Ergänzend zu den schon genannten Leitlinien könnte man den kleinsten gemeinsamen Nenner vielleicht so zusammenfassen - in Bezug auf Rad- und Gehwege:
- alles was sich als Fahrspur auf der Fahrbahn befindet – also insbesondere Radfahrstreifen – sollte Teil der highway-Linie sein, die gewissermaßen die Fahrbahn mit all ihren Spuren repräsentiert.
- alles, was sich in einem anderen Verkehrsbereich befindet, also beispielsweise “jenseits” des Bordsteins, kann separat gemappt werden – wo sich dann die Geister zu scheiden beginnen.
Wenn man die Daten für Datenanalysen (Stichwort Verkehrswende/Infrastrukturqualität) oder erweitertes Routing (Stichwort Barrierefreiheit) fit machen oder selber verwenden möchte, kommt man meiner Meinung und Erfahrung nach nicht um separates Mapping drum rum. In Berlin haben wir – ergänzend zu den allgemeinen Mapping-Leitlinien – recht weitgehende Anleitungen zum Mappen separater Gehwege und Radwege entwickelt, die für dich vielleicht interessant sein könnten.
Da du auch die Parkstreifen erwähnt hast: Das lässt sich nicht so gut mit den Geh- und Radwegen vergleichen, aber Leitlinien könnten sein:
- alles, was sich auf längeren Streckenabschnitten gleichförmig auf oder neben der Fahrbahn befindet, lässt sich am besten mit dem parking:lane-Schema an der Straßenlinie erfassen,
- alles, was geometrisch komplex oder ungewöhnlich ist, sowie untergliederte Parkbuchten, kann man statt dessen als separate Geometrien erfassen (
amenity=parking+parking=street_sideoder seltenerparking=lane), wenn man es gern so genau hätte.
Beide Mappingbereiche können sehr komplex sein, daher lohnt es sich zum “(Wieder)Einstieg” vielleicht, mit kleinen Zielen oder einzelnen Schwerpunkten zu starten, um sich nicht erschlagen zu lassen. Sowas wie:
- systematisch die Breite und Oberfläche von Radwegen ergänzen (unabhängig davon, ob sie separat gemappt sind oder nicht - vielleicht bei Gelegenheit mal einen “begonnenen” separaten Radweg fortsetzen),
- alle Parkstreifen in einem Stadtteil mit StreetComplete mappen, oder
- die Wohngegend mal systematisch auf Vollständigkeit z.B. von Fahrradständern prüfen.
Zur Veranschaulichung, wofür das alles nützlich sein kann – und damit als weitere Motivation zum Mappen – gab es übrigens einen weiteren Vortrag von Tobias auf der Bits und Bäume-Konferenz: “Mit OpenStreetMap die Verkehrswende begleiten – Tagging, Tools und Analysen”. Ich finde ihn sehr empfehlenswert – bin aber nicht ganz unparteiisch, denn ich bin einer der Vortragenden des anderen von dir genannten Vortrags und freue mich sehr, dass er dich motiviert hat, dich wieder mehr mit OSM zu beschäftigen 