Offene Geodaten in Sachsen - Leider inkompatible Lizenzbestimmungen

Eine individuelle Nutzungserlaubnis erlaubt Dir, die Daten zu nutzen (z.B. für eigene Karten oder Veröffentlichungen), wobei es Dir einfach ist, die Quellenhinweise angemessen unterzubringen. Z.B. im Quellenverzeichnis einer Publikation.

Diese individuelle Erlaubnis berechtigt Dich allerdings nicht, diese Daten dem OSM-Bestand hinzuzufügen, weil wir den Quellenvermerk so nicht gewährleisten können und werden. Wir brauchen da Rechtssicherheit für den Fall, dass der “Datenspender” dort Probleme sieht, weil seine Anforderungen von uns nicht erfüllt wurden.

tl;dr: Für Deine Nutzung ist die Erlaubnis ausreichend - für Aufnahme der Daten in den OSM-Bestand nicht.

Gruss
walter

ps: das vollständige Zitieren von Schriftstücken mit Namen und Kontaktdaten wird hier sehr ungerne gesehen und ist mMn rechtlich zumindest bedenklich.

edit: Typo

Wenn man das im ersten Moment liest, denkt man… ‘Ok, Super… Das ist machbar’ . So einfach ist es aber nicht, denn dann kommt: ‘Ja wo soll ich das denn nun nennen, am Objekt, am Changeset… reicht ein Wikieintrag?’

Ich betrachte solche Mail nicht als Freibrief, gleich nach Erhalt drauf los zu liegen und Fakten zu schaffen. Diese Mail zeigt, daß seitens staatlicher Stellen der Wille besteht, daß (gewisse) Daten entsprechend des Open Data - Gedankens auch genutzt werden sollen, eben auch für OSM.

Die Denke in vielen Landesverwaltungen ist aber immernoch “Nur Landesweit, Ich habe eine Karte und lege (in dem Fall) Sachsendaten drüber… Vermerk an geeigneter Stelle … Feddich”. Oft denkt man in Papierkarten im Maßstab 1:10.000, in abgefassten Textberichten und Einzelgebietsweise. So einfach ist es aber mittlerweile und vor allem beim Thema OpenData nicht, da viele der Entscheider nicht ist Geodaten und deren Verarbeitungsprozesse und auch deren Möglichkeiten oder deren gelegentlichen Schwierigkeiten Denken können.

Kurzum… Sachsen hat den Willen gezeigt, und es obliegt den Verhandlungspartnern eine geeignete Lösung zu finden (Hier vertraue ich ganz Joachim Kast). Solange sollten wir die Füße still halten und die Maushand sollte den Weg zum WMS oder WFS-Dienst Sachsens meiden. Daher kam (denke ich) auch noch keine öffentliche Verlautbarung.

Ich hatte die Info von Stefan (aka atpl_pilot) im Vorfeld erhalten, wo auch Joachim Kast (aka DD1GJ) mit in der Mail stand. Ich solchen Fällen gehe ich davon aus, daß erst nach Öffentlichmachung (Forum, Mailingliste, Wochennotitz, Wiki) der Nutzung mit Angabe etwaiger Regularien man die dann benannten Dienste Nutzen darf, vorher ist es Tabu.

Sven

Hallo atpl_pilot,

Dein Changeset wurde Freitag morgens hochgeladen. Ich habe Dich 13 Stunden zuvor (Donnerstag, 11.02.2016 20:31) im Rahmen einer anderen Diskussion angeschrieben und Dich um Zurückhaltung gebeten, da die “Freigabe” nicht eindeutig formuliert ist. Ich habe Dir geschrieben, dass ich noch mit dem GeoSN eine Ebene höher telefonieren will um zu klären, was eigentlich gemeint ist.

