Vorgehen gegen das Eintragen von Nicht-Eigenschaften

Genau. Es ist diskutabel, deswegen habe ich den Thread aufgemacht, statt in CS-Kommentaren zu wursteln. Es gibt selbstverständlich Fälle, wo das no absolut zwingend ist. Eine Einbahnstrasse, die durch Zusatztafel für Bus, Velo, Mofa oder Taxi geöffnet ist. Oder Fälle wo die impliziten Defaults nicht zutreffen.

Das Restaurant ohne Toilette wäre ein berechtigter Fall – wobei dies in Zürich umgehend auch ein Fall für die Gewerbepolizei wäre. Ausser jemand hat einen Stehimbiss als Restaurant getaggt, was wiederum ein anderes Thema ist. Nur: das sind OTG-Eigenschaften, die nur OTG festgestellt werden können. Das ist eine “abzählbare” Grösse – ich bin vor etwa 10 Jahre alle rund 4500 Oberflurhydranten der Stadt abgeschritten, habe sie fotografiert und die Referenznummer eingetragen, da die damals nicht im open-government-Datensatz war. Es ist machbar. Auch alle 400+ Brunnen und sämtliche rund 450 Lichtsignalanlagen (LSA).

Es gibt auch heute noch keine LSA mit Anforderung-Knopf UND Vibra-Rückkoppelung für Sehbehinderte. Es ist immer entweder, oder. Und es wird heute noch durch SC “kaputtkorrigiert”. LSA mit akustischer Rückkoppelung sind bei uns gar nicht zugelassen – trotzdem werden sie von SC abgefragt und regelmässig falsch eingetragen. Muss ich die wirklich präventiv auf no setzen?!

Darum geht es mir.

Das wäre eine sehr sinnvolle Idee, eine Eigenschaft die du kontrolliert hast, auf =no zu setzen, so dass andere Mapper wissen, dass diese Eigenschaft überprüft worden ist.

Ein Problem, woran SC zugegeben etwas krankt, ist das solche lokal ggf. eindeutigen, implizite Dinge nicht wirklich berücksichtigt werden (können). Außer vlt. durch das (wenn es wirklich z.B. Landesweit völlig klar) anpassen der default quests, sodass SC standardmäßig nicht danach fragt.

Das Problem ist nicht nur horse=no auf Autobahnen (oder die berühmten boat=no an Strassen in Zofingen Way: ‪Alter Postplatz‬ (‪28389396‬) | OpenStreetMap ) sondern z.B. > 2’000’000 “fehlende” toll=no an nicht-Autobahnen und andere ähnlich gelagerte Tags bei dem zwar der Konsens was man als default annimmt nicht explizit festgehalten ist, aber doch in der Praxis klar ist.

Die “100 Tags” die ich erwähnt habe sind übrigens nicht aus der Luft gegriffen, sondern grob was an einem ganz normalen highway=residential getaggt werden kann (für ein paar der Tags gibt es glücklicherweise aktuell keine Möglichkeit die Abwesenheit festzuhalten aber das kommt sicher noch).

Erstmal danke für die ausführliche Antwort. Auch wenn wir in der Thematik vermutlich nicht 100% Übereinstimmung finden werden (und auch nicht müssen), würde ich gerne die Thematik nochmal aus einer anderen Sicht betrachten.

mMn war und größtenteils ist OSM im Bezug auf Verkehrsflächen recht Auto zentriert - genauso wie es die Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten halt auch war und größtenteils immer noch ist. Daher haben viele einen Standard verinnerlicht, der durch Jahre und Jahrzehnte sich eingeprägt hat (ich zähle mich da auch dazu). Aber das ändert sich aktuell. Rad- und Fußweginfrastruktur wird ausgebaut und ‘behauptet’ sich immer mehr gegen Autoinfrastruktur. Es wird immer stärker auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung geachtet (Ampeltaster, Leitstreifen,..)

Und deshalb ändern sich auch die Standards. Allerdings über zeitlich und räumlich große Abstände. So kann die neu sanierte Hauptstraße jetzt an allen Kreuzungen einen flachen Boardstein und Blindenleitstreifen haben, 50m weiter im Bestand gibt es im besten Fall einen abgesenkten Boardstein. Was und ab wann gilt hier als Standard und muss nicht mehr explizit getaggt werden?

Ich stimme dir durchaus zu, dass SC et.al. einiges besser machen könnten. Aber strikt zu sagen, dass das nicht vorhandensein eines Features nie zu taggen ist und entsprechende Tags aktiv zu löschen, finde ich ebenso falsch. Und das Löschen von nicht-falschen Tags führt in der Datenbank halt auch zu mehr Einträgen, die dann spätestens bei der History in JOSM auch geladen werden müssen.

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