Neue Südlink Trasse mappen?

Gestern bin ich zufällig auf eine der aktuellen Trassenbaustelle der gefühlt seit 100 Jahren umstrittenen Südlink-Erdleitung gestoßen:

In der Bauphase ist die Trasse wirklich nicht zu übersehen, da muss man nicht lange nach suchen. Ein klares Meinungsbild dazu, solche unterirdischen Leitungswege zu mappen, kann ich nicht finden. Einige wenige wie z.B. die STEGAL sind gemappt, die meisten anderen nicht.

Die einzigen Treffer zu “Südlink” sind bisher das hessische Büro von der ausführenden Firma sowie eine der Baustellen (zufällig ebenfalls gestern gemappt):


Größere Karte anzeigen

wobei die Erfassung der Baustellen m.E. unsinnig ist, da diese mit der Leitung permanent weiterwandern. Da wird nicht mal ein ordentlicher Zaun drum gezogen, es gibt lediglich eine provisorische Absperrung aus mobilen 4eck-Geflecht-Elementen:

Ein eindeutiges “ja” gibt es zum mappen der Leitungsmarker, aber die sind hier (noch) nicht vorhanden.

Leitung erfassen oder nicht?

Wass du per survey erfassen kannst, erfass :+1:t2:

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Ok, die Trasse ließe sich nach survey relativ einfach mit der üblichen Ungenauigkeit (GPS) erfassen. Ich habe aber zwischenzeitlich ein wenig nachgebohrt und festgestellt, dass weiter nördlich ein Südlink-Abschnitt mit dem präzisen Verlauf der einzelnen Kabelstränge auf Basis der Planfeststellungsdaten des Bauherrn importiert wurde. Ich vermute mal, dass ein Import so mir nichts, Dir nichts nicht den gängigen Regeln entspricht, siehe auch

Changeset: 180679071 | OpenStreetMap

aber wenn doch, könnte man sich die Mühe der manuellen Erfassung natürlich sparen.


Frage am Rande:
Weiß jemand, warum eine Suche nach Südlink bzw. Suedlink weder die Trasse mit name=Südlink V4 Abschnitt C1 Minus

https://www.openstreetmap.org/way/1494632496/history

noch die mit name=SuedLink

Way History: ‪SuedLink‬ (‪1480267278‬) | OpenStreetMap

findet, oder muss ich da @lonvia fragen?

Mal ganz offen und ehrlich gefragt: Wie soll man sowas und Ähnliches überhaupt korrekt mappen können, wenn OSM alle möglichen Quellen und sogar offizielle Pläne von Kommunen als nicht erlaubt ablehnt? Nicht einmal Wikipedia ist da derart sensibel und auschließend beim Thema Quellen.

Wenn die Verantwortlichen von OSM wollen, dass diese Plattform die Welt korrekt, bestmöglich, aktuell und wahrheitsgetreu abbildet, dann müssen sie sich hier endlich mal öffnen. Ansonsten sehe ich die Gefahr, dass OSM als aussagefähige, korrekte Plattform/Datenbank mit der Zeit immer weiter zurückfallen wird, eben weil des Verbots vielerlei sehr guter Quellen einfach viele Dinge nicht selten recht unsauber und auch falsch gemappt werden.

Beim Thema Quellen und welche von den OSM-Verantwortlichen zugelassen werden, muss sich also endlich massiv was tun. Die Welt dreht sich weiter, während OSM hier aus meiner Sicht stillsteht oder sich sogar zurückdreht.

weil wiki/DE:Copyright

”Copyright-Recht wie es auf Karten angewendet wird ist einer der Gründe, warum die OpenStreetMap überhaupt ins Leben gerufen wurde.”

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Welche Quellen für OSM zulässig sind, entscheiden nicht irgendwelche OSM-Verantwortliche, sondern die Rechteinhaber, also die Eigentümer der Quelle.

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power-Infrastruktur wird nicht indiziert: Objects with Power key (ie. power plant, substation, etc.) are not reported by Nominatim · Issue #523 · osm-search/Nominatim · GitHub

Vor 3 Monaten hab ich mal einen größeren Revert von diversen Strom-Infrastrukturobjekten gemacht, darunter einige “Südlink”/“SüdOstLink”-Sachen: Changeset: 176923814 | OpenStreetMap - der verantwortliche Benutzer war nach seinen Quellen gefragt worden und hatte, statt die Frage zu beantworten, seinen Account gelöscht…

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Laut dem Erfasser der Südlink-Erdkabel durch ganz Niedersachsen stammen die verwendeten Planfestellungsdaten von der Webseite des Bauherrn Tennnet, wo der geplante Trassenverlauf sehr detailliert dargestellt ist. Ob diese Daten für uns nutzbar sind, kann ich nicht beurteilen.

