derzeit bin ich für ein paar Tage in in einem kleinen bayerischen Ort nahe Rosenheim. Gestern wollte ich mich mit ein paar Freunden in Rohrdorf treffen und ließ mir dafür von bikerouter.de eine entsprechende Route berechnen.
Zuerst lief alles glatt. Doch dann stand ich plötzlich am östlichen Ende der Saliterstraße
vor einer Absperrung, “geschmückt” mit Vz. 250 und sogar noch Vz. 254.
“Irgendwie” konnte ich mich als total Ortsunkundiger doch noch zu meinem Ziel durchschlagen und dabei feststellen, dass das westliche Ende der Saliterstraße mit der gleichzeitigen Verzierung durch ein Vz. 250 ebenfalls abgesperrt war. Meine Freunde lästerten anschließend darüber, dass die Baustelle “immer noch nicht” fertig war.
Ausgelöst durch diese Erfahrung frage ich (nicht nur) mich, ob es nicht doch sinnvoll sein könnte, auch temporäre Sperrungen abzubilden, wofür natürlich Voraussetzung ist, dass ortsnahe Mapper so etwas verfolgen und aktualisieren.
das Problem ist halt, dass ich als zu 99,9% in Norddeutschland Lebender nicht verlässlich für ein zeitkonformes Aufräumen sorgen kann … Sonst wär’s kein Problem.
Eine temp. Baustelle per Kondition zu taggen finde ich grundlegend in Ordnung, sofern ein Ende bekannt ist und das vor Ort regelmäßig überprüft werden kann. Die Baustelle blind ohne ein Enddatum als Ortsfremder zu taggen halte ich in dieser Situation für nicht richtig, da noch nicht einmal ortskundige mehr Informationen über die Baustelle haben.
Manchmal gibt es zu Baustellen temporäre Halteverbotsschilder mit Enddatum. Das könnte man für das conditional-Tag verwenden, wenn nichts anderes bekannt ist.
Leider ist das auch nicht präzise, gerade hier in der Gegend (Berlin) werden Baustellen gerne immer wieder monats- oder quartalsweise verlängert…
Du hältst es also aus formalen Gründen für besser, Ortsunkundige in die Falle tappen zu lassen? Nun ja …
Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Es ist auch nicht besser, Ortsunkundige auch Jahre später noch in die Sinnlos-Umweg-Falle Tappen zu lassen, solange es keinen Ortskundigen hat, der die Baustelle im Blick hat.
Ist auf dem OSM Samstag auf der Fossgis konferenz in großer Runde diskutiert worden und die Meinung von rund 40 Anwesenden war >8 Wochen bzw >3 Monate minimum bevor wir das eintragen.
Durch meine Routingüberwachung finde ich immer wieder “vergessenes” Tagging. Da wird dann aufgeregt mit allem möglichem mapping tricks die Straßen gesperrt. “access=no” “highway=construction” oder irgendein access tagging mit conditionals die kein auswerter sauber supported, Straßen auftrennen was auch immer. JEDE möglichkeit es kaputt zu machen wird genutzt. Das ganze dann für eine Tagesbaustelle.
Dann wird das vergessen.
Ich habe bereits Landstraßen gefunden die 3 Jahre länger als die eigentliche Baustelle gesperrt waren. Keiner mehr vorbei gekommen. Die Brücke war längst erneuert - Tja - kaputt.
Das ganze birgt ein massives Risiko und das ganze “Das kriegt die Lokale community schon geregelt.” - Meine Erfahrung - Nein. Kriegt sie nicht solange da nicht vernünftige Prozesse dahinter stehen das das jemand WIRKLICH alle paar Tage kontrolliert. Und diese Systematik ist leider kaum irgendwo vorhanden. Häufig wird nichtmal ein Note aufgemacht der den zustand beschreibt oder Artikel verlinkt die benennen wir lange die Baustelle dauert. Also haben mapper je nach tagging visuell nichtmal die chance zu sehen das dinge kaputtgetagged sind um sie als baustelle zu erkennen.
Und je kleiner die Straße desto wahrscheinlicher. Mein Rekord liegt bei 12 Jahren. Hatte jemand die Anbindung eines ganzen Wohngebietes schon bei eintragung kaputt gemacht. Hat 12 Jahre lang keine Sau gemerkt. Routing ging immer nur über riesen Umwege.
Mein glaube das die “Community das schon mitkriegt” ist eher ziemlich eingeschränkt, daher bin ich ein gegner sowas einzutragen - Je weniger da rumexperimentiert wird desto besser die Routingqualität
Graphhopper unterstützt auf jeden Fall access:conditional=no @ (...) für Auto-Routing, scheint es aber für Fußgänger- und Fahrrad-Routing zu ignorieren (oder es wird durch foot/bicycle=designated überschrieben).
Alles was du bei OSM erfasst ist irgendwie temporär, selbst der Mapper an sich. Wenn ich unterwegs ein fehlendes Restaurant erfasse, trage ich das ein, auch wenn ich nicht die nächsten X Jahre täglich dran vorbei komme und schauen kann, ob es noch da ist. Wenn das die Voraussetzung für eine Eintragung bei OSM ist, wäre OSM recht weiß.
Interessanterweise waren Touri-Destinationen in den Anfangsjahren von OSM die am besten gemappten Gegenden. Man brauchte quasi keine Reiseführer, man musste nur dahin, wo OSM Daten hatte.
Eine (langfristige) Baustelle einzutragen ist hier genau das gleiche. Ja, es kann passieren dass das nicht rechtzeitig wieder entfernt wird genauso wie es passieren kann, dass ich vor einem leeren Ladenlokal stehe, wo ich eigentlich Steak essen wollte.
Die Baustelle nicht einzutragen stellt einfach nur die Interessen der Leute, die ihre Daten nicht regelmäßig updaten, über die der anderen. Ja, wenn ich meine Navi-Daten nur einmal im Jahr update, dann ist es blöd, wenn da eine 6-wöchige Baustelle drin ist. Andersrum stehen alle anderen 6 Wochen vor einem unerwarteten Umweg.
Wo siehst du den Unterschied zu einem geschlossenen Restaurant, das in OSM noch drin ist? Sollte man den dann besser auch gar nicht erst eintragen? Oder eher andersrum? Kommt evtl. ja bald ein neues Steakhaus rein, also lassen wir es erstmal drin?
Das sind berechtigte Entscheidungen. Aber kannst du erklären, warum wir Dienste/Nutzer bevorzugen sollten, die nur selten unsere Daten aktualisieren? Typischerweise rühmen wir uns, dass wir XYZ am schnellsten erfasst haben.
Wie wäre es, die Straße als gesperrt zu mappen, aber gleichzeitig im Overlay “Hinweise/Fehlermeldungen” eine Note zu hinterlassen mit der Bitte, die Sperrung mehr oder weniger regelmäßig zu überprüfen und im Fall der Fälle dann wieder zu löschen?