Ich glaube nicht, dass das in die Datenbank gehört, und zwar aus folgenden Gründen:
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Um die Winterdiensteinstufung einer Straße in die Routenberechnung sinnvoll einbinden zu können, muss der Router auch das aktuelle Wetter, zurückliegend für die letzten paar Stunden, kennen. Ob er beispielsweise eine Cat-2-Straße schon als frei betrachten kann oder noch meiden sollte, kann er ja nur beurteilen, wenn er weiß, dass es in den letzten Stunden geschneit, jetzt aber aufgehört hat. Gut, das ist technisch lösbar.
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Die Daten müssen gepflegt werden. Ich habe geschäftlich Kontakt zur Wiesbadener Stadtreinigung, und da wird der Winterdienst gerade gewaltig umstrukturiert und viele Straßen umgestuft. Woanders wird sich das auch ab und zu ändern. Wer pflegt das zuverlässig ein?
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Es gibt noch mehr Kategorien sowie Kombinationen davon (in Städten z.B. beim Winterdienst auf Gehwegen).
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Auch Cat-1-Straßen können nicht permanent freigehalten werden, so viele Fahrzeuge hat kein Räumdienst. Bei starkem Schneefall können auch diese Straßen stark zuschneien, bis der Winterdienst eine Stunde später wieder durchkommt. Woher soll der Router das wissen?
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Verkehrs-ethische Überlegung mit Kategorischem Imperativ: Bei starkem Schneefall haben öffentliche Verkehrsmittel und Einsatzkräfte Priorität. Daher sollten ihnen die Straßen nach Möglichkeit freigehalten werden. Wenn sich der Individualverkehr, von wetter- und winterdienstkundigen Routern unterstützt, stark auf die priorisierten Strecken konzentriert, verstopfen diese wieder schneller.
Ein kleiner Nutzen fürs Routing ist vorstellbar, aber angesichts der vielen Unbekannten halte ich ihn für marginal. Da werden viele falsche Treffer dabeisein und viele Nutzer in Schneewehen feststecken, weil ihr Router gemeint hat, die Straße sei frei. So was lässt sich IMHO nur mit Echtzeitdaten zuverlässig lösen (TMC).
–ks