Diese beiden Quellen werden in dem Changeset nicht erwähnt, sondern nur “Geoportal Sachsen”. Es ist sehr seltsam, dass Du mittels Bing und Mapbox Hausumringe zeichnen kannst, die 1:1 (inkl. Fehler) mit den Daten von GeoSN übereinstimmen. Die Datenquellen, über deren mögliche OSM-Nutzung wir hier diskutieren, sind oben aufgeführt und da sind keine Hausumringe dabei.

Woher stammt Deine Präzision?

Um es in der Fliegersprache auszudrücken:
Da ist eine nicht den Regeln entsprechende Freigabe für Luftraum Delta und Du bist durch Charlie geflogen. Das hat halt Konsequenzen.

Die eigentlichen Nutzungsbestimmungen der Berliner Senatsverwaltung sind auch nicht kompatibel zu OSM. Erst durch eine Zusatzerklärung sind sie für uns nutzbar.

Erst wenn allgemein festgestellt wurde, das so eine individuelle Genehmigung die OSM Teilnehmervereinbarung erfüllt!

Und als Vorankündigung: Ich befürchte, dass bis Freitag nicht alle Details abschließend geklärt werden können und ich die Sperrfrist verlängern werde.

Joachim

Genau da liegt doch der Widerspruch: “GEMÄß der vergebenen Datenlizenz” - im Verhältnis zu - “Datensätze sind als open data” […] “um die breite Nutzung dieser Daten z. B. durch die OSM Community zu fördern”.

Damit steht für mich außer Zweifel, dass die Daten in OSM uneingeschränkt verwendet werden dürfen.

Darüber hinaus sind INSPIRE Datensätze des GeoSN (hier am Beispiel der Adressen) unter https://www.govdata.de/web/guest/daten/-/searchresult/q/Adressen/f/format%3Awms%2Cgroups%3Ageo%2Ctags%3Aopendata%2Cisopen%3Afree%2C/s/relevance_desc abrufbar mit folgendem Lizenzvermerk: Freie Nutzung

Unter dem Link: https://www.govdata.de/web/guest/faq wird ausgeführt:

Auch hier entsteht ein Widerspruch, der darin besteht, dass zum einem gefordert wird:
Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0
jedoch bei einer Veränderung der Daten:

„Quelle: Behörde XY, 2013 (Daten verändert)" oder
„Quelle: Behörde XY und eigene Berechnungen"

So ist also spätestens bei einer weiteren Bearbeitung der Daten der vom erst erfassenden User angebrachte Quellvermerk mit Hinweis auf die Datenlizenz Deutschland 2.0 nicht mehr erkennbar.

Wie und wo soll der Quellvermerk den letztendlich angebracht werden? Direkt für jedes Gebäude oder bei jeder Hausnummer, an einzelnen Nodes oder Polygon? Nach dem Muster

building=yes
source= Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0

Dann wird das Haus umgebaut und ein User ergänzt bzw. verändert den Gebäudeumring. Schreiben wird schreiben wir dann:
source=Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 + geändert am xx.mm.yy / survey

Ist doch quatsch und letztendlich nicht zu realisieren. Nach meiner Meinung ist der einzig praktikable Weg, die Quelle unter http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Contributors zu nennen, denn alles andere geht bei einer weiteren Bearbeitung verloren.

Hier wurde meines Erachtens Nutzungsbedingungen formuliert, die nicht zu Ende gedacht wurden.

Da der Gesetzgeber sich aber für die uneingeschränkte Nutzung der Daten ausspricht, ist der Wille letztendlich klar erkennbar, dass es gewünscht wird, dass die OSM-Community die Daten nutzt.

Auf der Webseite http://www.gdi.sachsen.de/inhalt/info/bericht/160108/160108.html wird ausgeführt:

Daraus folgt für mich schlüssig, dass die jeweils geodatenhaltende Stelle die angesprochenen Daten zunächst in ein INSPIRE konformes Datenformat konvertieren will, damit diese genutzt werden können. Das INSPIRE Format wird dann zum Download angeboten. Das Konvertieren der Datensätze wird nach m.M. vorbereitet, um diese Daten einem großen breit gefächerten Interessentenkreis zugänglich zu machen (und nicht speziell der OSM-Community) und sind somit auch für einen direkten Import geeignet.

