Hallo Steffen
Keine der Quellen, nach denen die OSM-Daten eingetragen werden,
ist zu 100% genau. Dazu bräuchten wir echte Vermessungsdaten.
Weder die Consumer GPS-Geräte noch die meisten Luftbilder sind
auf einen Meter genau. Bei Satelliten-/Luftbildern gibt es z.B. einen
Versatz, wenn nicht alles auf einer Ebene liegt. Das kann man recht
gut an hohen Gebäuden erkennen.
GPS-Geräte aus dem Consumer-Bereich als anderes Beispiel haben
eine Grundgenauigkeit von ca. 10 Metern. Das kann bei guten Empfangs-
bedingungen (freie Sicht auf die Satelliten) besser sein, bei ungünstigen
Bedingungen (Häuserschluchten, Mehrwegempfang, Regen, …) auch mal
deutlich schlechter.
Einen Weg mehrfach per GPS zu erfassen ist sicher eine sinnvolle
Maßnahme, da der Empfang zu unterschiedlichen Zeiten durch die
verschiedenen Satelliten-Positionen unterschiedlich gut sein kann.
Man kann sich in Potlatch, JOSM und Merkaartor die GPS-Spuren
von anderen Nutzern anzeigen lassen. Auch das gibt Hinweise,
inwieweit die eigenen GPS-Track zu denen anderer Nutzer passen.
Man weis zwar nicht wo die GSP-Spuren erfasst wurden (Gehweg,
Radspur, Fahrbahn, Überholspur, …) aber in der Summe aller Einzel-
Spuren ist es doch eine gute Näherung.
Sehr kritischen Situationen wie engen Häuserschluchten kommt man
aber auch damit nicht wirklich bei, da die direkt sichtbaren Satelliten
sich eben nur in einem engen Ausschnitt des Himmel befinden.
Ich gehe bei OSM von einer Genauigkeit im Bereich 10 Meter aus.
Durch die Mittelung über viele GPX-Tracks kommt man in den Bereichen,
wo diese verfügbar sind, vielleicht im Schnitt auf 5 Meter Genauigkeit.
Nur mit hochauflösenden, genau georeferenzierten Luftbildern kommt
man eventuell in den Bereich von 1 Meter Genauigkeit.
Unabhängig von der Lagegenauigkeit, die durch die verfügbaren Quellen
begrenzt ist, sollte man auf die topologische Korrektheit achten.
Eine verschwenkte Kreuzung sollte auch so in den OSM-Daten erscheinen.
PS: Bei einer neuen Frage kannst du ruhig einen neues Thema beginnen.
HTH
Edbert (EvanE)