Ich fühle mich bei dieser Diskussion ein bisschen zwischen den Stühlen.

Einerseits finde ich die aktuellen Wikidata-Importe (und iD-Features) viel zu überstürzt. Man sollte der OSM-Community erst mal die Zeit lassen, sich darüber klar zu werden, was in welcher Form in OSM soll und was nicht – was überwiegend durch händisches Mapping, das Entstehen realer Anwendungen für Wikidata-Tags etc. geschieht.

Andererseits finde ich die hier vorgetragene Ablehnung etwas zu radikal, denn ich sehe auch viel Potential in der Nutzung von Wikidata an den Grenzen von “Geo”: OSM ist eben keine Datenbank für alles, sondern hat das relativ klar umrissene Tätigkeitsfeld Geodaten. Klar sollten wir in unserem Kernbereich eigenständig nutzbar bleiben, und ich finde es gut, dass wir darauf Acht geben. Aber wollten wir denn jemals z.B. eine Datenbank von Architekten sein? Inwiefern sind dann Tags wie architect:wikidata eine Gefahr für OSM? Diese Daten wären ja sowieso entweder überhaupt nicht oder nur in nicht sehr minimalistischer Form in OSM gewesen, so dass sich hier aus der Kooperation mit Wikidata durchaus ein Gewinn ergibt. Letztlich kann OSM allein ja auch nicht mit der geschlossenen Konkurrenz mithalten – Zusammenarbeit zwischen freien Projekten finde ich da sehr wichtig und wünschenswert.

Damit das nicht falsch verstanden wird: Die Diskussion als solche finde ich durchaus wichtig, um auszuloten, wo die Grenze zwischen “das wollen wir selber machen” und “da verlinken wir auf andere” verläuft. Aber die aufgeheizte Stimmung finde ich dabei eher hinderlich.