Ich habe @Oberaffe in dem oben verlinkten CS bereits gebeten, sein Projekt hier im Forum vorzustellen. Bei einem Datenimport dieser Größenordnung ist das sicher angemessen.

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Wie gesagt: Bei Wikipedia und anderen Plattformen gibt es bei dem Thema garkeine Probleme. Wenn auf Wiki im Artikel oder beim Edit die Quelle genannt ist, dann reicht das und gut is.

Warum also OSM bei dem Thema derartige Probleme hat bzw. haben will, ist daher völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar. Wenn ein Mapper bei einem Edit eine Quelle im Änderungstext angibt, dann sollte das also parallel zu Wiki völlig ausreichen.

Warum sollten sie nicht nutzbar sein? Auf anderen Plattformen wie Wikipedia, etc. ist es doch auch kein Problem. Warum immer nur und nur auf OSM? Das ist langsam wirklich nicht mehr nachvollziehbar und vermittelbar, so dass OSM hier immer mehr zurückfällt und an Qualität und Zuverlässigkeit gegenüber anderen zunehmend einbüßt. Das kann keiner wollen.

Erstens: Wikipedia lässt da gern mal fünfe gerade sein, nach dem Motto, Fakten haben keinen urheberrechtlichen Schutz und so. OpenStreetMap möchte nicht in dieser Grauzone operieren. Solange der, der die Pläne offenlegt, nicht deutlich sagt, dass jeder sie abmalen darf, malen wir sie nicht ab.

Zweitens: Du weisst selbst ganz genau, wie oft es in OSM Streitereien über dieses oder jenes gibt. Die vor-Ort-Überprüfbarkeit ist für uns eine wichtige Absicherung gegen Streitereien. Wenn sich zwei nicht einigen können, wo die Leitung ist, dann trifft man sich vor Ort und schaut die Marker an. Wenn die Leute sich stattdessen Planungsunterlagen um die Ohren hauen, von denen am Ende keiner weiss, ob das, was da auf dem Papier steht, auch wirklich so gebaut wurde, dann ist das keine “vor-Ort-Überprüfung” mehr.

Im Nachgang zu dem Sabotage-Akt im Winter in Berlin gab es sehr viele kritische Stimmen gegen Plattformen wie uns - dass wir sagen konnten “wir zeichnen nur das auf, was eh jeder sehen kann” hat uns in den Diskussionen sehr geholfen. Ich finde das gut, und wir sollten bei dem Grundsatz bleiben. Man sollte die Sachen vor Ort sehen können, und nicht auf irgendeiner Webseite oder in irgendeinem Ordner in einer Amstsstube.

Klar machen wir manchmal Ausnahmen von “OTG” - aber solche Ausnahmen müssen im Einzelfall diskutiert werden und benötigen einen sehr guten Grund.

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nicht zuletzt hat die Wikimedia Foundation ihren Sitz in den USA, dort können Fakten nicht geschützt werden. Es gibt nur in der EU (und dem vereinigten Königreich) das sui-generis Gesetz, wo per Gesetz festgelegt wird, dass Dinge die eigentlich nicht mit dem Copyright geschützt werden können, weil es Fakten sind und keine Erfindungen bzw. kreative Werke, trotzdem geschützt sein sollen als ob sie es wären. D.h. die 5 wird in der EU per Gesetz als gerade deklariert, außerhalb davon ist das nicht nötig.

es gibt ja auch viele Dinge die man zwar vor Ort sehen kann aber trotzdem nicht kartieren oder fotografieren darf z.B. militärische Anlagen, Sicherheitsvorkehrungen in sensiblen Bereichen etc., “wir zeichnen nur das auf, was eh jeder sehen kann” funktioniert genau so lange, bis jemand ein Gesetz macht was es verbietet.

