Sehr schön!
Das mache ich für den Hardtwald nördlich und südlich von Karlsruhe, daher mal meine Erfahrungen damit und meine derzeitigen Entscheidungskriterien (die sich im Laufe der Zeit aber auch weiterentwickeln…), was ich wie tagge …:
Ich tagge, wenn ich im Wald und Wiese unterwegs bin, in der Regel:
highway=track/path/service/…
tracktype=grade1…5
surface=asphalt/compacted/ground/grass/…
smoothness=…/good/…/horrible/…
… und noch paar andere Sachen gelegentlich …
track ist für mich alles das, wo ein Auto durchkäme, ohne anzuecken. Normalerweise erkennt man auch die Fahrspuren, ansonsten an der Breite abschätzen: Lkw dürfen 2,55 oder so als Breite haben und das dürften real existierende Fzg. zur Holzabfuhr auch haben …
path ist für mich alles das, was schmaler ist …
Das sind die beiden Hauptwegearten, die man im Wald findet.
Abgrenzung zu highway=service/unclassified/…:
Das ist NICHT die Eigenschaft asphaltiert, sondern die Nutzung:
Ist der Weg für Land- und Forstwirtschaft (und Wasserwirtschaft) gedacht, ist es ein Wirtschaftsweg und damit track, ist er für sonstigen Verkehr frei ist er service (Zufahrt nur zu einzelnen Anliegern o.ä.) oder gar mehr wie unclassified, tertiary, …
Die Abgrenzung mache ich an der Beschilderung und anderen Indizien fest. Asphaltierte Wald- und Feldwege würde ein Durchschnittsautofahrer für echte Straßen halten, also stehen dort meistens Verbotsschilder der StVO (roter Kringel für alle oder selbiger gefüllt mit Auto und Motorrad, Räder dann frei, das wäre die korrektere Beschilderung) oder der Weg ist per Schranke o.ä. gesperrt mit oder ohne Nicht-StVO-Schild, hier in Ba-Wü oft weiße rechteckige Schilder mit grünem Rand. Bei nichtasphaltierten Wegen stehen nicht immer Schilder, da gehe ich meist von track aus, wenn kein Indiz dagegen spricht.
Ein roter Kringel mit/ohne Inhalt mit “Anlieger frei” wäre übrigens ein Indiz für service o.ä. statt track.
motor_vehicle=destination o.ä. wäre hier zusätzlich anzubringen. Ansonsten setze ich access sparsam ein. Ergibt sich m.E: von selbst, dass tracks für agricultural/forest sind …
highway=bridleway nehme ich, wenn der Weg entweder mit StVO-Schild für Reiter only beschildert ist oder wenn eindeutige Indizien für eine rein reiterische Nutzung sprechen. In der Nähe von Reiterhöfen am Wald gibt es solche oft genug, die durch Reiten eine für Radler und Fußgänger unattraktive Oberfläche haben. Ist mal einmal durch eine solche Ecke des Waldes durch, erkennt man oft eine entsprechende Netzstruktrur. Manchmal hängen dort auch Wegweiser rum für Rundrouten o.ä. Zeigen diese auf Wege, die auch bei besserer Oberfläche durch andere genutzt werden, tagge ich zusätzlich horse=yes. Führt eine extra Reitspur neben einem asphaltiertem Weg, erfasse ich die als bridleway extra.
highway=cycleway, ggfs. mit foot=yes/designated/… tagge ich nur so bei entsprechender blau-weißer Beschilderung oder ähnlich eindeutigen Indizien, dass diese Wege ausschließlich als Radweg angelegt wurden. Für Autonutzung eigentlich zu geringe Breite der Asphaltierung und Pfosten an den Enden könnten solche Indizien sein. Gut autobreite asphaltierte Wege sind ansonsten tracks. Beim Ortsteil Oberreut war das auch oft eindeutig so beschildert: roter Kringel plus “forstw. frei” in den Wald rein, blau-weiß aus dem Wald raus am Waldrand.
highway=footway steht für mich für sehr gut befestigte Wege im Siedlungsraum. Im Wald hat dieser in der Regel für mich nur wenig zu suchen. Indizien dafür, dass ich davon mal abweiche, müssen schon sehr eindeutig sein. Geringe Breite, die für forstwirtschaftl. Fzg. problematisch wäre, keinerlei Spuren solcher, sehr gute Oberfläche, gepflastert oder sehr gute wasssergebunde Decke etc. und normalerweise auch ein entsprechendes hauptsächlich für Fußgänger relevantes Ziel in Siedlungsnähe KÖNNEN mich mal zu einer seltenen Ausnahme hinreißen lassen… Wenn nix eindeutig gegen Radfahren dort spricht, auch noch ein bicyle=yes dran.
Alles andere mit für Autos mangelnder Breite ist path. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, dann auch mit width=… eine geschätze Breite mitzugeben, ob es nur ein ganz schmaler Trampelpfad ist (width=0.3 mit Punkt und ohne m für Meter) oder was breiteres, wo auch ein Kinderwagen benutzbar ist, …
Bei surface verwende ich hier in der Gegend meist asphalt, compacted, ground oder grass.
compacted für sogenannte “wassergebundene Decken”, wo ein Gemisch aus Sand/Kies/Schotter eine stabilere Verbindung eingeht bei spezieller Herstellung oder auch im Gebrauch … Das ganze in Unterschied zu losem Schotter oder Kieseln als Belag (gravel) oder auch Sand, die zum Befahren mit Rädern kaum benutzbar sind.
