OSMF-Vorstandssitzung heute Abend (Datenschutz, Rechenzentrumswechse…)

TL;DR Wer sich nicht für die genauen Inhalte der Sitzung interessiert, dem sei ans Herz gelegt, wenigstens den Abschnitt “Sonstiges” am Ende zu lesen.

Hallo,

hier mal ein inoffizielles Protokoll basierend auf meinen handschriftlichen Notizen, die ich während der Sitzung angefertigt habe. [1] Die gesamten handschriftlichen Notizen gebe ich auf Anfrage gerne heraus.

Teilgenommen haben Frederik, Kate, Mikel und Heather. Später kamen noch Peter, Martijn und Paul hinzu. Gäste waren u.a. Simon Poole, Okilimu und noch ein oder zwei Leute, deren Namen ich mir nicht notiert habe, sowie ich selbst. Kate, Heather, Frederik und Mikel haben die meiste Zeit geredet. Martijn hat meist nur gesagt, dass er nichts Neues mitzuteilen hat. Paul war sehr still. Peter hat sich bei der Diskussion um die Richtlinie zur Nutzung der Marke State of the Map eingebracht.

Heather ist im Vorstand für dieses Thema zuständig und berichtete darüber. Sie meint, die Empfehlungen der LWG seien recht streng. Die LWG arbeite noch an der Sache. Sie betonte, dass die Kommunikation wichtig sei. Es müsse eine FAQ geben, damit die Community wüsste, was passiert. Heather und Mikel haben Bedenken, dass der Zeitplan arg eng sei. Sie meint, dass die EU nicht von Anfang an gegen kleine Organisationen vorgehen werde. Frederik meint, dass es nicht so wichtig sei, bis zum 25. Mai fertig zu sein.

Das größte Problem an der DSGO sei, so Frederik, dass sie jemandem, der etwas gegen die OSMF oder das Projekt habe, die Möglichkeit gebe, gegen die OSMF vorzugehen und uns Ärger zu bereiten. Auch er betont, dass das Thema gut kommuniziert werden müsse.

Heather wünscht sich, dass der Umsetzungsplan bis zur nächsten Vorstandssitzung stehen müsse.

Hierzu lief wohl einige Diskussion im Chat des Vorstands im Vorfeld, über deren Inhalt ich nichts weiß.

Die OWG hat den Vorstand gebeten, sein OK zu einer Ausschreibung zu geben, mit der ein neuer Standort gesucht werden soll. Der Vorstand hat diese Ausschreibung für gut befunden (einstimmig, 5:0:0).

Heather, die sich um die DSGO-Sache kümmert, fragt, ob die Suche auf EU-Staaten beschränkt sei. Kate antwortet, die DSGO sei nicht der Grund, sondern die Reisezeiten.

Der Tagesordnungspunkt wurde von Peter vorgeschlagen, der zum Zeitpunkt der Diskussion (es war der erste Tagesordnungspunkt) noch nicht anwesend war.

Mikel fragt sich, was der Vorstand tun könne. Kate schildert, dass sie mit eingeschaltetem Adblocker auf einer von der Wikimedia Foundation betriebenen Seite einen Hinweis gesehen habe, dass ihr Adblocker etwas blocke.

Heather fragt, ob der Vorstand mit einem Schreiben an Easylist helfen könne. Die anderen sind skeptisch, ob es einen Wert hat.

Der Vorstand diskutiert, wie die Easylist-Sperrrichtlinien zu verstehen sein. Im Kern geht es darum, ob ein Banner, der auf eine Drittanbieterseite (z.B. fossgis-konferenz.de) verlinkt, Inhalt eines Drittanbieters sei und diesen bewerbe oder ob es “self promoting content” (Eigenwerbung) sei. [Auf Github habe man den Betreibern von Easylist erklärt, dass das unsere regionalen Konferenzen unserer Regionalvertretungen seien, aber diese haben sich stur gestellt.]

Frederik ist skeptisch, dass irgendetwas einen Wert hat und man vorerst das Problem ignorieren solle. Wenn ein Werbeblocker zu viel blockt, sei es irgendwann auch den Nutzern zu viel. Er weist außerdem darauf hin, dass selbst manchen Nutzern von openstreetmap.org die Banner in ihrer jetzigen Form zu nervig seien.

Wenn die OSMF etwas macht, dann werden die Banner künftig auf eine Unterseite von openstreetmap.org verlinken, welche wiederum auf die Konferenzwebsite verlinkt.

Am Ende der Sitzung fragt Peter, dessen Thema es eigentlich war, nach dem Ergebnis der Diskussion und er schildert seine Interpretation der Easylist-Regeln.

Liberapay ist eine Non-Profit-Organisation, über die man monatlich feste Beträge an Open-Source-Organisationen spenden kann. Aus Github hat sich Liberapay eine Liste dieser Organisationen gezogen und sammelt schon mal Geld für diese. Momentan kämen pro Monat 20 Euro für OSM zusammen. Für diesen Tagesordnungspunkt ist Frederik zuständig. Er war zu Beginn tendentiell gegen die Akzeptanz von Liberapay.

