Wie erfasst man Jagdreviere?

Guten Abend,

eigentlich einfache Frage, vermutlich ohne gleich eine Lösung zu bekommen…

Hintergrund war ein simpler Geometriefehler im CS Changeset: 174853488 | OpenStreetMap, den @FvGordon schnell beseitigt hatte. Dafür dickes Danke!

Ich Danke hier auch @Wittekindburner für den Fehler, da man/ ich so erst auf gewisse Themen aufmerksam gemacht wird! :+1:
Nun inhaltich: Wie erfasst man Jagdreviere?
Bei https://taginfo.openstreetmap.org/ werde ich da nicht wirklich fündig.

Ich habe das Gefühl, daß wir da nicht wirlich was haben, oder?

In meinem CS-Kommentar habe ich bereits einiges geschrieben.

Ich würde Jagdreviere erfassen:

  • boundary=hunting_district
  • name=“*” → hier “Stadtwald Belgern I”

Meine Frage. Wie kann dann eine Unterscheidung nach genossenschaftlichen Jagdbezirken, Eigenjagdbezirken, befriedeten Jagdbezirken aussehen?

…weitere Ideen, Ergänzungen und/ oder Verbesserungen?

Immer her damit!

Da ich auch dienstlich mit dem Thema zu tun habe…

Jagdreviere sind recht stabil. Sie ändern sich nicht so schnell…

Danke und viele Grüße,

Sven

Gar nicht.

woodpeck hat es m.M.n. hier recht gut geschrieben:

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Antwort auf deine Frage: Überhaupt nicht!

Hier gab es schon mal eine Diskussion, bei der ich eine Grenzbegehung geschildert habe. Am Ende steht auch, dass sich die Grenze des Reviers bald ändern wird. In Stein gemeißelt sind die Grenzen nicht.

Vor Ort können die Grenzen nicht festgestellt werden, da brauchst du Karten, von denen du abmalen kannst und damit bist du sofort bei der Lizenzfrage.

Hier noch der aktuelle Link zu den Jagdrevieren im Nachbarlandkreis.

Im verlinkten Beitrag kann ich den toten Link nicht ändern. Wie funktioniert es, dass man seinen alten Beitrag bearbeiten kann?

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Volle Zustimmung.

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sind das Jagdreviere or Forstabteilungen? Ich dachte bisher wenn ich solche Schilder gesehen habe immer, das hätte mit Flurnamen zu tun (bzw. Forstnamen). Prinzipiell wenn sie angeschrieben sind kann man sie problemlos mappen, mit statistischen Bezirken haben die nichts zu tun.

Antwort auf deine Frage: Überhaupt nicht!

Hier gab es schon mal eine Diskussion, bei der ich eine Grenzbegehung geschildert habe. Am Ende steht auch, dass sich die Grenze des Reviers bald ändern wird. In Stein gemeißelt sind die Grenzen nicht.

Vor Ort können die Grenzen nicht festgestellt werden, da brauchst du Karten, von denen du abmalen kannst und damit bist du sofort bei der Lizenzfrage.

Hier noch der aktuelle Link zu den Jagdrevieren im Nachbarlandkreis.

Im verlinkten Beitrag kann ich den toten Link nicht ändern. Wie funktioniert es, dass man seinen alten Beitrag bearbeiten kann?

ist das was anderes als das hier?

Das, was da abgebildet ist nennt oder nannte man früher einen Jagenstein.

Der Berliner Grunewald war voll damit.

Meistens halbwegs quadratische Flächen im Wald wurden mit solchen Jagensteinen als das Waldeigentum von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern markiert.

Jagen … sind forstliche Flächeneinteilungen, die von der Mitte des 19. Jhd. bis heute gültig sind.

“Ein “Jagen” ist eine spezifische forstliche Flächeneinheit, die typischerweise 10 bis 30 Hektar groß ist und der Planung, Kontrolle sowie der Orientierung im Wald dient.”

Mit Jagen im waidmännischen Sinne hatte das eher weniger zu tun.

Leider ist mein Bruder M. schon vor langer Zeit verstorben. Der war Waldfacharbeiter. Nennt sich heute Forstwirt.

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Ja! Siehe die fachlich präzise Antwort von @Peer_van_Daalen

wieso den nicht… alle anderen Arten von Grenzen werden auch erfasst.. auch wenn davon physisch nix zu sehen ist. Meinen Segen hat @streckenkundler :grinning_face_with_smiling_eyes: :+1: :+1:

Nein werden sie nicht. Außer in einigen wichtigen Ausnahmefällen (z. B. Verwaltungs- und Schutzgebietsgrenzen) oder wenn sie vor Ort ersichtlich sind (z. B. die Forstabteilungen in Frankreich).

ist ja auch eine Verwaltungsgrenze…

Spätestens wenn man ein z.B. ein Reh mit dem Auto erfasst hat kommt man damit in Berührung, weil dann muss der zuständige Jäger verständigt werden.

Oder alle anderen Dinge die mit Wild zu tun haben…

Das ist doch die Aufgabe der Polizei. Als Verkehrsteilnehmer oder auch als Zeuge (z.B. Wanderer im Wald findet verletztes Tier) hat man in der Regel keine Chance den zuständigen Jäger selbständig in Erfahrung zu bringen. Hier ist die Polizeidienststelle gefragt. Die sind für solche Fälle der Ansprechpartner, und müssen den zuständigen Jäger benachrichtigen.

