Man kann eine Menge Albernheiten als Argumente aufführen – unter anderem, dass die Große Flurstraße strenggenommen nur „name=Große Flur“ führen darf, weil „Straße“ ja schon im highway=* steckt. Auch dem Grafen dürfte klar sein, dass das eine zu strenge Auslegung der Namensregel wäre.
Für mein Gefühl ist der zweite Teil der Schuchardt-Apotheke ebenfalls Namensbestandteil und sollte daher mit ins name=*. Aber es bleibt letztlich dem Ermessen des Mappers überlassen, wo die Grenze zwischen reiner Kategorie (unerwünscht) und Kategorie als Namensbestandteil (zumindest sinnvoll) zu ziehen ist. Spätestens wenn es in der Straße „Am Markt“ eine „Apotheke am Markt“, eine „Buchhandlung am Markt“, eine „Arztpraxis am Markt“ und eine Bushaltestelle „Am Markt“ gibt, bei denen das auch jeweils so am Eingang dransteht, ist es kaum noch sinnvoll, an alle diese Objekte nur „name=Am Markt“ zu taggen, selbst wenn das Haupttag jeweils klarstellt, „was am Markt“ das jeweils ist.
Man kann das danach entscheiden, wie der Name im Gespräch verwendet wird, etwa im Satz „Ich geh mal eben zu/zum/zur …“.
In wirklichen Komposita wie „Volksbank“ ist IMHO der Charakter als Namensbestandteil eindeutig – hier das „bank“ aufgrund der Keine-Kategorie-Regel zu entfernen wäre wirkliche Sprachvergewaltigung. Ans Amtsgericht schreibe ich auch nicht nur „Amts“ dran, weil das Gericht ja schon im amenity=courthouse steckt. Wenn die Regel so streng angewendet wird, entsteht hier kein Kartenwerk, sondern eine Lachnummer.
Bei der Interpretation des Wikiartikels muss man sich klarmachen, was seine Absicht ist – meiner Ansicht nach soll damit vor allem sowas wie „name=Einkaufszentrum mit Parkhaus und Getränkemarkt“ verhindert werden, also das erzwungene Rendern reiner Beschreibungen oder gar werbender Aussagen.
–ks