Der direkte Import von Datensätzen ist häufig kontrovers diskutiert in den OSM-Foren. Letztendlich reichen (zumindest mir persönlich) die bereits vorhandenen WMS-Layer. So macht es auch eigentlich wenig Sinn, Adressen (juristisch Grundstücksnummern) und Flurstücke freizugeben, aber die sich darauf befindenden Gebäudeumringe nicht oder erst sehr viel später freizugeben.

Noch etwas in eigener Sache

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  1. Das ist schlicht gelogen!!! Es existiert in meinem Postfach keine Mail von Dir. Ich gestatte den Admins ausdrücklich, mein Postfach einzusehen. Dazu gebe ich dann auch gerne, z.b. an woodpeck, mein OSM-Passwort heraus.
  2. Du schreibst “Freigabe nicht eindeutig formuliert” und “eine Ebene höher telefonieren”. Wenn Dir eine Erklärung des Absenders der Koordinierungsstelle GDI - GeoSN nicht ausreicht, weil du die Kompetenz des Unterzeichners anzweifelst, dann solltest Du Dich auch einmal über die juristischen Unterschiede zwischen einem Erfüllungsgehilfen und einem Verrichtungsgehilfen schlau machen. Darüber hinaus ist es nicht meine Aufgabe, die Kompetenz eines Mitarbeiters einer Behörde anzuzweifeln. Vielmehr ist die Nachfrage bei dem Vorgesetzten des Unterzeichners diskriminierend und herabsetzend gegenüber dem Unterzeichner und vermutlich an höherer Stelle eher nervig. Zur Erledigung solcher Aufgaben haben Vorgesetzte nun einmal nachgeordnete Mitarbeiter.
  3. Mir persönlich hat die Erklärung völlig ausgereicht, da ich des Lesens mächtig bin. Mir ist auch völlig neu, dass eine auch mir gegenüber abgegebenen eindeutige Erklärung und Freigabe der Daten von einem Dritten OSM-User - dessen Qualifikation und Funktion sich mir nicht erschließt und auch nicht zum Vorstand von OSM gehört - geprüft werden muss.
    **

Anyway - warten wir es ab, wie sich GeoSN entscheidet.

Die Mail ging, wie auch das Schreiben von GeoSN, an Deine Privatadresse sd@… . Im CC waren woodpeck und Nakaner.

Zudem hatte woodpeck bereits am 2016-02-11 18:15:05 über OSM-Mail an Dich geschrieben:

Mein Telefonat mit dem Vorgesetzten betrachte ich als völlig normal, weil ich mit diesem in den Wochen zuvor bereits häufiger telefoniert und Mails ausgetauscht hatte, um die verschiedenen Möglichkeiten für eine eindeutige OSM-Freigabe abzuklären.

Ergänzung:

Ich stehe seit langem im Impressum von openstreetmap.de als Ansprechpartner für Behörden und sonstige öffentliche Stellen. Bei solchen Kontakten vertrete ich nicht meine eigene Meinung, sondern das Stimmungsbild der Community und stelle problematische Sachverhalte zuvor öffentlich zur Diskussion.

Meine eigentliche Frage ist aber immer noch unbeantwortet:
Was hast Du verwendet, um die Hausumringe so exakt zu korrigieren und neu zu erstellen?

Joachim

Ich finde, daß die Inhalte in diesem Thread weit über das hinausgehen, was in ein öffentliches Forum gehört, m.E. mittlerweile ein Fall für die Moderatoren.

Gruß Klaus

– snip – (falsche Stelle)

Zu Thema Mail:

ich habe deine Mail “INSPIRE-Datensätze der GDI Sachsen für OSM freigegeben” am 11.2.2016 um 20:30 beantwortet:

Zur Erinnerung: der 11.2.2016 war ein Donnerstag. Diese Mail ist sicher im Mailarchiv von OSM durch deren Admins einsehbar, ebenso deine vorherige Mail, die ich leider schon gelöscht habe.

