Mir geht es in spontaner Suche nach Adressen ganz ähnlich wie Dir, ich klicke spontan ebenfalls auf Dr.Google.
Es gibt aber Anwendungen bei denen verlasse ich mich ausschließlich auf OSM.
OSM ist ein Gerüst in welchem ich neu errichtete Gebäude und deren Adressen zeitnah eintragen und auch wieder finden kann.
Aktueller als aktuell also.
Aber diesen Anspruch kann ich selbst nur in einem sehr eingegrenzten geografischen Bereich aufrechterhalten.
OSM gewinnt aus meinen aus Wanderungen durch den Ort und Tracken von Baustellen gewonnenen Informationen, keine Frage, aber im globalen Maßstab betrachtet ist die von mir und von Dir lokal gepflegte Adress- und Gebäude Aktualität bedeutungslos.
Aktualität ist ein kostbares Gut. Die Erzeugung von Adressen wird mit Steuergeld finanziert, neu vergebene Adressen werden von den Gemeinden auch unmittelbar weitergegeben. Ich finde das Plugin Austria Adresshelper eine großartige Idee, aber bereits hier klafft eine wesentliche zeitliche Lücke, zwischen dem Zeitpunkt des entstehens der Adresse in der Gemeinde oder Stadt, und dem veröffentlichen derselben siehe aktuelle OpenData Stichtagsdaten.
Es ist für mich nicht nachvollziehbar warum Gemeinden nicht darauf bestehen, dass ihre Adressen zeitnah als Open Data veröffentlicht werden.
Der Grund ist meiner Meinung nach, OSM wird von den Geografen als reines Spaßprojekt betrachtet. Es scheint dass es in der Profi Welt eine panische Angst, vor einer wirklich mächtigen OpenSource Karte gibt.
Meiner Meinung nach ist diese Angst komplett unbegründet. Eine Zunft, die ihr Glück im zurückhalten amtlicher, bereits öffentlich finanzierter Geoinformationen sucht, ein seltsamer peinlicher Gedanke.
Und ich bin mir sicher, Geografen haben solches nicht notwendig, denn diese erzeugen mit ihrer Arbeit einen Mehrwert der sich nicht verstecken muss.
OSM ist nicht WUDU, sondern geht alle etwas an, auch Profi Geografen.
Tipp zu der von Dir genannten, und bekannten OSM Nominatim Adress- Problematik (manche sagen auch zwecks Ablenkung dazu “kaputt”).
Der Schlüssel besteht darin, Du darfst den TAG place= keinesfalls als Node mappen, sondern du musst diesen als Polygon (Umriss) ausführen. Machst Du das, dann funktioniert plötzlich die Nominatim Adress-Suche (sofern du die Adresse korrekt eingibst) ganz Easy.
Und zu Google, ich habe selbst erfahren (nachweislich und belegbar), Betriebe die keine Adwords Werbung schalten, müssen teils Monate auf ihre Adress- Aktualisierung warten. Ohne Geld gibt es in der Privatwirtschaft eben keine Musik. Google bringt Betriebe dazu, dass diese Ihre Adressen zeitnah in die Google Welt einbringen. Während die Welt der Geografie noch auf den Daten brütet, verdient ein US Konzern bereits mit der an der alten Welt vorbeigeschleusten Adresse Geld. Die so erzielte aktuell unvergleichliche Google Aktualität, fokussiert so den gesamten Nutzerstrom der Suchenden auf sich. Die Antwort muss lauten, neue Adressen müssen unmittelbar in die Öffentlichkeit. Unmittelbar der lokalen Wirtschaft, unserer Wirtschaft zur Verfügung stehen.
OSM zeigt wie eine Lösung möglich wäre. Anstatt einer Betriebsadresse zu veröffentlichen, könnte man in der Bewerbung auf den OSM Node verlinken.
Ein lokaler Betrieb ist von der Hausnummer 11 auf die Hausnummer 17 übersiedelt. Das spiegelt sich anschließend auch in der OSM Historie wieder
https://www.openstreetmap.org/node/1730327324
Wer auf den OSM Node verlinkt, erhält immer die korrekte Adresse.
Auch das Adressregister könnte Betrieben einen Datenlink zur Verfügung stellen. Ändert sich bei einem Gewerbetreibenden aufgrund einer Übersiedlung seine Adresse, so ändert sich diese über den Adresslink bei all seinen Kunden und Lieferanten automatisch.
Im exemplarischen Fall hat Google, Herold in Aktualität geschlagen.
https://www.herold.at/gelbe-seiten/6380/was_fressnapf/ Paß-Thurn-Straße 11
https://www.google.at/search?q=fressnapf+St.+Johann Paß-Thurn-Straße 17
Edit: Text/Typo