Moin,

hier finden sich sehr viele Kommentare von Leuten, die das Update begrüßen. Sie betonen, dass die bisherige Datenstruktur falsch sei und von GIS-Leuten belächelt würde. Was darüber aber total vergessen wird - und das finde ich in keinem Posting gewürdigt - , dass wir keine Behörde oder Industrieunternehmen mit geschulten Angestellten sind, sondern unsere Karten durch Freiwillige erstellen. Und davon haben wir immer noch viel zu wenig. Selbst im hochgelobten Deutschland ist die Grunderfassung, sprich Straßenerfassung nach über zehn Jahren Bestehen des Projektes miserabel und da ist jede andere Karte deutlich besser. Es gibt hier jemand, der sich einmal spaßeshalber als der Mapper aus Mecklenburg-Vorpommern bezeichnet hat, was bezeichnend für diesen Zustand ist.

IMHO scheinen die Befürworter der Multipolygone beim landuse einer deutlichen Fehleinschätzung darüber zu unterliegen, was unsere derzeitigen bzw. potentiellen Mapper zu leisten imstande sind. Seid ihr schon einmal zu Treffen von örtlichen Wander-, Fahrrad-, Bootfahr- Angler- oder Geocacher Vereinigungen etc. gegangen und habt versucht, Mapper einzuwerben? Ihr werdet feststellen, dass nur wenige mit Mühe und Not imstande sind, einfache Wege einzuzeichnen und zu taggen und sich in dem Infowust rund um OSM zurechtzufinden. Spätestens bei den Relationen ist dann Schluss. Da wird die Suche nach Beherrschenden schon zur Nadel im Heuhaufen. Man bedenke, dass diese Leute tagsüber z.B. Brot backen oder verkaufen und sich nicht mit Datenstrukturen beschäftigen.

Bisher konnte man bei einer Mapperwerbung argumentieren, dass nahezu alle Basisfunktionen, die man zur Erfassung der Homearea benötigt, ohne die Relationen, die sie nicht verstehen. erschlagen werden können. Jetzt ist mit dem landuse erstmals auch eine der Basic-Eigenschaften dem Zugriff von Otto Normalmapper entzogen, wenn er von eifrigen Usern ohne Vor-Ort-Kenntnissen umgewandelt wird. Die Aufgabe, aus den vorhandenen einfachen Daten komplexere Strukturen zu generieren, sollte also beim sie beherrschenden Anwender liegen und nicht beim Mapper… Dass dies möglch ist, beweist der alte Renderer, der einfach strukturierte Daten offenbar richtig interpretieren konnte.

Man kann also nicht die Vorteile eines Community-Projektes loben, ohne auch den Nachteilen entsprechende Würdigung zukommen zu lassen. Dem Wunsch nach einer sauberen Datenstruktur steht also die Durchführung im Wege, die mit der alten, “falschen” Datenstruktur offensichtlich funktionierte. Der Ruf nach der sauberen Datenstruktur bedeutet also gleichzeitig ein Herausdrängen bzw. eine schlechtere Rekrutierung von Mappern. Und ob wir uns das leisten können, wage ich mal zu bezweifeln.