oneway gilt laut Wiki nur für Fahrzeuge und nicht für Fußgänger (DE:Key:oneway - OpenStreetMap Wiki). Damit ist das ein Fehler in VALHALLA und sollte auch dort gefixed werden.
Das Wiki ist kein Regelbuch, sondern soll den aktuellen Konsens der Community dokumentieren. Wie oneway in Kombination mit verschiedenen highway-Werten interpretiert wird, kann man an der oben verlinkten Umfrage sehen. Das Wiki sollte dementsprechend angepasst werden.
mag sein dass es dazu international unterschiedliche Erfahrungen gibt, in meinem Leben kamen bisher Einbahnregelungen für Fußgänger ungefähr 10000 mal weniger vor als solche für Fahrzeuge, auf öffentlichen Straßen überhaupt noch nie, während Einbahnregelungen für Fußgängerzonen alltäglich sind und praktisch überall zum Einsatz kommen wo Begegnungsverkehr durch die geringe Breite nicht oder nur umständlich möglich ist, das gilt dort aber nie für Fußgänger (und höchstens theoretisch für Radfahrer). Nur weil in Ausnahmesituationen auch für Fußgänger selten mal die Richtung vorgegeben wird (ein paar Naturschutzgebiete in den USA, ein Wanderweg in Polen, Besucherwege im Reichstag in Berlin, manche Gehwege unter Covid, etc.) fände ich es extrem unglücklich, den Default zu ändern, zumal Zuwiderhandlungen dort oft nicht geahndet werden, im Gegensatz zu Einbahnstraßen.
In den verlinkten Umfragen sehe ich darüber hinaus keine Mehrheit die oneway=yes für Fußgänger gültig hält.
Das Gegenteil ist der Fall. Auch im Fall von hw=footway ohne Freigabe für Fahrräder haben sich 78% für die Nutzung von oneway:foot=yes ausgesprochen, also gegen oneway=yes. (Und ich hoffe ebenfalls, das sich an dieser Interpretation nichts ändert. Der Anteil von Einbahnregelungen auf Fußwegen für Fußgänger liegt im homöopathischen Bereich.)
Das relevante Umfrageergebnis für dieses Topic, d.h. für Fußgängerzonen, gibt es nicht im von @Jofban verlinkten Thread, sondern nur in der (dort verlinkten) internationalen Umfrage:
wies eine klare, aber nicht überwältigende Mehrheit für “oneway gilt nicht für Fußgänger” auf.
Die offtopic-Diskussion um highway=footway hatte unterschiedliche Ergebnisse:
Ja, wir haben das vor einer Weile schon mal intensiv diskutiert. Gibt sehr unterschiedliche Meinungen dazu international. Ich hatte das versucht mit einem Proposal zu lösen, leider erfolglos.
Bei der “Kontroverse” ging es aber eigentlich in erster Linie um oneway auf einem path oder einem footway. Zu pedestrian ist die Datenlage dagegen meiner Meinung nach eindeutig, auch international. Dass Valhalla es anders interpretiert, und ein zusätzliches oneway:foot=no braucht, ist aus meiner Sicht einfach ein Bug. Ich habe das im Issue Tracker gemeldet, bisher hat sich aber nichts geändert.
Ich meinte tatsächlich die internationale Umfrage. Hier haben sich bei 133 Teilnehmenden 79% dafür ausgesprochen, dass oneway auch für zu Fuß Gehende gilt.
Naja. Wenn 38% der Mapper (internationale Umfrage) das anders sehen ( und so mappen), würde ich nicht von Eindeutigkeit sprechen.
Ich meinte in den OSM-Daten. Die Kombi pedestrian mit oneway gibt es in dutzenden europäischen Innenstädten, wo sich der Tag offensichtlich nicht auf Fußgänger bezieht, sondern auf die Kraftfahrzeuge, die da fahren dürfen (Busse, Taxis..) Ein Router, der pragmatisch möglichst oft richtig liegen will, sollte den Tag daher nicht auf Fußgänger beziehen.
Die Frage, wie existierende Tags zu interpretieren sind, wurde und wird in anderen Threads behandelt. In diesem Thread ist die Frage, ob man zu einem anderen Taggingschema übergehen sollte, auf das sich Router verlassen können anstatt zu raten und garantiert falsch zu liegen.
Letztlich ist dem Router überlassen, wie konservativ die Tags ausgewertet werden, wenn die Bedeutung nicht klar definiert ist. Valhalla geht einfach auf Nummer sicher.
In allen Ländern, die am Wiener Abkommen zum Straßenverkehr teilnehmen, bedeutet das “Einbahn”-Schild, dass es nur Fahrzeuge betrifft. Die meisten Einbahnregelungen für Fußgänger die ich kenne, praktisch fast alle Vorkommen, sind punktuell und werden durch physische Maßnahmen durchgesetzt bzw. unterstützt, d.h. Drehkreuze an diversen Ein- und Ausgängen (z.B. Supermärkte, Freibäder, Sicherheitsbereiche, Eingänge zu Büros mit Zutrittskarten, U-Bahnen, …). Meiner Meinunng nach war es ein bisschen übertrieben, den tag oneway potentiell auch auf Fußgänger zu beziehen, klarer wäre es gewesen, alle Stellen wo das gemacht worden war, als Fehler zu deklarieren und zu ändern. Meistens sind diese oneway-Regelungen auch nicht im gleichen Maß gesetzlich verankert wie die für Fahrzeuge, es sind eher Empfehlungen als strikte Gebote, z.B. wo mit vielen Menschen zu rechnen ist.
Bei einem oneway dürfen Fahrzeuge nicht entgegen der Richtung fahren, bei Fußgängern geht es eher um die Richtung insgesamt, aber wenn man mal ein paar Meter in die andere Richtung geht ist das normalerweise kein Problem und auch nicht “verboten”.
Hier ein Beispiel einer kurzen Route zu einem Wasserfall, man beachte die Gehrichtung der Fußgänger…
Im Wiener Abkommen wird aber nicht die Bedeutung von oneway=yes in OSM geregelt. Das machen wir. Und wenn wir uns nicht einig sind, dann ist die Bedeutung halt unklar. Ich habe auch schon oneway=yes auf footway getaggt und meinte damit nur die Radfahrenden. Jetzt akzeptiere ich einfach, dass eine Mehrheit der Meinung ist, dass oneway bei footway auch für die zu Fuß Gehenden gilt.