Diesen Denkansatz verstehe ich nicht. OSM hat doch gar nichts dagegen, so viele Quellen wie möglich nutzen zu können. Überhaupt gar nichts. Ich sehe auch nicht, wo OSM “alle möglichen Quellen als nicht erlaubt ablehnt”.

OSM legt lediglich Wert darauf, bei allem was über persönliche Erkundung hinausgeht, die Eigentümer der Quellen vorher zu fragen, ob wir dürfen, wenn es nicht ohnehin eine allgemeine Erlaubnis dafür gibt.

Deshalb gib es doch zB die Wikiseite DE:Permissions - OpenStreetMap Wiki.

Also frag einfach den Bauherrn, ob du seine Planfeststellungsdaten fürs Mapping in OSM verwenden darfst. Der entscheidet, ob wir das dürfen, nicht “die OSM-Verantwortlichen”.

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Nutzen können/dürfen ist das eine, nutzen wollen ist was ganz anderes. Es gibt auch Datensätze da draußen, die wir zwar nutzen dürfen, aber nicht nutzen wollen, weil sie bspw. fehlerhaft oder ungenau sind oder es keine Geodaten sind oder …

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Der OSM-Server steht in UK und unterliegt den dortigen Gesetzen. Ich gehe mal davon aus, dass es kein Gesetz in UK gibt, dass die Spionage von deutschen Kasernen verbietet. Ich als Mapper mache mich zwar strafbar, wenn ich deutschem Recht unterliege. Aber das ist mein persönliches Problem, nicht das Problem von OSM. Deshalb ist OSM in China auch kein weißer Fleck bzw. ist “flexibel” bei strittigen Grenzen.
Wenn du OSM in China verteilst, stellst du besser sicher, dass es ein weißer Fleck ist und wenn du es in Indien verteilst, stellst du besser sicher, dass die Grenze zu China da ist, wo sie “hingehört”. Genauso musst du halt in Deutschland sicher stellen, dass die Daten, die du verteilst, in Deutschland verteilt werden dürfen.

ich könnte mir vorstellen dass bei solchen Fragen jemand beim Fossgis vorstellig werden könnte, und auch dass es über die Grenzen hinweg Kooperation geben könnte solange es um befreundete Staaten geht. China ist da
ein komplett anderer Fall.

Es ist keine rein persönliche Frage des Mappers der es einträgt, spätestens wenn der Anbieter (OSMF) informiert wurde und nicht handelt könnte es auch dessen Problem werden, oder von den Nutzern der Daten und deren Zulieferern (Geofabrik etc.)

Martin, manchmal habe ich den Eindruck, dass Du dieses Forum hier als Debattierclub betrachtest, bei dem man einfach mal aus Spaß das Argumentieren übt.

Ich finde die Idee, dass, wenn ich viel Arbeit investiere, um Fakten in einem Werk zusammenzutragen, dieses Werk dann ähnlich schützenswert ist wie eines, in das ich stattdessen viel Fantasie investiert habe, durchaus nicht falsch. Letzten Endes stützt sich unsere eigene Share-Alike-Lizenz ja auch auf diese Idee. Einigen wir uns auf: Wikipedia und OSMF sind in unterschiedlichen Rechtsräumen beheimatet, für die unterschiedliche Regeln gelten, deswegen kann “bei Wikipedia geht das doch auch” kein Argument für OSM sein.

Ja, das stimmt, aber hier ging es ja um den Wunsch, mehr zu mappen, als man vor Ort sehen kann. “Jemand könnte ein Gesetz erlassen, das uns zwingt, weniger zu mappen als man vor Ort sehen kann” ist zwar eine korrekte Aussage, aber keine, die uns hier weiterbringt.

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ja gerne, das kann man guten Gewissens unterschreiben und damit ist das Verhalten von Wikipedia auch kein Argument mehr.

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Wenn dir China zu exotisch ist, nimm den befreundeten Staat im Wilden Westen und seinen südlichen Golf. Auf Disputed territories - OpenStreetMap Wiki findest du eine Liste von Dingen, wo OSM absichtlich lokale Gesetze bricht, brechen muss (weil entweder bricht man das eine oder das andere Recht). Da wirst du auch die Grenze Deutschland/Niederlande finden. Wäre es in Deutschland strafbar, die Grenze falsch zu zeigen müssten sich Anbieter wie die Geofabrik drum kümmern, in Deutschland die Daten entsprechend zu verteilen.