Neubau und die OSM Historie

Moin!
Wurde bestimmt schon mal diskutiert?
Wenn ein Gebäude abgerissen wurde und dann ein anders auf dem Grundstück neu gebaut wird, macht es da irgendeinen Sinn, den OSM Weg für den Umriss oder dessen Knoten für den Neubau weiterzuverwenden?
Eigentlich ist doch der Neubau ein ganz anderes Objekt. Das einzige Pro-Argument, das mir einfällt, wäre die Historie der Adresse, sofern sie am Gebäudeumriss erfasst ist und beim Neubau erhalten bleibt.
Ich selbst mappe erst mal den vorhandenen OSM Weg um auf z.B. demolished:building (sofern man das alte Gebäude noch auf Luftbildern findet) und zeiche dann einen neuen Weg für die Baustelle bzw das bereits fertige Gebäude. Irgendwann wird dann der alte Umriss gelöscht.

Ja, recyclen, oder behalten mit lifecycle prefix.

2 Likes

So sehe ich das auch und erstelle das neue Haus komplett neu.

5 Likes

Es geht darum die Historie eines Objektes zu behalten. Wenn ein Haus komplett abgerissen wurde, dann ist es weg. Und ein neu gebautes Haus ist ein neues Objekt mit eigener Historie.

4 Likes

Ich muss dazu sagen: Mir ist das sicher auch schon pasiert, weil ich gar nicht erkannt habe, dass dort ein Neubau ist. In meiner Gegend sind nämlich viel zu viele Gebäude in OSM einfach nur irgendwelche Vierecke, die ungefähr alle abdecken, was da bebaut ist. Die Luftbilder waren hier vor 2020 eine Katastrophe.

Ich gehe da ziemlich pragmatisch vor und entscheide abhängig von der Situation.
Wenn die Gegend immer sehr aktuell gehalten wird, wurde zuvor wahrscheinlich schon ein „demolished” gesetzt, dann ein „construction” und später wieder ein „building”. Wenn sich auch die Geometrie kaum ändert, übernehme ich den vorhandenen Way. Dann kann man in der Historie grob abschätzen, wie lange das alte Gebäude existierte, wie lange die Bauphase andauerte und seit wann das neue Gebäude fertiggestellt ist.

Wenn sich der Umriss jedoch komplett ändert – beispielsweise von einem einfachen Viereck zu einem Polygon mit 28 Ecken –, lösche ich den vorherigen Weg und füge ihn mit den JOSM Building Tools schneller hinzu.
Es sollte nicht viel mehr Aufwand für Mapper bedeuten, die Historie zu bewahren, als den aktuellen Stand zu repräsentieren.

Bei dem Erhalt der Historie geht es auch vielmehr um die Bearbeitungshistorie und nicht um die Geschichte des Objekts. OSM stellt den aktuellen Stand dar und keine historischen Daten.

Ja, drum versuche ich die zu “recyclen”.
Aber halt nur wenn es passt, ich nehm natürlich nicht einfach irgendwelche sachen und statt die ganz zu entfernen, lösch die tags, verschieb das, und setz neue, das ist quatsch.

Für mich ist das Argument dafür relativ simpel, man kann so einfach das “nicht gelöschte” vorherige objekt finden. Wenn das anders, in verschiedenen changesets, von verschiedenen accounts, in verschiedenen Jahren gemacht wurde … da hab ich spontan keine ahnung wie ich das uraprüngliche objekt oder dessen history finden würde.

Muss man das so machen? Nein.

für mich ist das dasselbe, man verwendet irgendwelche alten Objekte für was anderes. Das spart IDs, aber dass dann die history von etwas ganz anderem dranhängt die damit nichts zu tun hat finde ich Quatsch.

Im englischen Wikiartikel (oben verlinkt) gibt es dieses Beispiel dazu (unter “Don’t mix the history”):

If there is forest and one is improving geometry, then it is better to move existing nodes and keep existing way.
But if forest was cut down and replaced by shopping mall - then reusing nodes is not helpful at all, it is OK to just delete it.

Ich finde aber, dass es eigentlich immer okay ist, taglose Nodes für alles mögliche wiederzuverwenden, was man in der Nähe kartiert, wenn man eine andere Linie/Fläche löscht (Anmerkung: Ich spreche nicht davon, die Linie an sich wiederzuverwenden – auch das mache ich zugegebenerweise manchmal). Schließlich haben taglose Nodes keinerlei semantische Bedeutung; sie sind nur ein Hilfsmittel, um eine Linie/Fläche zu malen. Schon eine Bedeutung wie “eine spezifische Gebäudeecke” wäre für so einen Node wahrscheinlich zu weit interpretiert. Aus der Historie eines taglosen Nodes wird man sowieso nicht schlau, wenn man nicht ein Tool benutzt, was so etwas gut visualisieren kann (wie Achavi).