Relevant für mich ist da die Fahr- oder Gehspur, das regelmäßige Gras in der Mitte nicht.
Brücken können auch mal wood oder metal sein. Breite nicht vergessen, wenn weniger als Kfz-Breite oder gar so schmal, dass Dreiradfahrer etc. nicht rüberkämen!
smoothness ist die Qualität zum Befahren etc.
Häufig verwende ich die Kombinationen:
surface=asphalt (gelegentlich auch concrete für Beton, seltener hier) tracktype=grade1 smoothness=good
Das nehme ich AUCH für “Spurwege”, wenn also nur die Fahrspuren asphaltiert oder betoniert sind. Andere nähmen dann grade3, das ergibt aber für die große Mehrheit der Nutzer m.E. einen falschen Eindruck.
M.E. wäre es besser, wir erfänden ein tag für “Quereigenschaften”, die relevant sind für mehrspurige, aber nicht Kfz-breite Fahrzeuge (Dreirad, Rollstuhl, Kinderwagen, …) aber eine Diskussion in diese Richtung versickerte vor paar Monaten …
Ich hoffe, wir haben das gelöst, bis ich durch bin und die erste Aktualisierungsrunde in Angriff nehme …
surface=compacted, tracktype=grade2 oder grade3, smoothness=intermediate
grade2/3 je nachdem, ob Gras in der Mitte ist, denn so ist der Unterschied definiert. Ob Gras in der Mitte ist, hängt wohl vom Alter des Weges und der Nutzungsintensität durch Fußgänger und Radler ab. Gelegentlich wird auch mal der Weg renoviert und das Gras ist weg …
surface=ground oder grass, tracktype=grade4 oder grade5, smoothness=bad/very_bad/horrible/…
surface und smoothness sind objektiver, die werden so gemappt wie vorgefunden.
Die obigen “Standards” passen nicht auf jeden Weg.
Asphalt- und Betonwege in schlechtem Zustand bekommen auch schon mal nur smoothness=intermediate oder schlechter, wenn man den Asphalt erst mal freigraben müsste oder er nur noch fleckenweise vorhanden ist etc.
tracktype ist FÜR MICH so eine Art “Gesamtschau” und auch “Darstellung des Netzes”, WENN ich surface und smoothness verwende für die objektive Klassifizierung.
So gibt es Wege, die offenbar mal als wassergebunden angelegt wurden oder auch später mit Kiesel/Schotter durchgehend aufgebessert wurden und im Gebrauch sowas ähnliches entwickelten (den Unterschied würde man wohl nur durch Grabungen rauskriegen), die aber insgesamt einen deutlich weniger gepflegten Eindruck machen als andere grade3-Wege in dieser Gegend, die kriegen auch schon mal nur grade4 zur Unterscheidung, intermediate bleibt, wenn sie zum Radeln glatt genug sind, ansonsten zu bad abgestuft, wenn “kaputt gefahren”
grade5 sind dann die Wege, von denen man eher abraten würde, wenn man das gesamte Netz eines Waldes vor sich sieht und sich fragt, wie laufe/fahre ich durch, während grade4 dann die besseren völlig unbefestigten Wege sind. Bei beginnenden Zuwachsen ist m.E. auch nicht mehr als grade5 drin.
Nicht mappwürdig sind m.E. die oft erkennbaren “Rückeschneisen”, also Baumreihen mit im Vergleich zum Umfeld deutlich mehr als Kfz-breiten Abstand, die aber keinerlei Benutzungsspuren durch Fußgänger/Radler/Reiter aufweisen und entsprechend bewachsen sind oder tiefe Spuren von schwerem Gerät aus letzter Zeit der Bewirtschaftung. Ebenso ehemalige Wege, als solche gelegentlich in anderen Karten eingetragen, die aber völlig zugewachsen sind etc.
Finde ich sowas gemappt vor, bekommen die ein highway=no verpasst mit note=Kommentar, smoothness=impassable
Nicht löschen, sowas kann sich auch mal ändern in die eine oder andere Richtung. Wäder sind dynamisch 
Hier in der Ecke gibt es oft ehemalige Wege und/oder Rückschneisen, die anfangs wie grade5 aussehen. Folgt man denen, stößt man auf einen Hochsitz und paar sonstige Hegespuren, gelegentlich auch auf eine kleine Lichtung, der Rest des ehem. Weges/Schneise ist dann zugewachsen, wenn überhaupt je vorhanden gewesen.
Dann kommt noch ein noexit=yes an das Ende des Weges, damit andere Mapper und Wanderer wissen, dass der Weg fertig gemappt ist. Wird von Osmarender in z16/z17 angezeigt.
Hochsitze werden mittlerweile auch gemappt als amenity=hunting_stand genauso wie Bänke (amenitiy=bench) oder Schutzhütten (amenity=shelter)
Smoothness sieht man übrigens in dieser Karte gerendert
Als oberste Leitlinie sollte man sich geben, dass ein Durchschnittsanwender der Karte und der Daten die richtigen Schlüsse für sich zieht für seine Routenwahl.
Wer bspw. mit Normalrad radelt, für den sollten grade1-3 eine Empfehlung sein, für seine Route diese Wege zu wählen, ab grade4 sollte er stutzig werden, ob nicht eine andere Route besser ist.
Paths wären bspw. nach baden-württembergischen Waldrecht eigentlich untersagt … weil nur bei > 2m darf man hier Waldwege beradeln flöt