Routing für Fussgänger duch Friedhöfe (OsmAnd)

Hier
https://github.com/osmandapp/Osmand/issues/6068
beschwert sich jemand darüber.
Mein Gedanle wäre, die Wege durch einen Friedhof zu beschränken z.B. mit access = private oder customer. Letzteres hört sich zwar seltsam an, aber wäre das nicht passend und auch das geeignete Mittel für eine Durchgangssteuerung ?
Was meint die Fachwelt ?
Peter

Für „kein Durchgangsverkehr“ gibt es auch noch access=destination (oft falsch verwendet, da auch auf Fußgänger zutreffend, aber hier richtig).

Ein ganz ähnliches Thema hatten wir vor ein paar Wochen mit Fußwegen durch Zoos oder Freizeitparks. Da wurde die beste Lösung im Mapping der Eingangsbarrieren gesehen, und auch Friedhöfe verfügen in der Regel über Tore (der Name kommt ja daher, dass der Hof eingefriedet, also abgesperrt ist). Wenn du da barrier=gate + access=destination drantaggst, sollte mit funktionierenden Routern drumherumgeroutet werden.

–ks

Ich habe mir mal gerade ein paar Schilder angeschaut. Da steht nichts von “Kein Durchgangsverkehr”. Durchqueren scheint erlaubt zu sein. Hier mal ein Beispiel http://www.stmartin-seelze.de/St–Martinskirche/Friedhof/Friedhofsordnung
Ich vermute, dass der Wunsch aussenrum zu gehen, eher subjektive Gründe hat, die dann auch noch mit der Länge des Umwegs zusammen hängen.

Nun ja, wo es Zugangsbeschränkungen zum Geländ gibt, da sollte sie auch eingetragen werden, aber der Verfasser des anführten Feature Requests wünscht sich ja eine Routing-Option zur Vermeidung von Routen über landuse=cemetary (bzw. amenity=graveyard). Ich sehe da keinen handlungsbedarf auf der Mapper-Seite.

Sehr gute Idee, habe ich so weitergegeben. Danke.

Grade die großen städtischen Friedhöfe (in DE) sind oft so angelegt, dass Durchgangsverkehr, teilweise auch mit Fahrrad, vorgesehen ist. Ein generelles distination/customers/etc-Tagging würd ich nicht sehen. Der Wunsch des Requsters nach einer Routingoption ist da angemessen. Ob es ich lohnt, muss OsmAnd entscheiden. No-Go-Zones sind da vermutlich praktikabler um verschiedene Fälle abzudecken.

Anekdote: Aus den USA kenne ich Friedhöfe, wo es normal ist, mit dem Auto bis zum Grab zu fahren. Als ich dort meinen Führerschein gemacht habe, hab ich gar auf einem Friedhof Fahren gelernt (breite Wege, enge Kurven, übersichtlich, wenig Verkehr).

… und im schlimmsten Fall ein kurzer Weg.

–ks, scnr

Was sich ein Benutzer wünscht und was in einer Situation sinnvoll ist und unter Benutzung der vorhandenen Mittel geeignet,
ist oft nicht immer dasselbe.

access=destination am Weg ist die exakt passende Logik für unerwünschten Durgangsverkehr. (s.o.)

:laughing: :laughing: :laughing:

Das ist die Logik aus Sicht der Allgemeinheit, Friedhofsverwaltung, Gemeinde etc. Wenn ein einzelner Nutzer den sonst durchgänglichen Friedhof vermeiden möchte, braucht es eine Routingregel à la “Autobahnen vermeiden” oder “Mautstraßen vermeiden”.

Streng genommen nicht für unerwünschten, sondern für unerlaubten. Wie andere schon schroben, gibt es ausdrückliche Durchgangswege über Friedhöfe, daher braucht’s lokale Erkundung. Und deshalb wäre auch ein generelles Nichtrouten über Friedhofsflächen nicht unbedingt sinnvoll, weil es halt nicht in jedem Fall unerlaubt oder auch nur unerwünscht ist.

