Ich denke, das ist regional durchwegs sehr unterschiedlich, aber eines muss man dem Google eben auch lassen: er findet die meisten adressen einfach. Und das ist ja auch, was ein 08/15-User von einem Kartendienst erwartet. Damit möchte ich nicht sagen, dass Google allmächtig und das Optimum ist - hat genauso viele Schwächen und mangelnde Präzision. Jedoch, für den Anwender, der mit dem Auto von A nach B kommt, eben optimal. Wandern kann man vergessen, Radrouten auf Radwegen so la la.

Glaube ich sofort, wenngleich das wohl eher “Spezialanwendungen” sind.

Gut, in dieser Diskussion kenne ich mich nicht so aus, da ich nicht weiß, was im Hintergrund zwischen den amtlichen Stellen und OSM läuft. Jedoch, wenn ich mir anschaue, wie falsch und nicht aktuell die amtliche Karte in meiner Region ist (basemap, geoland, welche sich ja unmittelbar aus den amtlichen Geodaten speisen) und wie viele Meldungen ich bereits an das Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 17 Landes- und Regionalentwicklung, Referat Statistik und Geoinformation getätigt habe, so frage ich mich schon langsam, ob nicht eher OSM/die Mapper die amtliche Karten füttern.:confused: Von den Geoinformationen betreffend der Landschaft (Äcker, Wälder, Wiesen usw.) rede ich gleich gar nicht. Da sind sind die offiziellen Geodaten noch schlechter. Wälder stehen, wo schon längst eine Siedlung ist, ein Acker ist eine Wiese (und vice versa), Straßen gehen durch Äcker (die es schon längst nicht mehr gibt). Die Liste könnte ich ewig fortsetzen.

In amtlichen Karten fehlen Gebäude, die seit 25 (!) Jahren stehen, samt der damit verbundenen Hausnummer an der korrekten Stelle. Das ist kein Einzelfall leider, alleine in der Bezirkshauptstadt Feldbach habe ich kürzlich - eher aus Lust und Laune - dies an das obig genannte Amt gemeldet. Umgekehrt sind abgerissene Gebäude, die schon seit Jahren nicht mehr stehen, immer noch zu finden (samt falscher Hausnummer, welche z.B. die Gemeinde gar nicht gelöscht hat). Und diese Fehler übernehmen gleich sehr viele andere Kartendienste, weil sie offenbar für die Daten der Ämter zahlen. Die spielen den Datensatz rüber, natürlich samt enthaltener Fehler, die sie gar nicht selbst kennen. Das beste zum Schluss: es dauert Wochen bis gar Monate, bis diese Fehler in der amtlichen Karte behoben wird.

Auch wenn “Profi-Geografen” von OSM nicht viel halten mögen (kenne dazu keine Meinungen), so frage ich mich nur als Aussenstehender: warum ist dann deren “Produkt” (in meinem Regionalfall basemap/geoland) um nichts besser (im Sinne von aktueller, präziser)? Hat dann ein vermeintlicher Profi gezeichnet, dessen Amateurkarte ihn übertrumpft? Denn, auch was die Präzision/Detailgrad von OSM zu den amtlichen Karten betrifft, ist es immer eine Frage des jeweiligen Mappers in OSM
ich meine, ich habe mit einem Offizier aus dem Bundesheer gesprochen, der kennt die Militärkarten in unserer Region. Diese sind bekanntlich an Präzision sehr hoch einzustufen: viele Wege sind gezeichnet, die es in einer “normalen” Karte nicht gibt (Feldwege, Pfade usw.), noraligische Punkte aller möglichen Art vorhanden. Und der war mehr als verblüfft, was OSM in der Südoststeiermark kann. Da sind nämlich hunderte Wege gezeichnet, die seine Karten (amtliche Militärkarte) nicht kennt.

Praktisch alle von mir eingearbeiteten Adressen liegen auf einem Gebäudeumriss. Ein Node wäre ja ein einzelner Punkt, den man im iD-Editor als solchen auch setzt. Ich habe jedoch alle Adressen als Fläche/Gebäude gesetzt: Gebäudeumriss gezeichnet > Gebäudetyp ausgewählt > im iD-Editor erscheinen die Eingabefelder Adresse, PLZ, Ort > dort die betreffende Adresse eingearbeitet. Wie jetzt der iD-Editor das speichert, entsinnt sich meiner Kenntnis. Aber, schaue ich mir auf OSM an, so ist beim Aufrufen eines Gebäudes mit der Adresse stets das ganze Gebäude high-gelighted nur nicht nur ein Punkt in der Mitte z.B.
Bis auf ganz wenige Adressen, (z.B. hausnummer 30 und 30a, wo sich nur die Eingänge unterscheiden) sind als Node ausgeführt. Ich wäre schon froh, wenn die anderen 30-60. Tausend Adressen in meiner Region, wo die Adresse am Gebäude liegt (und als place getaggt ist), hier ein Bsp. dazu.