Also betrachten wir mal die Grenzen der Polizeireviere. In meiner Heimatstadt Darmstadt gibt es 3 Stück, deren Grenzen aber nicht das ganze Stadtgebiet (Kommunalgrenze) abdecken. Zum Beispiel gehört der Westwald (südlich der Heimstättensiedlung) zum Revier-Pfungstadt:


(Quelle: “Dienststellensuche: Welche Polizei vor Ort ist zuständig?”)

Die Polizei-Reviergrenzen sind in OSM meines Wissens nach nicht erfasst und sind in der Bevölkerung auch relativ wenig bekannt.

… sind zum Beispiel Wildschäden in der Landwirtschaft.

Hallo zusammen,

…also nochmal: Es gab einen simplen Geometriefehler. Wer sich das derzeit erfasste Objekt genauer angeschaut hat, wird festgestellt haben, daß es mit leisure=park und name=Jagdrevier erfasst ist… Darum auch mein CS-Kommentag (siehe Startbeitrag).

Ich bin aber nicht so einer, der sich hinauslehnt und sagt: sowas erfassen wir nicht und das dann einfach löscht!
Ich bin einer der sich da gedanken macht…
Ich selbst werde kein Jagdreviere erfassen…

Sven

Und woher weißt Du dass es sich nicht um einen Park namens “Jagdrevier” handelt?
Duck und weg…

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… und wir machen doch das gleiche. Du wirfst hiermit doch die alte oft angesprochene Frage Boundaritis - wo soll das hinführen? (@woodpeck) auf.

Zu den von mir in’s Gespräch gebrachten Polizei-Revieren kann ich anmerken, dass sie kartographiegeschichtlich eine gewisse Bedeutung hatten. Vor ca. 150 Jahren waren sie zusammen mit den Pfarrbezirkes-Grenzen ein fester Bestandteil der amtlichen Stadtpläne Darmstadts. Um ca. 1901 (mit dem aufkommen der Straßenbahn) verliert sich das wieder.

Das hat dir auch niemand unterstellt. Du hast angemerkt, dass du auch dienstlich mit dem Thema zu tun hast. Von daher kannst du vielleich besser einschätzen, wer die Jagdreviergrenzen kennt/verwaltet, und ob der Wald-und-Wiesen-OSMäpper eine Chance hat/hätte, da dran zu kommen. Im Gegensatz zu den Polizei-Revieren fällt mir da noch nicht mal ein, wen man dazu fragen müsste.

Könntest du verifizieren, ob der vermeintliche Jagdrevier-Park ein tatsächliches Jagdrevier abbildet?

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Schau mal in unser östlich angrenzendes Land: https://tools.geofabrik.de/osmi/?view=areas&lon=16.07430&lat=53.63623&zoom=10&baselayer=Geofabrik%20Standard&overlays=duplicate_node%2Csingle_node_in_way%2Cduplicate_segment%2Cway_in_multiple_rings%2Cintersection%2Cintersecting_segments%2Cring_not_closed%2Ctouching_rings%2Crole_should_be_inner%2Crole_should_be_outer%2Cinner_with_same_tags%2Cways

dreimal darfst du raten, was das ist…

Ach, wieder einer, der das Erst-CS nicht angesehen hat… :unamused_face: Alleine schon dieser CS-Kommentar ist eindeutig: Jagdrevier Stadwald Belgern I

Für den betreffenden Landkreis habe ich im Moment keine Quelle gefunden, aber bei einem meiner Nachbarkreise, Landkreis Spree-Neiße sieht es so aus: Jagdbezirke (LK SPN)

…zur Sicherheit nochmal… Nein, ich will keine Jagdreviere erfassen! Ich möchte aber auch nicht, das erfasste Daten so mirnichts/dirnichts gelöscht werden, mit der für mich fadenscheinigen Begründung “sowas erfassen wir nicht”

Sven

Sorry, da hast du mich missverstanden. Ich hatte das gelesen, aber meine Frage hast du nun klar mit nein beantwortet: Du kannst anhand deiner Quellen nicht überprüfen / verifizieren, ob das, was da als Jagdrevier Stadtwald Belgern I dargestellt ist, auch mit irgend einer Form von Realität oder Dokumentation übereinstimmt.
Die Schlussfolgerung, “weil es ‘Jagdrevier’ genannt ist, wird es auch ein solches sein” ist reine Vermutung. Wenn jemand in der Nachbarschaft ein Jagdrevier Stadtwald Belgern II erfindet und gleichartig erfasst, kannst du nicht sagen, ob es Realität oder Fiktion darstellt.

Sollen wir deiner Meinung nach auf das Kriterium Verifizierbarkeit verzichten?

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Sollen wir deiner Meinung nach auf das Kriterium Verifizierbarkeit verzichten?

das will hoffentlich niemand, die Diskussionen drehen sich da eher darum ob on the ground z.B. bedeutet dass es dort ein Schild geben muss, oder ob ein Eintrag im Stadtarchiv als Quelle ausreicht und so was. On the ground verifizierbar kann auch bedeuten dass man jemanden vor Ort fragen kann der sich auskennt. Die Namen von Flüssen, Bächen, Bergen, Wäldern und Wiesen stehen z.B. eher nicht angeschrieben (es gibt auch viele Fälle wo es dransteht, or indirekt dransteht, aber natürlich nicht immer), trotzdem schlägt niemand vor sie zu löschen. Lokales Wissen ist eine total akzeptierte Quelle bei OpenStreetMap, anders als Wikipedia fordern wir bei OpenStreetMap keine Quellenangaben sondern eigenes Wissen.