Tschüss Google Maps

Test / Bericht auf heise.

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Ein großer Nachteil der OSM Navis ist ja, dass aktuelle Verkehrshinderungen / Staus nicht berücksichtigt werden. In den Kommentaren zu dem heise Artikel wird gefragt, ob man dafür nicht die NRW Verkehrs-Daten nutzen könnte?

(1) ein Glück für Heise, dass wir unsere Daten nicht hinter einer Paywall haben so wie die ;)
(2) das Perverse an der Sache ist ja, dass Google deswegen so gute Verkehrsdaten hat, weil sie die Positionen der Leute sammeln. So weiss Google nicht nur, wo es gerade langsam geht, sondern auch, wie schnell es irgendwo normalerweise an einem Sonntag abend geht. Wir spionieren die Leute nicht aus - aber dafür haben wir eben auch keine Verkehrsdaten. Sowas mit einem “opt-in” zu machen a la “OpenVerkehrsbehinderungMap”, wo man eine extra-App installiert, die anonym Daten an einen Server meldet, das kann man vergessen, da hat man dann eine User-Base von drei Leuten pro Autobahn und Tag, da kommen keine brauchbaren Daten raus.

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Für die Routenplanung am Rechner nutze ich ADAC Maps. Verwendet OSM und hat Verkehrsdaten:

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Heute Berlin Hauptbahnhof Tief… ich wartete auf den RE20 um nach Hause… Eine junge Frau irrte etwas unsicher umher, fragte mich dann, ob ich englisch sprechen würde. Ich mit meinen 80er Jahre - DDR-Schulenglisch habe da keine Chance. Durch Zufall kam ein Bahnmitarbeiter, der eine Seniorin mit Rollator begleitete. Er wies sie dann ein. Er sagte dann zu mir, daß sie mit GoogleMaps irgendwo hin wollte… Er erklärte ihr wohl, das GoogleMaps im Hauptbahnhof Tief in Berlin nicht funktioniert…

Bahnerlebnisse…

Sven

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Es gibt 2 grundsätzlich verschiedene Arten von “Vekehrsdaten” solche die von Behörden und privaten (TomTom, Here) gesammelt und verbreitet werden, früher mit TMC über UKW, heute mit DATEX2 (Lokalisierung mit ALERT-C, OpenLR, und proprietären Lösungen siehe AT), Inhalt typischerweise Sperrungen und andere Verkehrsbehinderungen. Kann man als API von Tomtom und Here abonnieren und es gab mindestens in der Vergangenheit OSM basierende Anwendungen, die das unterstützt haben (Stadia Maps hat gerade so was für ihren auf Valhalla basierenden Navidienst angekündigt, habe ich aber noch nicht im Detail angeschaut).

Dann gibt es sogenannte “floating car data” sprich “Echtzeit”-Positionsdaten von Fahrzeugen, da ist der Platzhirsch klar google, man kann könnte auch diese Daten beziehen und in einem Navi mit OSM verwenden, hat aber meines Wissens bis jetzt niemand gemacht.

Noch ein paar Worte zu was wir dieses Jahr mit GSoC und closures.osm.ch vorhaben. Wir wollen weiter daran arbeiten, die Platform mit eine Routingengine (wird auch Valhalla sein) zu integrieren und neben nutzergenerierten Daten (aka OSM-Waze :-)) auch Daten von Drittquellen zu integrieren. Wir werden zumindest probieren auch via mapmatching OSM way Ids in die API zu integrieren um die Verwendung in Applikationen zu vereinfachen (da gibt es aber eine ganze Menge Gründe wieso lokal Mapmatching zu machen vielleicht sinnvoller ist, speziell da von keinem einheitlichen OSM Datenbestand ausgegangen werden kann).

Parallel dazu gibt es ein kleines Projekt an der OST das ALERT-C Lokalisierungen auf OSM-abbildet, dass wir in irgendeiner Form integrieren werden (der Verkehrsdatendienst des Bundes ist im TMC Alter steckengeblieben).

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Es gibt z.B. noch NUNAV. Straßennetz und Karten basieren auf OSM, Echtzeit-Traffic sammeln sie selbst proprietär ein. Ihr spannendes Versprechen ist, dass Nutzer auf unterschiedlichen Routen geleitet werden, um die Kapazität des Straßennetzes besser auszunutzen.

Bei uns in Polen gibt’s Yanosik, aber mit haufige Werbungen. Eine Vorteil ist, dass die App Verkehr und Unfalle zeigt.

soweit ich weiß verkaufen auch die Mobilfunkanbieter Bewegungsdaten ihrer Kunden, natürlich “anonymisiert” und per opt-out kann man bei einigen widersprechen.

