Ich bin vor allem im Havelland unterwegs. Die Landschaft ist zu großen Teilen eben und von Gräben zur Entwässerung durchzogen. Ohne die Gräben wäre vielerorts keine landwirtschaftliche Nutzung möglich. Ich habe schon etliche Gräben kartiert und finde immer noch wieder neue. Der Wasserstand in den Gräben wird durch Wehre reguliert. Nach einem niederschlagsreichen Winter werden die Gräben in die nächsten Flüsse abgelassen, um die Frühjahrsbestellung zu ermöglichen. Die Fließrichtung ist dann Richtung größeres Gewässer. Wenn es aber wenig Niederschläge gab, werden die Gräben zur Bewässerung der Landschaft genutzt, das ist in den letzten Jahren immer häufiger der Fall. Die Fließrichtung ist dann von den Flüssen ins Gebiet. Die meiste Zeit des Jahres fließt allerdings gar nichts und das Wasser steht in den Gräben.
Nun meine Frage: Welche Fließrichtung tagge ich ich denn jetzt, die aktuell vorgefundene, oder die vermutet häufigste. Ich bin da etwas ratlos. Bei trockenfallenden Gräben gibt es intermittent=yes, aber bei wechselnden Fließrichtungen?
Ich würde auch die natürliche Abflussrichtung bevorzugen. Ansonsten gibt es noch bidirectional=yes (zwar nur 6x in Benutzung, aber existent) als Zusatztag.
Der Wasserstand in solchen Gräben wird übrigens im Normalfall nicht durch Wehre (weir), sondern durch Hubschütze (sluice_gate) gesteuert.
Respekt, das muss man erst mal im Wiki finden, vor allem, wenn man auf den deutschen Seiten sucht, wo es diese Seite nicht gibt. Ist mit 554 Anwendungen auf jeden Fall deutlich weiter verbreitet als bidirectional=yes (was ich eigentlich besser finde ). Also:
Ich habe für die flow_direction=both jetzt eine deutsche Wikiseite angelegt und zusätzlich einen entsprechenden Hinweis auf der Hauptseite DE:Wasserwege eingetragen. So sollte das in zukünftigen Fällen besser zu finden sein.
Wollen wir noch hinzufügen was in diesen Fällen die bevorzugte Digitalisierrichtung ist?
(Sofern das Gewässer (trotzdem) eine natürliche Abflussrichtung aufweist, sollte das Gewässer in diese Richtung digitalisiert werden.)