Ich war bisher der offenbar irrigen Ansicht, dass tracktype=* zur Verwendung mit highway=track gedacht ist. Anlässlich eines Routingfehlers habe ich festgestellt, dass es in AT in Kombination mit vielen anderen highway-Typen verwendet wird, tertiary und primary inklusive.
(Nur) das englische Wiki schreibt dazu " This tag usually applies to highway=track but is sometimes used for non-tracks too, especially in less-developed places where many main roads are unpaved. This use is an extension not present in the original proposal."
In DE gab es 2023 diese Diskussion, in der die Verwendung für highway=service als Mappingfehler gesehen wurde.
Persönlich meine ich, dass zumindest alles oberhalb highway=service (eigentlich<>track) ggf. mit surface und smoothness beschrieben werden sollte.
Anlass: OSRM routet mit dem Standardprofil Autos auch über tracks und wählte einen kürzeren track ggü. einem längeren residential, weil auf diesem fälschlich tracktype=grade2 gesetzt war.
Ich habe auch im Laufe der Jahre viele dieser Fälle gesehen.
Fast immer war der Grund, dass ein Weg zuvor fälschlicherweise als highway=track getaggt wurde und er später auf andere Wegarten (service/residential/unclassified/path/footway) korrigiert wurde. Dabei hat der Mapper einfach übersehen das “tracktype” zu entfernen.
Ich lösche dass dann fast immer und setze im Fall von KFZ-Straßen surface=compacted/fine_gravel/gravel
Das mit dem Router finde ich ein Problem des Routers. Es sollte zumindest in Österreich immer die Straßenart (service/residential - track) vor einem vorhandenen “tracktype” ausgewertet werden. Den rechtlich sind fast alle Tracks Straßen die nur für Privat-KFZ (bei Fahrrädern dagegen kann man streiten was default ist ;-) zugelassen sind (auch wenn das meist nicht exmplizit per access-Tags gemappt ist), im Gegensatz zu service/residential/unclassified.
primary und secondary habe ich mal aufgeräumt. Der Rest würde aber für MapRoulette reichen.
Fallweise sind auch die Straßen unpassend klassifiziert, da ist dann eine asphaltierte Kellergasse residential mit tracktype. Besser wäre wohl service z.B. als Zufahrt.
Ich habe sicher auch schon tracks zu anderen values (oft zu path) reklassifiziert. Wenn ich mich noch an den jeweiligen konkreten Wegabschnitt erinnere, trage ich die Oberfläche und smoothness ein und lösche tracktype. Meistens ist das jedoch nicht der Fall.
In diesem Fall belasse ich tracktype. Da fände ich das Löschen von tracktype einen Informationsverlust, weil der tracktype zumindest eine gewisse Qualitätsindikation darstellt.
In meinen Augen ein klarer Fehler im Mapping. Hast es eh ausgebessert, weil grade2 “fälschlicherweise” dort angebracht? Welcher Typ war übrigens am track notiert, war die Fahrerlaubnis korrekt erfasst, usw? (OSM ist nur was für Leute mit langem Atem.)
War zwar grundsätzlich (auch) ein Fehler im OSRM-Profil (hätte weder über track routen noch tracktype ansehen dürfen), aber wir müssen das nicht auch noch unterstützen.
OSRM macht es nach Entfernung von grade2 übrigens richtig, weil dadurch die geschätzte Fahrgeschwindigkeit höher wurde. Kann man recht nett auf der OSRM Debug Map sehen.
und offensichtlich einige bedeutende Datenauswerter auch.
Mag sein, dass ein tracktype=grade1 in AT bei einem highway=residential die Norm ist und also weg kann, und ein tracktype=grade2 dort selten ist, aber deswegen ignorieren?
Es heisst nicht grundlos tracktype und nicht highwaytype. Wenn man den Zustand taggen will, kann man es auch gleich explizit machen, zumal bei tracktype ja noch mehr Interpretationsspielraum besteht.
Edit: Aus der Wiki-Seite zu tracktype ist in keiner Weise ableitbar, was das für andere highways bedeutet.
Edit 2: Es ist beachtenswert, dass auf der englischen Seite die Verwendung von tracktype für andere highways gerade mal am Rande erwähnt wird, während das für Deutschland völlig überschießend dokumentiert wurde. Auf asphaltierten Straßen ist tracktypesinnfrei.
Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Ich hatte einmal im Rahmen einer anderen Diskussion diverse Overpass-Abfragen von ungewöhnlichen Kombinationen von highway vs. tracktype oder unplausiblen Kombinationen von surface bzw. smoothness vs. tracktype für Deutschland durchgeführt und überprüft.
Ergebnis der Stichproben - in den allermeisten Fällen handelt es sich um:
Straßen, die zuvor mehr oder weniger unbefestigt waren und zwischenzeitlich ausgebaut wurden, sehr oft in Neubaugebieten (sowohl residential als auch indurtrial). Beim Aktualisieren der Oberfläche wurde das Entfernen des tracktype wohl schlicht vergessen
Feld- und Waldwege, deren erste 3-10 m vom Anschluss an eine Straße noch asphaltiert/betoniert sind, die nachträglich in OSM aufgetrennt wurden, um die abweichende Oberfläche zu erfassen, aber auch hier der tracktype nicht angepasst wurde
Sicher gibt es einige nicht befestigte Wege z.B. am Ortsrand und bei neuen Siedlungsgebieten. Meine Stichproben bei grade1 waren aber überwiegend asphaltiert und in angemessenem Zustand.