Neue Südlink Trasse mappen?

Interessant, nebenbei - da scheint dein Skript wohl irgendwie einen kleinen Bug zu haben, denn beim Revert-CS wurde einiges nicht behandelt, bspw. eine Änderung wahllos herausgepickt (Changeset: 173511826 | OpenStreetMap) die nicht zurückgesetzt wurde.

Oder aber mal direkt auf die beiden Objekte des SüdOstLinks schauen:
https://www.openstreetmap.org/way/1419934150
https://www.openstreetmap.org/way/1419934151

Sollten diese beiden Objekte durch den Revert-CS 176923814 vollständig revertiert werden, oder habe ich das falsch verstanden?

Seit mittleren Ewigkeiten ist das nicht so.

Würde ich schon für sinnvoll erachten, oberirdisches wird schließlich auch erfasst. Unter der Erde liegende Flüsse/Bäche sind ebenfalls an der Oberfläche nicht sichtbar und werden trotzdem eingezeichnet.

Und wen würde es weh tuen, wenn sowas erfasst wäre? Wer nichts mit anfangen kann sollt’s einfach ignorieren.

Für Landwirte und Einwohner entlang der Trasse könnten diese Daten hilfreich sein.

Es geht hier um die Lizenz der Datengrundlage. Passt die nicht, nutzen wir sie nicht.

Kannst du den Bau beobachten und daher die Daten selbst erheben, kein Problem, trag es ein.

Und daran hängt natürlich die Überlegung, ob man sich die Arbeit machen will, die Trasse während der Bauphase mit einer gewissen Unschärfe vor Ort aufzunehmen, wenn die Planunterlagen es von der Lizenz her zulassen, sie aus dieser Quelle wesentlich präziser zu importieren.

Wenn Tenet (Firma hinter Südlink) den genauen Verlauf raus gibt, mit der Erlaubnis diese Daten weiter zu verarbeiten/zu verbreiten. Dürfte das dann hochgeladen werden?

@ Ótzï_fón_GlüϷgor Das kommt drauf an, ob die Erlaubnis zur Weiterverarbeitung an Bedingungen geknüpft ist.

Viele öffentliche Daten stehen zB unter CC-BY-Lizenzen, das heißt bei jeder Weiterverarbeitung auch in der x-ten Generation muss die Quelle der Daten erkennbar bleiben. Das können wir rein technisch nicht garantieren, deshalb können wir CC-BY nicht einhalten und müssen für diese Daten eine Extra-Erlaubnis erfragen.

Persönliche Erkundung bzw. Sichtbarkeit im Gelände ist immer eine zulässige Quelle (denn dabei werden nur Fakten festgestellt, und Fakten haben keinen Besitzer), ansonsten muss entweder eine ODbL-kompatible Lizenz bereits vorliegen oder eine individuelle Erlaubnis vom Besitzer der Daten erteilt werden.

Es kommt auch darauf an, ob wir (als Community) die Information zum Verlauf unterirdischer Stromtrassen für so wichtig erachten, dass wir unsere “on the ground rule” dafür ignorieren. Denn wie ich oben geschrieben habe, nur weil Planungsunterlagen sagen, dass irgendwo eine Trasse ist, heisst das noch nicht, dass die Trasse wirklich da ist.

Die meisten Mapper kennen das aus ihrer täglichen Arbeit - die amtlichen Daten sagen, hier ist eine Brücke, aber wenn man davor steht, ist da keine. Nur, bei einer unterirdischen Kabeltrasse ohne oberirdische Marker kann man nicht davorstehen und sich vergewissern.

Bei solchen Daten wird OSM zum reinen “Transporteur” von Fremd-Daten. Wir reichen einfach nur die Energieversorger-Daten weiter. Bei allem, was vor Ort beobachtbar ist, können wir die Daten nicht nur aufnehmen, sondern von da an auch pflegen, warten und verbessern. Das können wir mit irgendwelchen Tennet-Leitungsplänen nicht. Da werden wir einfach nur zum Datensammeltopf, in den man Zeug reinwirft und dann gammelt das da rum, niemand wird es jemals wieder bearbeiten - auf welcher Grundlage denn auch.

Manche Daten sind von so großem Interesse, dass wir diese Ausnahme machen.