Heut eine Mir-vom-Sehen-Bekanntschaft direkt auf das angesprochen: Welches Navi? Sie schwört auf google-maps, das ist es, was sie empfehlen würde, wenn danach gefragt. Sie setzt die Sonnenbrillen auch nach Einbruch der Dunkelheit nicht ab, weil es für sie keinen Unterschied macht, ob Tag ist oder Nacht. Unterwegs ist sie zu Fuß, also hier wohl off-topic?

@SimonPoole Kommen Wanderwege bei osmclosures vor? (Ich frag, weil bei denen hat OSM einen Super Marktanteil und so weiter.)

“falsche Frage” möglicherweise. Aber, ja, man kann für Sperrungen angeben ob sie alle Transportmittel, oder nur Auto, Rad, Fussverkehr betreffen. Was dann eine Anwendung macht, dass keine Daten zu Wanderwegen hat ist der Natur nach vermutlich etwas unklar.

Es ist ja schon seit einiger Zeit in Arbeit, diese Verkehrsdaten in Navit darzustellen,

siehe Traff http plugin developed by mvglasow by christf · Pull Request #1349 · navit-gps/navit · GitHub

Sowas (also die App für die “OpenVerkehrsbehinderungMap”) funktioniert vielleicht doch, wenn man die Verkehrsdaten ausschließlich an solche Nutzer schickt, die auch selbst Daten beitragen.

Wenn du Echtzeit/HD Informationen erhalten willst, brauchst du mehrere Fahrten je 15 min für jedes relevante Straßensegment. Das wirst du mit Freiwilligen und opt-in nicht hinbekommen. Der Trick von Google, Tomtom und Co ist hier das sie schon marktführend waren und auf im Hintergrund erhobene Bewegungsdaten von Telefonen zugreifen, die nicht nur speziell für eine Maps-Anwendung erhoben werden.

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Ich hab mir die Tage mal gedanken gemacht, wie so etwas funktionieren könnte. Klar wird man vorerst nicht die Qualität von Google oder TomTom bekommen, aber besser als nichts.

Gibts schon nen quelloffenen Ansatz oder beginnen wir bei 0?

Kenne jetzt nur https://envirocar.org/ als OSS-Projekt für eFCD. Die Verwendung ist aber nicht wirklich verlässlich weil die Verbreitung zu gering ist (wie ja Langlaufer bereits geschrieben hat) und das Projekt würde ich als größtenteils tot bezeichnen. Aus meiner Sicht ohnehin zum Scheitern verurteilt, weil man dafür einen ODB2-Stecker braucht.

Klingt spannend. Letztlich steht und fällt so ein Projekt m.E. zukünftig wohl auch mit der Einbindung in Fahrzeugsysteme (Android Auto u.ä)

Das lohnt sich aber nur für Routen, die mit dem Auto unternommen werden sollen. Mit dem Rad schickt er dich immer auf Landstraßen entlang.

Hat Google Maps Verkehrsdaten fürs Radrouting?

Nein, aber es kann Radrouten besser erstellen.
Weil es beide nicht richtig können, bleibe ich lieber bei OSM.
Verkehrsdaten sind ohnehin nur bei Stau relevant, oft hat sich der zäh fließende Verkehr ohnehin aufgelöst, bis man an die Stelle kommt, wo er gemeldet wurde.
Gut, da wären noch die Baustellen, aber OSM kann auch das. Es muss nur die richtige App erstellt werden, die den Straßenbaufirmen, Stätten und Gemeinden, schmackhaft gemacht werden sollte. Dann ist auch dieses Problem gelöst. Ich sehe es ja bei mir in der Stadt: Hätten die eine einfache Handy-App, um Verkehrszeichen an Ort und Stelle zu scannen, dann würde auch nicht so viel Radwege usw. fehlen. Es kommt nicht darauf an, ob ein paar wenige sich mit der Eintragung in OSM auskennen, sondern darauf, ob das Werkzeug es für jeden zulässt.
Ich habe hier im Forum schon oft angefragt, wie man unter anderem ein Knotennetzwerk einträgt. Ich habe extra eine App entwickelt, die Routen kartiert und vorbereitet. Aber der letzte Schritt, der fehlt mir immer noch.
Ich habe auch schon etliche Forumsmitglieder angeschrieben und um Hilfe für den letzten Schritt gebeten, ohne Erfolg!