Kurze Antwort: Hochalmen mit natural=fell, sonst landuse=meadow.
Ja, der Name an die Fläche (wenn die Bedeutung nicht auf ein Gehöft übergegangen ist).
In OSM werden Flächennutzung (a), Gemeindegrenzen (b) und Ortsnamen (c) unabhängig voneinander erfasst.
a) Flächennutzung landuse=residential scheint mir in diesem Fall zu passen. Die Häuser schauen in der Karte nach gewöhnlichen Wohnhäusern aus und nicht nach Bauernhöfen.
b) Die Gemeindegrenzen müssen schon erfasst sein, die kannst du höchstens in der Genauigkeit verbessern. Grenzen zwischen Ortsteilen werden nicht erfasst. (Siehe www.ungrad.net - die Einwohner wissen oft selber nicht, in welchem Ortsteil sie wohnen.)
c) Die Ortsnamen werden in Nodes gesetzt, die größeren sind auch schon alle erfasst. Diese Nodes kannst du ggf. in die Ortskerne schieben. Die Namen kleinerer Siedlungen (place=hamlet für Weiler alias Rotten, place=isolated_dwelling für Gehöfte) kannst du in neuen Nodes erfassen. Bauernhöfe kann man alternativ auch flächig als landuse=farmyard mit name=* erfassen.
Nun die lange Antwort zu Punkt 1:
Die ganze meadow/farm/farmland-Geschichte ist ein riesen Sauhaufen, v.a. im Wiki.
I.) Statt landuse=farmland bitte landuse=farm verwenden. Das war zuerst da und wird in den map features empfohlen. landuse=farmland kommt von einem JOSM-Bug. Die “Einführung” wurde damit begründet, dass Deutsche nicht Englisch können. Jetzt wird landuse=farmland damit gerechtfertigt, dass es schon existiert. Dabei wird übersehen, dass landuse=farm mehr als 3x so häufig ist.
II.) landuse=grass verwendet kaum jemand. Wenn, dann würde ich damit nur kleine, gepflegte Rasenflächen (im Ortsgebiet, auf Golfplätzen u.dgl.) taggen.
III.) landuse=meadow ist im Wiki faktisch als Untermenge von landuse=farm definiert:
landuse=meadow: “an area of land primarily vegetated by grass plus other non-woody plants” - damit träfe es sogar auf Getreideäcker zu (inklusive Maisfelder!); “…If the meadow is retained by cutting or using grazing…” - Beweidung wird also eingeschlossen.
landuse=farm: “used for tillage and pasture (animals…)” - damit sind also Weiden eingeschlossen; in den Beispielsbildern ist kurioserweise überhaupt nur Grünland.
Meiner Meinung nach sollten Äcker (= gepfügt) mit landuse=farm erfasst werden und Grünland (= ungepflügt) mit landuse=meadow. Die Gründe werde ich im folgenden erörtern. Daneben gibt es noch landuse=vineyard für Weingärten und landuse=orchard für sonstigen Obstanbau.
Grünland ist der Überbegriff für Wiesen (gemäht, nicht beweidet) und Weiden (werden beweidet). Wenn eine Fläche in Mitteleuropa weder gemäht noch beweidet wird, wird sie von Natur aus zum Wald. (Alpine Stufe, Dünen, Sümpfe usw. ausgenommen.) Bei Weiden gibt es das Problem, dass die Tiere dornige Pflanzen stehenlassen. Die nehmen dann überhand. Das wird mit den sogenannten Mähweiden unterbunden - sie werden im Frühjahr gemäht, dann beweidet und evtl. nochmals gemäht.
Wiesen, Mähweiden und sonstige Weiden verschieden zu taggen, wäre absurd. Denn der Unterschied ist am Luftbild nicht und auch vor Ort kaum zu erkennen. Man müsste schon den Bauern fragen, ob er vorhat, heuer seine Kühe auf die Fläche zu lassen. Und im nächsten Jahr kann es wieder ganz anders sein.
Grünland ist - wie der Name schon sagt - grün, und in allen Karten wird es hellgrün dargestellt. Wer Grünland mit landuse=farm taggt und dadurch braun macht, muss die Kartenanwender hassen.
Zwischen Grünland und Ackerland kann man viel leichter unterscheiden. Zwar kommt es auch hier vor, dass das über die Jahre wechselt, aber seltener. Die Furchen kann man vor Ort gut, am Luftbild manchmal erkennen. Am Luftbild geben oft die Lage, die Form (Äcker sind zumeist streifenförmig, weil der Traktor in parallelen Bahnen hin und her fährt), auf Wiesen die Spuren der Heumahd (oft in konzentrischen Bahnen zur Mitte hin) und natürlich die Farbe (gelb oder dunkelgrün sprechen für Äcker) genügend Hinweise, ob es sich um Äcker oder Grünland handelt.
IV.) Für alpine Rasen gibt es natural=fell (was leider noch niemand rendert, aber das kommt hoffentlich noch). natural, weil sie von Natur aus existieren und auch ohne menschliches Zutun nicht mit Wald zuwachsen würden. Genau genommen müsste man aber berücksichtigen, dass viele Hochalmen mit Latschenwäldern zuwachsen würden. Von Natur aus gäbe es keinen Unterschied zwischen der Baum- und der Waldgrenze. Der Wald würde nach oben hin immer niedriger werden und fugenlos in Latschenwald übergehen, der sich in einer “Kampfzone” mit den Zwergstrauchheiden verliert.