Verkehrszeichenkataster

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg will ein digitales Verkehrszeichenkataster (VZK), das in Open-Source und Open-Data über verschiedene Schnittstellen die aktuellen Verkehrszeichen auch für Bürgerinnen und Navigationsanwendungen bereitstellen. Wenn die das ernst meinen, sollte das doch rechtlich und praktisch möglich sein, das in OSM zu importieren.

Land startet digitales Verkehrszeichenkataster

Digitales Verkehrszeichenkataster

Ohne Anmeldung bekomme ich schon mal keine Info zur Lizenz…

Weißt du da mehr?

Ich weiß ja nicht, was die unter Open -Source verstehen, aber
“Jede unberechtigte Verwendung (insbesondere die Vervielfältigung, Bearbeitung oder Verbreitung) dieser urheberrechtsgeschützten Inhalte ist daher untersagt.” (laut Impressum, das auf https://vzk.landbw.de/ (nach Umleitung auf Servicekonto-Anmeldung - Serviceportal Baden-Württemberg folgt)
in Verbindung mit
“Sie möchten das digitale Verkehrszeichenkataster für Ihre Arbeit nutzen? Einen Zugang bekommen Kommunen, Landkreise und weitere Landesbehörden.”
deutet nicht auf eine OSM-kompatible Lizenz hin.

Nein, leider weiß ich auch noch nicht mehr als diese teilweise widersprüchlichen Angaben und habe noch keinen Zugang zu der Lizenz oder den Daten.

Das ist auch nicht das, was ich unter Open-Source verstehe. Ich hoffe stark, dass das nur eine Einführungs-/Vorlaufphase ist und der öffentliche und freie Zugang zu den Daten noch kommen wird und dass dieser Urheberrechtshinweis auch noch geändert wird oder die Daten davon ausgenommen.

Das auf der gleichen Seite verlinkte Erklärungsvideo sagt eindeutig

Bürgerinnen und Bürger können die Daten im Netz abrufen.

Es wäre aber auch denkbar, dass der alte Verkehrsminister das als Open-Source und Open-Data geplant hat, aber die neue Verkehrsministerin den Zugang einschränken will und die Abschnitte mit Open-Source und Open-Data vergessen wurden, aus der Pressemitteilung und Öffentlichkeitsinformation zu entfernen. Andererseits wäre es auch unnötig, Pressemitteilungen und Öffentlichkeitsarbeit für eine rein interne Behörden-Anwendung herauszugeben und Navigationsdienstleister könnten auch nur mit individuellem Lizenzabkommen.davon profitieren.

Diese “Dienstleister” sind in den Köpfen der Entscheider*innen mutmaßlich die Big Player wie Apple, Google, Here. Da gibt es tiefe Taschen aus denen Lizenzen auch gut bezahlt werden können.

Für Andere gibt es dann einen Zugang mit dem punktuell geguckt werden kann.

Alles natürlich nur Mutmaßung

Ich habe dem Ministerium eine E-Mail geschrieben mit den ganzen Widersprüchen und offenen Fragen. Hoffentlich klärt sich alles zum Positiven auf. Wenn ich eine Antwort erhalte, werde ich die Informationen hier teilen.

Welch bewundernswerter Optimismus

Danke für’s Kümmern

Ich habe am 6.7.2026 folgende erfreuliche Antwort vom LGL auf

meine Frage vom 28. September 2025 zu Lizenzen beim SAPOS/HEPS‑Korrekturdienste

…zu aufgenommenen GPS‑Tracks bzw. -Punkten, deren Lagegenauigkeit ich mit Hilfe des SAPOS/HEPS‑Korrekturdienstes des LGL Baden-Württemberg verbessert habe: Muss ich bei der Veröffentlichung dieser Tracks und Punkte die Namensnennung “Datenquelle: LGL, www.lgl-bw.de, dl-de/by-2-0” anbringen?

bekommen:

Bei der Veröffentlichung der u.g. Tracks und Punkte ist die Nennung der Datenquelle nicht notwendig. Weitere Hinweise werden wir auf der Contributers Seite (Contributors - OpenStreetMap Wiki) anbringen/anbringen lassen.

Also nicht verzagen, einfach die Verwaltung fragen…

Bloß meinen Empfänger finden nach so langer Zeit hier daheim nicht mehr :face_with_peeking_eye:

@Metzor
Das scheint aber eine Frage zu einem anderen Thema gewesen zu sein!? Oder was hat das mit dem Verkehrszeichenkataster zu tun?

Das mag ja sein. Aber die Daten kopieren und anderweitig verwenden ist etwas anderes. Man kann auch die Google-Karte “abrufen” - verwenden darf man das für OSM trotzdem nicht.

Ja, das war eine andere Frage.

Aber es zeigt schon auch, dass es sich lohnt nachzuhaken und dass sich die Landesverwaltung BaWü durchaus offen dafür zeigt, ihre Daten/Infrastruktur für OSM nutzbar zu machen.

Die Daten stammen aber nicht von dort:
“Bereits zum Start verfügt das Verkehrszeichenkataster über einen landesweiten Grundbestand an Verkehrszeichendaten auf allen Straßenklassen. Dieser basiert auf dem Datenprodukt „Traffic Signs“ der Mercedes-Benz Connectivity Services GmbH.”
Ich kann mir sehr schlecht vorstellen, dass die GmbH alle Rechte an den Daten auf das Land BW übertragen hat, so dass dieses darüber komplett frei verfügen könnte (und damit zum Beispiel auch der Navi-Konkurrenz kostenfrei zur Verfügung stellt). Ich denke eher, dass Mercedes das Land einspannt, um den Bestand mit amtlichen Quellen pflegen zu lassen ;-)

Dann könnte ich ebenfalls nur davor warnen, diese Daten unbesehen zu übernehmen.
Bei der Fahrt mit Geschwindigkeitsautomatik bei Mercedes werden dazu zwar die Verkehrszeichen samt Zusatzzeichen optisch gelesen. Immer wieder kommt es aber vor, dass z.B. eine 50er-Beschränkung eingestellt wird, obwohl das Ortsschild noch hundert Meter entfernt ist. Ist kein Problem, aber zeigt, dass da ungenaue Daten im System gespeichert sind.

ist es eine optische Erkennung oder im System gespeichert?

Die Daten lassen sich hier ohne Anmeldung herunterladen:

Lizenz: Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Die JSON-Datei (163504 Verkehrszeichen, ca. 83 MB) habe ich mir eben heruntergeladen und in eine OSM-Datei konvertiert. Ich habe stichprobenartig einige Verkehrszeichen überprüft, diese waren sehr genau erfasst. Allerdings sind kleine Nebenstraßen kaum abgedeckt. Die angegebene Richtung ist übrigens die Wirkrichtung, bei OSM hingegen wird die Blickrichtung des Schildes verwendet.

Es muss im System gespeichert sein, da zum Zeitpunkt des Auftauchens im Display optisch (noch) nichts zu sehen ist.
Außerdem ist es reproduzierbar (am selben Ort), die optische Erkennung aber nicht immer.
Im System muss übrigens nicht heißen im Auto, da das Fahrzeug fast konstant Verbindung zum Hersteller hat.