Das muss aber eine Einzelfallentscheidung bleiben - und kein “irgendwo in Namibia haben wir eine unterirdische Stromtrasse gemappt, die man nicht sehen kann, also mappen wir jetzt auch jedes unterirdische Stromkabel in Deutschland”.

bei großen unterirdischen Stromtrassen wird man auch oberirdisch einiges beobachten können, von den großen Stationen abgesehen wird es alle 100-200m Markierungspfähle geben, an Kreuzungen mit Wegen Hinweisschilder, und ggf. auch Vermessungspunkte im Boden, zumindest ist das bei Südlink so vorgesehen.

Wenn man das dann alles sehen kann ist es auch wert gemappt zu werden. Aber bitte erst dann. Ich erinnere mich in der Gegend hier an den Bau der Midal Gas Trasse, die war auch nach planungsunterlagen eingetragen, der wahre Verlauf ist nach den erkennbaren Markern dann leider mit einem teilweise sehr großen Offset behaftet.

Lasst uns taggen was da ist und nicht was da sein soll.

Hi, habe den Thread weitergeleitet bekommen. Die Planfeststellungsdaten der veröffentlichten Teile von Südlink / Südostlink und Ultranet sind fix. Da wird sich nichts mehr ändern. Über den Verlauf wurde Jahrelang gestritten und die Teile, die jetzt eingetragen sind, sind genehmigt und werden auch nicht mehr angefasst, da niemand eine 5-10 Jährige verschiebung des Projekts herrausfordern will. Es wurden von mir auch noch nicht alle Daten eingetragen weil es noch bei einigen Strecken veränderungen geben kann. Zusätzlich kann ich auf Luftbildern den Verlauf erkennen. Wie bei Südlink dann der Südichste Teil eingetragen wird, müssen wir noch sehen weil er innerhalb eines Bergwerks laufen wird. Aber ich schaue das ich da Infos bekomme.

Zur Wichtigkeit: Die Anlagen Südlink V3, V4 und Südostlink werden die wichtigsten Stromtrassen in Deutschland sein (je 2GW) es gibt mit abstand nichts ähnliches in Leistung und Spannung. Deshalb denke ich das sie auch eingtragen werden solten.

Zu Sichtbarkeit: Es wird entlang der Strecke sehr viele Sichtbare Elemente geben. Dazu gehören
Lichtwellenleiter-Zwischenstationen, Linkboxen und Kabelabschnittsstationen (KAS) zusätlich wird das Kabel alle paar 100 m sichtbar geerdet. Als letztes gibt es überall noch hinweistafeln das hier ein Hochspannungskabel liegt, damit kein Bagger reinhackt.

Zum Mapping: der Trassenverlauf ist auf den Luftbildern sehr gut sichtbar und deshalb auch eintragbar. Ob man jetzt alle 4 Leiter benötigt ist geschmackssache und kann meinetwegen auch zusammengelegt werden, wenn es da einspüche gibt.

Angenommen, die Leitung bleibt drin, dann würde ich zumindest Folgendes vorschlagen:

  • Auf einen einzigen Way reduzieren, der für die komplette Leitungstrasse steht. Bei Freileitungen steht in OSM ja auch ein einziger Way mit power=line für die komplette Leitung, und mit circuits=*, cables=* und wires=* wird Zusammensetzung und bauliche Ausführung drangetaggt. Das kann man hier entsprechend machen.
  • Die Teilstücke sinnvoll zur Relation verbinden und die Metadaten entsprechend auf die Relation umpacken.
  • Alles on the Ground Sichtbare wie Kabelmarker oder Stationen gehört natürlich in die Daten, das braucht keine Diskussion.

Also sorry, aber das klingt jetzt wieder genau so wie diese übereifrigen Schulen, die auf den Klassenbildern alle Gesichter der anderen Schüler unkenntlich machen und immer nur das Kind so lassen, dass diese Version des Klassenbilds bekommt. Als Grund wird dann immer mit Datenschutz argumentiert, aber der zieht in so einem Fall garnicht (Gruppe größer 7 Personen). Man legt also das Thema Datenschutz weit schärfer aus und zensiert sich quasi selbst, nur um hier die Vorgaben unnötig übermäßig und unlogisch zu 300% erfüllen zu wollen.