Und zu Google, ich habe selbst erfahren (nachweislich und belegbar), Betriebe die keine Adwords Werbung schalten, müssen teils Monate auf ihre Adress- Aktualisierung warten. Ohne Geld gibt es in der Privatwirtschaft eben keine Musik. Google bringt Betriebe dazu, dass diese Ihre Adressen zeitnah in die Google Welt einbringen. Während die Welt der Geografie noch auf den Daten brütet, verdient ein US Konzern bereits mit der an der alten Welt vorbeigeschleusten Adresse Geld. Die so erzielte aktuell unvergleichliche Google Aktualität, fokussiert so den gesamten Nutzerstrom der Suchenden auf sich. Die Antwort muss lauten, neue Adressen müssen unmittelbar in die Öffentlichkeit. Unmittelbar der lokalen Wirtschaft, unserer Wirtschaft zur Verfügung stehen.

Ein großes Problem ist aus meiner Sciht, dass es so viele (historisch) gewachsene Systeme gibt. Diese alle zu warten und auf “gleich” zu bringen, ist eine Schweinshockn und Fehler sind praktisch vorprogrammiert. Hier müsste es ein zentrales System geben, und von diesem werden alle anderen Systeme gespeist. Ob das nun OSM sein soll oder nicht, möchte ich damit nciht sagen. Zugleich zerstört man damit das Geschäftsmodell einer ganzen Branche, wenn diese Datenbank frei zugänglich sein soll oder wird. Denn, all die kommerziellen GIS leben ja vom Verkauf der Daten, ergo ist natürlich OSM ein Dorn im Auge, denn es ist ja “open” also in weiterer Folge gratis. OSM hatte und hat in der Vergangenheit (ich gehe hier 10-15 Jahre zurück) das problem, durchwegs unbrauchbar zu sein, da bis auf die großen Straßen nicht viel vorhanden war. Das hat sich klarerweise durch die Arbeit Tausender Mapper rund um den Globus geändert.

Ein wesentliches Problem von OSM sehe ich hier - als studierter Betriebswirt - klar im “Verkauf/dem Marketing”. Nämlich dahingehend, dass man den 08/15-User dazu bringt, OSM zu nützen (anstatt von google maps z.B.). Das gelingt mMn aber nur, wenn man diesem etwas bietet, was ihm gegenüber dem Mitbewerbern einen Mehrnutzen stiftet (besseres Routing, höhere Präszision oder leichtere Bedienung usw.). Für mich ist OSM zu “Freaklastig”. Kurzum: da gibt es im Hintergrund eine Reihe von IT-Leuten, durchaus und gewiss Topleute ihres Faches sind. Nur, sie schaffen es irgendwie nicht, aus der gewaltigen Datenfüllen und Komplexität von OSM ein für jedermann-/frau brauchbares Produkt auf den Boden zu bringen. (das ist ja eh schon mehrfach diskutiert worden, siehe die Seite openstreetmap.org). Der Benefit/Mehrnutzen, den OSM gegenüber anderen Mitbewerberprodukten besitzt, wird nicht klar kommuniziert und ist auch nicht ersichtlich dzt.
Im Gegenteil: die langläufige Meinung/Message von OSM ist aus meiner externen Sicht: Da habt ihr die Datenbank, zimmert euch eure Karte selbst zusammen. Und wir wissen wohl alle, das schaffen 99,99% der User einfach nicht und denken gar nicht daran. Bedenke auch, als normaler User interessiert mich das auch gar nicht, weil ich möchte von A nach B kommen und suche im I-net einfach nach einem Kartendienst, welche mir auf den ersten Blicke alle indifferent erscheinen. Ergo reiht sich OSM vom Empfinden beim Empfänger als 08/15-karte ein, die nicht besser ist, als irgendeine andere. Weil, dem User auch nicht kommuniziert wird, was OSM besser (mehr Nutzen stiftet) als ein kommerzielles Produkt.