Der Markt für Altkleider funktioniert scheinbar nicht mehr. Bericht auf tagesschau.de
Viele Betreiber haben wohl inzwischen viele Container abgeräumt.
Ich habe daraufhin in Dithmarschen mal viele Altkleidercontainer überprüft. Die geprüften Container des Deutschen Roten Kreuzes waren alle abgeräumt (17 Stück), das war fast die Hälfte aller in OSM in Dithmarschen eingetragen Container des DRK.Wahrscheinlich ist der Rest auch weg,aber da war ich nicht.Auch etliche Container anderer Betreiber sind weg.
Ich will euch bitten mal wieder nach den in OSM eingetragenen Altkleidercontainern zu sehen und zu prüfen ob sie noch vorhanden sind.
Wäre die Existenzprüfung eine Aufgabe für Streetcomplete? Da kenne ich mich nicht aus. Was kann mithelfen Karteileichen zu finden und zu entfernen?.
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Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Danke für den Hinweis. Mir ist das in den letzten Tagen so im Vorbeifahren aufgefallen, dass an einem in der nähe befindlichen Containerplatz irgendwas anders ist, ich wusste nur nicht was. Jetzt wo Du es schreibst - ja, der Altkleider-Container ist weg.
Ich werde dann wohl mal in der nächsten Zeit am Ort die Standorte abradeln und prüfen …
Streetcomplete fragt Kleidercontainer bereits routinemäßig immer wieder ab, allerdings in der Standardeinstellung nur alle 6 Jahre. (siehe Wiki unter “Is this still there?”)
Also zumindest von Texaid (ein großer Player auf dem Markt für Altkleidercontainer) weiß ich, dass die pleite sind und gerade liquidiert werden. Die Altkleidercontainer werden gerade großflächig mit Tape zugeklebt, für das Abholen ist wohl kein Geld mehr da…
“Stadt Hannover lässt alle 520 Altkleidercontainer abbauen”
“Das bisherige System zum Altkleiderrecycling in Hannover wird eingestellt. Sämtliche Sammelcontainer im Stadtgebiet lässt die Stadt demnächst abbauen. Der Grund: In den Behältern landet zu viel Textilmüll. …”
Das wird leider häufig missverstanden:
Die EU-Verordnung richtet sich an die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, nicht an die Verbraucher. Diese öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind unter bestimmten Voraussetzungen (Ausnahmen siehe § 9 KrWG) verpflichtet, Textilabfälle getrennt zu sammeln.
In deutsches Recht wurde die EU-Verordnung durch eine kleine Ergänzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes umgesetzt (nur Nr. 6 wurde eingefügt):
§ 20 Abs. 2 Nr. 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
(2) Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger sind verpflichtet, folgende in ihrem Gebiet in privaten Haushaltungen angefallenen und überlassenen Abfälle getrennt zu sammeln:
(…)
6. Textilabfälle; § 9 gilt entsprechend,
(…)
Im vergangenen Jahr hat auch die Einführung einer EU-Richtlinie die Arbeit erschwert. Die Regeln, nach denen noch nutzbare Alttextilien nicht mehr im Müll entsorgt werden dürfen, wurden offenbar von so vielen Menschen falsch oder gar nicht verstanden, dass die Container zeitweise vermüllten. Menschen dachten, sie dürften nun gar keine Textilien mehr in den Müll schmeißen. Ergebnis der Unsicherheit: Teils stark verschmutzte Altkleidung, die auch weiterhin in den Restmüll gehört, landete in Altkleidercontainern, die eigentlich für nutzbare Kleidung gedacht sind.
Anders als oft dargestellt, bedeutet die neue Regelung nicht, dass es verboten ist, seine verschlissenenen Kleidungsstücke in den Restmüll zu werfen. Das ist weiterhin möglich und auch nicht strafbar.
(…)
In der Pflicht sind die öffentlichen Entsorger, nicht die einzelnen Verbraucher. Entsorgungsunternehmen wie der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) oder die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) haben dann die sogenannte Getrenntsammelpflicht für Altkleider.
(…)
Die öffentlichen Entsorger müssen dann den Verbraucher:innen Angebote machen, wie sie ihre Alttextilien getrennt entsorgen können, damit sie nicht mehr in der Restmülltonne landen.
Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:
Sie bauen ein eigenes Sammelcontainersystem auf, wie es zum Beispiel der Südbrandenburgische Abfallzweckverband bereits hat.
Sie schaffen ein Angebot, damit Verbraucher:innen ihre Altkleider auf Wertstoffhöfen entsorgen können.
Sie übertragen die “Sammelaufgabe” an kommerzielle und karitative Sammler:innen.
Grundsätzlich erfüllen die meisten öffentlichen Entsorgerunternehmen, wie zum Beispiel die BSR, diese Getrenntsammelpflicht seit vielen Jahren.
Genau dieses hohe Aufkommen alter nicht mehr recycling-fähiger Altkleider sorgt mittlerweile auch in meiner Kommune, dass so nach-und-nach die Container verschwinden.
War erst letztens in Kalkofen (ja, der Ort aus der gleichnamigen VOX-Doku). Da steht noch ein Altkleidercontainer der DRK, der aber bereits bis oben hin mit Klamotten voll ist und davor ein Hinweisschild “Dieser Kleidercontainer wird nicht geleert, bitte keine Kleidung mehr einwerfen”. Wird sicher nicht mehr lange dauern bis die Container verschwinden…
Trotzdem weg mit diesen inzwischen illegalen Müll-”Deponien”.
Wer mit offenen Augen durch Deutschland geht, kann vor allem in den Ballungszentren problemlos akzeptable gute Klamotten augenscheinlich Bedürftigen anbieten oder in diverse Wärmestuben und Obdachlosen-Cafés bringen.
Die wissen wer was benötigt! Und bitte nicht mit Kleiderkammern oder II-Hand-Läden verwechseln.
Meine letzte Dienststelle.
Unsere Partner-Einrichtungen.
Da kommt die richtige Hilfe an die richtigen Menschen auch an.
Früher beruflich, heute eher selten trifft man mich dort auch schon mal an.