Genau so ist es hier, wo z.B. Pläne und Daten öffentlich nachlesbar auf Homepages von Kommunen stehen, also bei Körperschaften, die wir alle mit unserem Steuergeld finanzieren und deren Oberhaupt von Bürger frei gewählt wird. Veröffentlichungen von Kommunen sind grundsätzlich zur freien Verfügung - nur in bestimmten Ausnahmefällen kann es hier Beschränkungen geben. Die Rechtlage ist also klar geregelt und OSM geht damit völlig unnötig darüber, indem man quasi von jeder Kommune zu jeder Veröffentlichung das OK sehen möchte.

Sorry, das ist wie gesagt absolut unnötig und genau dieses hysterische Verhalten schadet letztlich OSM, weil man so an vielen Stellen keine korrekten Abbildungen der Realität mehr hat, eben weil man nicht einfach so die öffentlich nachlesbaren Daten nehmen darf. Daher muss ich wirklich an die OSM-Oberen appellieren, hier auf ein realistisches Maß beim Thema Datenschutz und Urheberrecht zurückzukommen, also sich nicht unnötig 300% schärfer als das Gesetz verhalten zu müssen.

Die Sache ist ganz einfach: Wenn der Besitzer der Daten deren Übernahme in OSM erlaubt, dürfen sie rein, und wenn nicht, dann nicht. Erlauben kann er das entweder pauschal für alle Nachnutzer über eine passende freie Lizenz, oder individuell für OSM durch eine schriftliche Erlaubniserklärung.

Gern nochmal: “steht zur freien Verfügung” heißt nicht automatisch “jeder darf damit machen, was immer er will”. Die Weiternutzung kann an Bedingungen geknüpft sein, z.B. stehen viele der von dir zitierten freien amtlichen Daten unter einer CC-BY-Lizenz (das hab ich oben schon mal geschrieben, weshalb ich mich jetzt frage, ob du es verstanden hast).

Eine CC-BY-Lizenz erlaubt zwar die kostenlose Weiternutzung, stellt aber die Bedingung, dass die Datenquelle in jeder Folgegeneration erkennbar bleibt. Wenn ich ein Foto mache und unter CC-BY-Lizenz ins Netz stelle, darf jeder es nutzen, muss aber dranschreiben, dass es von mir ist. Und genau das kann OSM bei einem Datenimport technisch nicht garantieren. Sobald einer der Ways später aufgeteilt wird, wird mindestens ein neuer erzeugt, der mit dem ursprünglichen Changeset nicht mehr verbunden ist. Deshalb dürfen wir (rechtlich!) Daten unter CC-BY-Lizenzen in OSM nicht einsetzen. CC-BY und ODbL sind zwar beides freie Lizenzmodelle, aber ihre Bedingungen sind nicht kompatibel.

Deshalb schrieb ich “wir müssen auf die Lizenz achten”. Und zwar zu 100%, alles drunter ist illegal. Wo du da einen 300-prozentigen Übergehorsam siehst, ist für mich nicht nachvollziehbar. Vielleicht stellst du das mal an einem Beispiel dar.

Oder gib doch mal einen Link zur Lizenz der konkret hier verhandelten Daten, dann kann man ohne langes Wenn-dann sehen, ob die Lizenzierung zu ODbL passt oder nicht.

Es tut mir leid, dass Du Probleme mit einer Schule hast, aber das hat nichts mit dieser Diskussion zu tun.

Tatsächlich passiert es leider sehr oft, dass mit unseren Steuergeldern Dinge erforscht oder entwickelt werden, die von uns dann nachher nicht kostenlos genutzt werden dürfen. Das finde ich auch nicht gut. Aber nur, weil ich eine gesetzliche Einschränkung nicht gut finde, setze ich mich nicht darüber hinweg, und schon gar nicht rufe ich andere dazu auf.

Nein, das ist so nicht richtig. Das Urheberrechtsgesetz sagt:

Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)

§ 5 Amtliche Werke
(1) Gesetze, Verordnungen, amtliche Erlasse und Bekanntmachungen sowie Entscheidungen und amtlich verfaßte Leitsätze zu Entscheidungen genießen keinen urheberrechtlichen Schutz.
(2) Das gleiche gilt für andere amtliche Werke, die im amtlichen Interesse zur allgemeinen Kenntnisnahme veröffentlicht worden sind, mit der Einschränkung, daß die Bestimmungen über Änderungsverbot und Quellenangabe in § 62 Abs. 1 bis 3 und § 63 Abs. 1 und 2 entsprechend anzuwenden sind.

