Adresse und heißt dann wie der Ort oder die Lokalität. In OSM gibt es aber den Unterschied addr:street für echte Straßennamen und addr:place für Ortsnamen und sonstige Lokalitäten. Nominatim kann beides. Es gibt einen Graubereich, wenn nur wenige Straßen betroffen sind, aber alles was nicht Straße, Gasse, Promenade etc. heißt sondern wie der Ort oder z.B. Siedlung, Gegend, Rotte, Platz tendiert zu addr:place.
Servus und vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Was die Vulgonamen betrifft, werde ich noch etwas zuwarten. Da ich neu bei OSM bin und mir daher die Erfahrung fehlt, möchte ich mir vorerst noch etwas mehr Überblick verschaffen. Dass OSM etwas Spielraum für Interpretationen lässt, wurde mir durch eure Antworten bewusst. Ich werde mich vorerst auf mein vorrangiges Anliegen konzentrieren, wofür ich überhaupt bei OSM anfange, nämlich der Wegbeschaffenheit. Bei meiner MTB-Tourenplanung (Komoot oder Outdoor Aktiv) gibt es immer wieder Unklarheiten oder veraltete Einträge. Da ich annehme, dass beide Apps auf die Informationen von OSM zuzgreifen, möchte ich meine Erkenntnisse mit OSM teilen.
Es gab hier tatsächlich noch keinen Konsens. “name” ist sicher abzulehnen, “addr:housename” hat Gegner und Fürsprecher. Im Lungau wurden mal von einer zwischenzeitlich gesperrten Person massenhaft Vulgonamen importiert, die gegen die oben erwähnten Regelungen verstießen, und wurden dann überwiegend (Ausnahme: Teile von Zederhaus?) vorläufig in je einer “note” geparkt, wo sie aber von Nominatim unauffindbar sind. Ich schlug schon mehrfach “loc_name” vor, auch das hat aber noch nicht alle begeistern können. Problem harrt noch einer Lösung. Vulgonamen sind nicht nur wertvolles Kulturgut, sondern können z.B. für Einsatzkräfte lebensrettend sein.
addr: ist ausschließlich für Dinge, die in der gängigen Postadresse aufscheinen, daher für Vulgonamen an sich falsch. Dass es anscheinend aus wohl einem Missverständnis und fehlender guter Alternative teilweise zur Praxis geworden ist, macht es nicht wirklich richtig und finde ich schade. Aber ich bin auch nur einer von vielen Mappern.
Ja, das ist eine - eher strikte - Ansicht. Aber nicht die “einzig wahre”. Wie oben in diversen Meldungen von Kollegen und auch in Threads in der Vergangenheit zum Thema zu lesen, sind diese sehr wohl der Ansicht, dass addr:housename durch die Art der Verwendung von Vulgonamen in der Bevölkerung (“als Adressierung” im Gespräch und in Schriften) die korrekte Verwendung für Hofnamen ist.
Ganz abgesehen davon, dass es eine der meist verwendeten Mappingarten dafür bei uns ist, und auch Alternativen alle ihre logischen Schwächen haben.
Z.b. Tagging auf landuse=farmyard: Oft sind Bauernhäuser sind keine Einzelhöfe sondern Teil eines zusammenhängenden Siedlungsgebiets in Ortschaften und daher gar nicht per “landuse=farmyard” getaggt (was laut Wiki DE:Tag:landuse=farmyard - OpenStreetMap Wiki eh richtig ist). Manche Häuser mit Vulgonamen sind heute auch keine Landwirtschaften, also farmyards mehr. Ähnliches gilt für den in Österreich eher selten gebrauchten Tag place=farm
Auch andere Varianten wie loc_name (warum nur “loc”? Der Name wird ja generell von jedem verwenden - wie ein name. Auf welches Objekt getaggt?)
Wir alle sind uns wohl einig, dass Vulgonamen nicht nur wichtiges historisches Kulturgut sind, sondern auch in der “Jetztzeit” sehr gebräuchlich sind, daher deren Eintrag ein Mehrwert für die OSM sind. Aber nur sofern es sich um keine unüberprüften Masseneinträge aus irgendwelchen, vielleicht nicht mehr aktuellen, Geschichts-Datenbanken oder Uralt-Landkarten handelt.
Mit der Einschränkung, dass Hofnamen lt. BEV Adressbestandteil sein können (also addr:housename), umgekehrt ein lokal oder lt. basemap vorhandener Hofname nicht automatisch zum Adressbestandteil wird.
Der im Ort bekannte “Huberhof” kommt also nur dann inaddr:housename, wenn er auch im BEV-Register so steht, ansonsten gibt es ja die diversen anderen Möglichkeiten (loc_name, place etc).
Darf ich auch auf den vorangegangenen Thread Hofnamen ("vulgo") auf OSM verweisen, und darin ist gleich eingangs noch ein anderer verlinkt. Viele Argumente wurden bereits ausführlich diskutiert.
Von einem Konsens sind wir halt immer noch weit entfernt.
Darf ich zum gefühlt 5. Mal fragen, ob irgendwer hier gegen “loc_name” ist? Hauptsache ist meines Erachtens die Auffindbarkeit in Nominatim. Das Rendern sollte uns zunächst weniger kümmern.
Die eine Lösung wird’s nicht geben, weil die Namen heute unterschiedliche Gewichtung und Verwendung haben. “Hofname” kann von BEV-Adresse bis historisch alles bedeuten.
Ich bin dagegen. Hofnamen sind Adressen. Gerade vor Kurzem erst beim Nachfragen wie eine Hütte heißt erfahren, dass in der Erlaubnis, den Weg dort hin mit dem Auto zu befahren nicht die Hausnummer sondern der Name der Hütte steht. Der Weg heißt übrigens auch nicht wie die Postadresse. Ein klarer Fall für addr:place anstatt addr:street ganz nebenbei.