–ks

Na ja, halte das für nicht optimal:

  • destination-Restrictions sollten auf auf Wegen liegen, nicht auf Nodes.
  • wenn, dann foot=destination, access=destination gibt auch Autos frei.
  • Wenn die Tore immer auf sind und Durchgang nicht per Schild verboten wird, dann ist der Durchgang natürlich auch in OSM nicht zu sperren.
  • falls die Wege unbefestigt sind, kann man surface=compacted oder so taggen, um den Weg für Router etwas weniger attraktiv zu machen.

Wenn das access=destination von der Straße abzweigt, dann ja. Wenn nur ein hw=footway/path da überhaupt von außen hinführt (und so würde ich es mappen), kommen Autos gar nicht an die fragliche Stelle und müssen nicht berücksichtigt werden.

–ks

Was vom Threaderöffner angeregt wird ist Mapping für die Router.

Was ich davon halte, siehe unten. :confused:

Friedhöfe sind in Deutschland für gewöhnlich umzäunt und abends verschlossen. In aller Regel ist Fußgängerverkehr (foot= yes)während der Öffnungszeiten erlaubt, Fahrradfahren (bycycle=no) aber nicht. Zum Thema, dass ein Friedhof ein Ort der Ruhe ist, will ich mich hier lieber nicht auslassen. Dazu habe ich( mit Fahrradfahrern und Leuten die den Friedhof als Joggingstrecke, Kinderspielplatz bzw. Hundeauslauf benutzen) zu viel erlebt. Fahrzeuge dürfen meist nur zu Dienstfahrten bzw. mit ausdrücklicher Genehmigung auf den Friedhof. (motorcars=permissive)

Das heißt, wenn jemand nicht über den Friedhof geroutet werden will, muss er drum herum gehen. Die Software findet mit Sicherheit einen anderen Weg. Dafür ist sie ja da.

Hier würde ich vehicles=private setzen, d.h. expliziete Erlaubnis für den Einzelfall.
Denn “permissive” heißt für mich ‘bis auf Widerruf, ohne ausdückliche Erlaubniss im Einzelfall’.

Das war doch nur ein Beispiel.

Das reale Tagging ist doch von den Verhältnissen vor Ort abhaengig

offensichtlich geht jeder von den Friedhöfen aus, die er selber kennt. In der Regel lasse ich umzäunt bzw. ummauert ja noch gelten. Abends geschlossen dann schon nicht mehr. Ich kenne in meiner alten wie auch in meiner neuen Heimat sowohl Friedhöfe, die geschlossen werden, als auch solche, die permanent offen sind, über die tatsächlich Fußwege führen, die uneingeschränkt zu jeder Zeit als Durchgang benutzt werden dürfen und genutzt werden. Letzteres sind sicher meistens parkähnliche, historische innerstädtische Friedhöfe, die nicht mehr aktiv für Bestattungen genutzt werden, aber immer noch Friedhöfe sind.

Einigen wir uns doch einfach darauf:
Wenn die Wegenutzung eingeschränkt ist, dann steht da auch ein Schild, egal ob Verkehrszeichen oder Friedhofsordnung. Dann kann dies entsprechend der Beschilderung so gemappt werden und ein Router wird das berücksichtigen.
Steht kein Schild, ist die Nutzung nicht eingeschränkt. Und wenn ein Router drüber routet, weil’s zu Fuß 5min kürzer ist, dann soll er es tun.
Wenn es der Beschwerdeführer nicht will, muss er halt selber denken und drumherum laufen. Sollte eine tatsächlich vorhandene Beschränkung nicht gemappt sein, kann er es ja gern mappen oder als Fehler für diesen konkreten Friedhof melden. Grundsätzlich das Routing dahingehend einzuschränken wäre jedoch falsch.

Der Mammi

nur dass es dafür eines Schildes bedarf, normalerweise ist „Durchgangsverkehr“ (Fußgänger und meist auch Radfahrer) auf Friedhöfen üblich, sofern es Sinn macht. Nur im Ausnahmefall würde ich dort destination für passend halten.

Witzigerweise geht es dem Fragesteller auf Github überhaupt nicht um ein OSM-Tagging dieser Wege, sondern um eine Option in OsmAnd, Durchquerungen von Friedhöfen zu vermeiden. Ohne amtliches Verbot, nur auf eigenen Wunsch, und nicht in der Datenbank, nur in OsmAnd.

Ein destination-Tagging wurde dort auch empfohlen und kritisiert :slight_smile:

–ks