Das ist also weit weg von “grundsätzlich alles, was eine Kommune veröffentlicht”; insbesondere gilt es nicht für etwas, was z.B. ein Energienetzbetreiber veröffentlicht, das ist ja keine amtliche Bekanntmachung, egal ob die Kommune auf ihre Webseite stellt.

Ja, das ist aber doch schon seit 20 Jahren das, was wir immer wieder runterbeten. Google Maps sind auch öffentlich nachlesbar und trotzdem malen wir sie nicht ab. Müsstest Du wissen.

Ich möchte auch noch einmal auf meine mehrfach vorgetragene Anmerkung verweisen, dass etwas, was wir nur aus veröffentlichten Unterlagen, nicht aber aus eigener Anschauung kennen, durchaus keine “korrekte Abbildung der Realität” sein muss.

Die Daten für die von Oberaffe erfasste Trasse von Schleswig-Holstein bis Hessen (siehe: Changeset: 180681231 | OpenStreetMap) stammen von der Webseite von Tennet, die ich in #9 bereits verlinkt hatte. Dort findet man eine detaillierte Darstellung des Trassenverlaufes:

https://sl-webgis.stromnetzdc.com/extern/synserver?project=Hinweise&client=core

Die Darstellung steht unter copyright von basemap und Tennet, die Angabe einer Lizenz habe ich nicht finden können. Welche Daten konkret verwendet wurden kann @Oberaffe sicher beantworten.

Dann gibt es noch die von @jengelh erfassten Trassenteile, bestehend aus mehreren Teilabschnitten (Muster: Way: ‪SuedLink‬ (‪1480234824‬) | OpenStreetMap) mit der Quellenangabe “Niedersachsen DOP20 (2025)”.

Diese beiden Trassen verlaufen teilweise deckungsgleich, an manchen Stellen aber auch um mehr als 50m abweichend voneinander. Unabhängig von der Lizenz stellt sich also auch die Frage, welche Trasse denn nun die richtige ist.

Meine Trasse fußt auf markanten Farbänderungen, die sich als Linie querbeet über die Ackerfelder auftut. Dort wird häufig im Modus Abtragen–Einbauen–Auffüllen (cut-and-cover) gearbeitet. An so mancher Stellen kommen aber wohl Horizontalbohrverfahren o.ä. zum Einsatz. Die Teile sieht man im Luftbild nicht, und man kann nur raten/approximieren.

Ja, ich habe gesehen, dass man die Trasse in den DOP20 teilweise sehr gut erkennen kann, teilweise aber auch überhaupt nicht. Und dann ist der sichtbare Trassenstreifen mindestens 50m breit, häufig auch mehr, und die Kabel liegen nicht immer genau mitten drin. Bei der Baustelle hier vor Ort liegen sie z.B. sehr nahe am Rand des Streifens. Man wird also den konkreten Verlauf nach und nach vor Ort anhand der sichtbaren Elemente (Marker etc.) verifizieren müssen. Das könnte man evtl. mittels eines fixme am way hinterlegen. Oder was denkst Du?

Danke für den Link. Basemap ist die untergelegte Karte, die kümmert uns nicht. Bleibt der Copyright-Vermerk von Tennet.

Diese Veröffentlichung ist offensichtlich dafür gedacht, zur Kenntnis genommen und kommentiert zu werden (da sind Hinweise von Rohrnetzbetreibern und so weiter eingebaut, die Konflikte befürchten). Für Datenübernahme in andere Geodatenbanken ist das ziemlich sicher nicht bestimmt. Und da keine Lizenz zur Weiternutzung pauschal vorliegt, sondern nur der Copyright-Vermerk, sollte auf jeden Fall bei Tennet nachgefragt werden, ob wir das nach OSM kopieren dürfen.

Übrigens reißen einem die Leute keineswegs den Kopf ab. Ich hatte letztes Jahr Kontakt mit der Pressestelle von 50Hertz wegen einer Neubauleitung. Die waren total freundlich und haben mir ein Shapefile der kompletten Trasse geschickt, nach dem ich dann gemappt habe. Also fragen ist vermutlich gar nicht schlimm :slight_smile: dann haben wir am Schluss möglicherweise sogar genauere Daten als jetzt, direkt aus deren Betriebs-GIS exportiert (Bestandsdaten, keine Planung) und mit ausdrücklicher Erlaubnis für OSM.