Gruss
walter

Diesem Satz kann ich voll zustimmen.

Abwarten - und nicht mit geladenen Waffen (d.h. bereits lange in der Schublade liegenden fertigen Josm-Datensätzen) nach vorne preschen. Das kann nie gut gehen.

Wird es übrigens auch nicht bei der eventuell doch bald kommenden OSM-kompatiblen Freigabe der INSPIRE-Daten sein. Da steht immer noch das Thema WMS-Server offen im Raum: Woher kommen die Hausumrisse, wenn nicht von GeoSN?

Gruss
walter

Die Inhalte sollten hier schon besprochen werden - nur der Ton/Stil wird langsam unerträglich.

Gruss
walter

Ganz einfach: Jede ist jede Nutzung. Eine weitere Nutzung gehört auch zur Gruppe “Jede” und ist daher nur mit Namensnennung zulässig.

(Unabhängig davon dass ich so ziemlich jedem Import sehr skeptisch gegenüberstehe. Wer wird denn jemals diesen ganzen Landuse-Schrott, der in diversen Ländern hochgeladen wurde, jemals berichtigen?)

Das ist der Mapper “nobody”, der extra dafür angeworben wurde :wink:

Niemand. Im Geschäft seit 2800 Jahren.

Is ja langweilig, die Hausnummern jetzt nur noch aus dem geoportal abzupinseln;-)))

Aber schneller wie mit dem Fahrrad rumfahrn;-)
Und in so gefährlich ;-))

Die “Abpinseln” aus dem Geoportal ist nach dessen Nutzungsbedingungen unzulässig. Deshalb auch der Revert des Changesets mit den eindeutig aus dem zugrunde liegenden WMS abgemalten Hausumringen.

Na so was ;-(

Na dann doch nen Import.
Dann lieber 10 falsche wieder rauslösten.

Hhhmmmm, gibt es überhaupt falsche Hausnummern von staatlicher Stelle?

Keine Ahnung, wie das im Freistaat Sachsen ist, aber zumindest in Baden-Württemberg enthalten die Daten des LGL, die wir als Vorlage verwenden dürfen (“Maps4BW”), immer mal wieder Fehler bei den Hausnummern, z.B. simple Tippfehler. Auch Behördenmenschen sind halt nur Menschen …

Auch wenn Bayern jetzt etwas OT ist:

In Bayern auf jeden Fall: Ja. Die Vermessungsverwaltung ist hier gar nicht für die Adressvergabe zuständig und übernimmt mehr oder weniger fehlerfrei die Daten der Gemeinden. Bei kleinen Gemeinden kann es aber sein, dass diese ihre Pflicht/ihr Recht nicht wahrnehmen, dann ist es praktisch umgekehrt.

Wie man auf dem BayernAtlas unter “Feedback zur Karte” erkennen kann, verbessern die ihre Daten/Adressen, wenn man Fehler meldet. Das würden die doch nicht tun, wenn die Daten fehlerfrei wären. (Im Übrigen kann man bei ausreichender Ortskenntnis dadurch auch die Mitmapper erkennen, die vom BayernAtlas abmalen…)

Nach Rücksprache mit einigen OSM-Lizenzexperten besteht, zwar vereinzelt mit etwas Bauchschmerzen, die Auffassung, dass die Daten für OSM nutzbar sind. Ich werde heute Abend die Wikiseite der Beitragenden anpassen und die Namensnennung nach Rücksprache mit GeoSN festlegen. Falls von dort kein Widerspruch kommt, kann es dann morgen Nachmittag losgehen.

Ebenfalls werde ich noch die Wikiseite zur Datenfreigabe anpassen
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/GeoSN_Open_Data

Joachim

Hmm, wie erklärt sich der plötzliche (?) Sinneswandel? Und welche, womöglich weitreichenden Konsequenzen ergeben sich daraus?

Gruß Klaus