Die anderen Vorstände teilen seine Bedenken. Es skaliere nicht, wenn mehr Organisationen dieser Art von der OSMF akzeptiert werden. Außerdem bestehen Bedenken, was passiere, wenn Liberapay kommerziell wird. Man wird Liberapay bitten, mit dem Spendensammeln für die OSMF aufzuhören.

Mikel fasst die Diskussion aus der SotM-WG zusammen. Offene Diskussionspunkte sind u.a.:

  • Dürfen nur Organisationen ohne Gewinnerzielungsabsicht (not for profit) SotMs ausrichten? Was ist, wenn eine Einzelperson der Organisator ist?
  • Wie streng sind die Vorschriften, dass eine SotM-X einen Code of Conduct und ein Stipendienprogramm benötigt.

Peter sprach sich deutlich gegen einen Code of Conduct aus. Paul stimmte ihm zu, denn ein solcher sei an sich nicht ausreichend akzeptiert. Frederik meint, die Formulierung des Richtlinienentwurfs sei derzeit in einer Form, die es ermögliche, sich mit einem Mini-CoC durchzumogeln [also einem CoC, der sinngemäß sagt, dass man ausgeschlossen wird, wenn man gegen gesellschaftlich akzeptierte Regeln/die guten Sitten verstößt]. Die anderen bringen als Sachargument nur vor, dass ein CoC üblich sei. Weitere Sachargumente haben sie nicht.

Man wird den Entwurf den bisherigen Organisatoren lokaler SotMs mit Bitte um Kommentare vorlegen. Peter bitte darum, dass man auch an künftige Organisatoren denkt.

Ich persönlich würde es begrüßen, wenn man die Richtlinien einfach auf der Mailingliste OSMF-Talk zur Diskussion stellt. Das wäre transparenter und die Anhörung könnte man damit auch erledigen. Nichtmitglieder können ihre Anmerkungen ja per E-Mail direkt bei der SotM-WG bzw. dem Vorstand einreichen.

Martijn hatte nichts zu berichten.

Hierfür ist Martijn zuständig und hatte nichts zu berichten.

Hier ging es um den Einkauf von Post-its, Stiften, die Hotelbuchungen usw.

Sonstiges
Mitglieder dürfen sich nur am Ende zu Wort melden. Hier habe ich gefragt, wann denn überhaupt Kommentare von zuhörenden Mitgliedern erwünscht seien, da das bislang nicht explizit kommuniziert wurde. Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich nur in der Mitgliedersprechstunde am Ende der Sitzung etwas sagen dürfe. Auf meine Erwiderung, ich hätte manchmal sinnvolle Beiträge, an die sonst keiner der Vorstände denke, bekam ich als Antwort, ich solle sie in den Chat schreiben. Ein Vorstand hat zugegeben, den Chat gar nicht erst zu lesen (bzw. nur am Ende). Letztes oder vorletztes Jahr habe ich in einer Sitzung mitbekommen, dass die Smartphone-Apps von Mumble (manche Vorstände nutzen keinen herkömmlichen Computer) den Chat nicht anzeigen (bzw. nicht Side-by-Side wie man es am Computer gewohnt ist).

Wenn ich etwas weiß, soll ich es in den Chat schreiben, aber gelesen wird er erst am Ende der Sitzung, selbst wenn es bis dahin veraltet ist. Bis dahin ist es dann aber auch egal, wenn ich vorher darauf dezent hingewiesen habe, dass die deutsche OSM-Website den Banner an einer ganz anderen Stelle einsetzt.

Es wundert mich auch allgemein an der Organisationsstruktur der OSMF, dass ein Vorstand wie z.B. Heather mit der LWG kommuniziert und in der Sitzung berichtet, anstatt dass ein Mitglied der LWG selbst berichtet (es wären sogar ein bis zwei anwesend gewesen). Im Gegensatz dazu empfinde ich die Sitzungen des FOSSGIS-Vorstands viel offener. Diese Offenheit ermöglicht es sogar, Leuten in den Vorstand hineinzuwachsen. Nachfolger können so sich viel mehr mit der Vorstandsarbeit vertraut machen. Das könnte auch zu einem besseren Angebot an Kandidaten bei Vorstandswahlen führen.

Ich verlange nicht, dass Mitglieder jederzeit reinreden dürfen. Wenn jemand etwas Sinnvolles beizutragen hat, kann man ihn ja aufrufen. Mitglieder jedoch einfach zu ignorieren zeugt jedoch von einer Perspektive und Einstellung, von der ich bislang dachte, dass ich sie bei Vorstandswahlen nicht auf die Liste meiner Kritierien setzen müsse.

Ich hoffe, dass meine Frage und meine Reaktionen darauf zum Nachdenken anregen.

Viele Grüße

Michael

[1] Von der letzten Sitzung gibt es auch solche Notizen. Die sind aber relativ unspektakulär und sind in einem Ordner im Schrank abgeheftet.