Verdächtige name:ru=* bei Ortschaften

Mir ist aufgefallen, dass es in Niederösterreich viele Ortsnamen gibt, die ein name:ru, also einen russischen Namen eingetragen haben.

Ich spreche kein Russisch, aber ich kann die Buchstaben entziffern. Bei einigen bin ich stutzig geworden, weil es sehr nach einer Transkription wirkt.

zB Strasshof an der Nordbahn ist Штрасхоф-ан-дер-Нордбан

Dieses “an der” wurde hier abgeschrieben, das erscheint mir nicht sehr russisch. Auch dass Nordbahn nicht übersetzt wurde erscheint mir ungewöhnlich.

Oder zB Hohenau an der March ist Хоэнау-ан-дер-Марх
Laut Wikipedia hat die March einen russischen Namen wie das Buchgeschäft, Морава. Da stimmt also sicher irgendwas nicht.

Aufgrund zahlreicher Edit Wars rund um den Ukrainekrieg ist oft nicht mehr leicht erkennbar, wer das hinzugefügt hat.

Weiß jemand um die Historie dazu? Wurde das schon mal besprochen? Hat jemand ausreichend Russischkenntnisse um das auch bei weniger offensichtlichen Fällen beurteilen zu können?

Reine Translationen halte ich für überflüssig wie einen Kropf. Alle Russen, zumindest die die sich einen Ausflug nach Österreich leisten können, die können die lateinische Schrift lesen.

Wird da eine Invasion vorbereitet :slight_smile: Der Staatsvertrag könnte das erlauben, unter recht großzügig auslegbaren Begründungen. (Schutz von Denkmälern z.B. Steht in Choenau so eins? Einen Wikipedia Eintrag für die Ortschaft gibts.)

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Siehe dazu evtl. https://community.openstreetmap.org/t/transliterations-of-names-to-other-scripts-than-latin

Finde ich ein sehr merkwürdiges Argument. Darf man sich die OSM-Daten von Österreich nur innerhalb des Landes anschauen? :wink:

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Niederösterreich war ja mal 10 Jahre lang oder so unter russischer Besatzung, ist das ev. mit Bezeichnungen/Schreibungen abgeglichen, die damals verwendet wurden?

Mein Eindruck ist eher, dass das ziemlich generalstabsmäßig und wohl mindestens halbautomatisch betrieben wird (auch in anderen Staaten fiel mir das schon auf) mit fragwürdigem Hintergrund.

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Ja, es ist auch Konsens in der Community, dass name:xx weder für Übersetzungen noch für Transliterationen zu verwenden ist, sondern nur dann, wenn der betr. Ort von den Sprechern der betr. Sprache tatsächlich so bezeichnet wird, wenn er also einen “eigenständigen” Namen in dieser Sprache hat. So eben wie wir zu Milano Mailand sagen oder zu Warszawa Warschau.

In der Umkehrung des für OSM üblichen “vor-Ort-Prinzips” muss man, um ein name:xx zu überprüfen, zuweilen nicht an den Ort gehen, der benannt ist, sondern an den Ort, wo die Sprache xx gesprochen wird, das macht es natürlich kompliziert und es kommt oft zu endlosen Diskussionen (wie auch kürzlich in What's everyone's problem with name:de?).

Dass name:xx auch benutzt wird, um die Abwesenheit eines anderssprachlichen Namens zu kennzeichnen, z.B. ein name:de=New York für die Stadt in den USA, finde ich persönlich albern, ich würde dort einfach das name:de weglassen, aber es gibt auch einige vernünftige Gründe für diese Doppelung, daher rege ich mich da nicht auf.

Die im Eingangspost genannten offensichtlich automatischen Transliterationen sollten ersatzlos gestrichen werden.

Besonders für fragwürdig halte ich die ganzen Transliterationen für Ortsnamen im heutigen Kaliningrad, wo im name:de genau das steht was rauskommt, wenn man den kyrillischen Name in Google Translate (Russisch → Deutsch) eingibt. Hierbei reden wir von oft kleinen Ortschaften, nicht von Städten.

Ich hatte vor Jahren mal ein paar russische Militärkarten von Ostösterreich (ich “hab” sie vermutlich noch immer, müsste aber wahrscheinlich lange suchen) und da drin waren tatsächlich fast alle Orte einfach transliteriert. Ich glaub nur Wien hatte den russ. Eigennamen.

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Die Weltkarte des Warschauer Paktes verwendet lokale Namen, siehe Karta Mira 1:2,500,000 World map | The Red Atlas

Wenn dem so ist, da könnte noch einiges auf uns zu kommen. Wenn das auch Stadtpläne erreichen soll führt kein Weg um Straßennamen herum, vergleiche hier https://mapshow.s3.eu-west-2.amazonaws.com/Graz1.html

Die Russen richten sich übrigens danach, wie es von den Einheimischen ausgesprochen wird, УЛ. АННЕНШТРАСЕ z.B, Buchstabe für Buchstabe geht da nicht. Dass es sich um eine Straße handelt muss wohl deshalb extra angeführt werden?

Für Leute die die lateinische Schrift nicht lesen können trotzdem blöd so ein Stadtplan, die stehen vor dem Schild “Annenstraße” am Ort und sehen nicht, ob das die im Plan ist.

Nachdem sich hier bislang niemand mit ausreichend Russischkenntnissen gemeldet hat, habe ich ChatGPT gefragt. Ich weiß, das ist kein Beweis und mit Vorsicht zu genießen.

Die Aussage dort ist, dass solche Transliterationen wie zB in Hohenau und Strasshof im Russischen nicht unüblich sind.

Das Problem ist mehr, dass das keine Transliterationen sind (oben hab ich das falsch geschrieben). Es sind mehr lautmalerische Übertragungen. Wie gesagt, ich seh da einiges worth mapping auf uns zu kommen. Nicht von den locals, mehr von denen, die mit der Maus die Welt erobern.

Ein paar Fakten zur Einordnung:

Russische Namen wurden konstant seit 2010 eingetragen. Das ist keine neue Entwicklung.

Die Verteilung hat Schwerpunkte im Burgenland, NÖ und Vorarlberg.

Grafiken von der österreichischen Taginfo Instanz.

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Es werden natürlich auch fleißig name:uk vergeben seit Jahren…

Sowohl in Hohenau als auch Strasshof waren 1945-55 wichtige USIA-Betriebe, wenn ich nicht irre.