Natural=tree in Wäldern

@Map_HeRo kommt mit dem Argument “Lässt sich nicht verifizieren”, was schlicht falsch ist. Ich kann zum Baum gehen und feststellen, ob es ihn gibt.

Da dieses Argument nicht mehr zieht, wird jetzt “Lässt sich unmöglich pflegen!” aus der Schublade hervorgeholt. Das war in OSM aber noch nie ein Grund etwas zu löschen. Sonst könnte man auch alle Öffnungszeiten oder POIs an sich löschen, weil es einfach unmöglich ist diese weltweit aktuell zu halten.

Ja, das ist ein Problem, das OSM mit seinen freiwilligen Mitwirkenden hat. Da ist jemand in einem Ort in der Pampa und erfasst alle POIs mit Telefonnummern und Öffnungszeiten und hört dann mit OSM auf. Nun kommt da 15 Jahre lang niemend mehr lang und die Daten stimmen einfach nicht mehr. Löschen wir diese daher, weil es uns unmöglich ist, festzustellen, ob die POI-Daten nach 15 jahre noch stimmen? Nein.

Wenn jemand Spaß und Lust hat die Bäume seines Waldes akribisch zu erfassen, dann gibt es schlicht kein Grund ihm das zu verwehren. Geschweige die dann zu löschen. Es schadet einfach auch niemanden. Verstehe nicht, warum einige sich so vehement dafür einsetzen, dass die Bäume gelöscht werden.

3 Likes

In der Theorie kannst Du das, in der Praxis eben nicht. Es ist praktisch unmöglich, einen willkürlich in einen Wald hineingemappten Baum bei der Unschärfe unserer Daten vor Ort eindeutig zu identifizieren. Man wird im Umfeld der Koordinaten natürlich Bäume finden, aber den einen eindeutig zu identifizieren (und damit die Existenz zu verifizieren) ist mit den allgemein zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich.

Auch wenn die Koordinaten nicht bereits mit Unschärfe von einem Luftbild gemappt, sondern durch einen professionellen Vermessungstrupp exakt erfasst wurden, kann der Alltagsmapper mit seinem GPS wegen der bekannten Meßungenauigkeit (speziell im dichten Wald) den Baum trotzdem nicht lokalisieren. Mit ist dieses Problem bestens bekannt, da ich damit permanent bei meine Projekt “Historische Grenzsteine in Wald und Flur aufspüren” konfrontiert werde, wobei ein Grenzstein immer noch ein klar identifizierbares Objekt ist, um Gegensatz zu einem x-beliebigen Baum. [1]

Und der von @dieterdreist vorgeschlagene Ansatz, von einem exakt vermessenen Punkt mit Maßband und Schnüren losziehen, ist eher Quatsch und wurde darum von ihm selber bereits mit einem Zwinkersmiley entschärft.

Darum bleibe ich bei meiner Feststellung: Verifizierung nicht möglich. Ausnahmen in Sonderfällen bestätigen die Regel.

Wenn ich ein Objekt nicht eindeutig identifizieren kann, kann ich es auch nicht pflegen. Das ist also kein an den Haaren herbeigezogenes Ersatzargument, sondern eine Tatsache.

Etwas anderes ist es bei den von @Galbinus genannten Naturdenkmalen oder anderen besonders prominenten oder speziell gekennzeichneten Bäumen. Die findet der Alltagsmapper auch mit seinem GPS, das ihn in einem Umkreis von 10-20 Metern der präzisen Koordinaten lotst, weil sie sich durch ihre Besonderheiten identifizieren und damit verifizieren lassen. Damit ist dann eine Überprüfung und ggf. Korrektur durch andere Mapper jederzeit möglich.

Edit:
[1] Natürlich gibt es auch Stellen im Wald mit gutem Empfang, speziell im Winter, wenn das Blätterdach weg ist. Dann wird man in einem lichten Wald mit großen alten Bäumen mit etwas Glück auch einzelne Exemplare lokalisieren können, vorausgesetzt, die gemappte Position stimmt exakt. Aber man kann sich halt nicht drauf verlassen und weiß daher bei einem handelsüblichen GPS nie, wie nah man tatsächlich dran ist an der gesuchten Koordinate.

5 Likes

Wenn wir deine Aussagen auf arbiträre (beliebige, unbedeutende) Bäume beziehen, dann gebe ich dir zu 100% Recht. Identifikation von solchen unbedeutenden Bäumen ist nicht sicher genug möglich, um beispielsweise weitere Eigenschaften zu ergänzen.

Ich denke, bis auf wenige Ausnahmen sind wir uns hier einig, dass nur für spezielle bestimmte Bäume im Wald eine Einzellerfassung in OSM sinnvoll ist. Nicht umsonst gibt es extra für natural=tree[1] eigens einen Relevanz-Kriteriums-Key: denotation=*.
Für Waldbäume sehe ich persönlich die folgenden Gründe, was sie (für mich) speziell und relevant macht:

  1. Bereits genannt, wenn der Baum als Naturdenkmal anerkannt wird.
  2. Wenn der Baum als Namensbaum[2] ausgezeichnet ist.
  3. Bäume von außergewöhnlicher Dimension (Höhe / Umfang).
  4. Bäume von außergewöhnlichem Aussehen (z.B. Blutbuchen)

Momentan suche ich gezielt nach Exemplaren zu 3. und 4.
Dabei kann das gezielte Auffinden von höchsten Bäumen an einem Ort, manchmal schon ziemlich schwierig werden, insbesondere wenn man am Boden zwei fette Stämme vom Wind geworfener Exemplare findet, von denen man nicht weiß, ob es die vor oder nach Erfassung der DOM1-Höhendaten umgehauen hat.


  1. und auch tree_line ↩︎

  2. hat in Darmstadt eine lange Tradition ↩︎

2 Likes

Natürlich kann man das und das habe ich selbst auch schon getan. Und es geht mir nicht um willkürlich hinzugefügte Bäume, sondern um korrekt erfasste Bäume. Z.B Naturdenkmal. Oder bei kleinen Laubwaldflächen. Das geht sehr gut mit entsprechenden Luftbildern und der Kenntnis und Fotos vor Ort. Ich möchte daher auch nicht grundsätzlich ausschließen, dass jemand mit viel Zeit und Mühe auch größere Flächen so richtig erfassen kann.

Wir werden uns wohl nicht gegenseitig überzeugen können, aber wie das Thema hier zeigt, gibt es hierzu unterschiedliche Meinungen. Die gilt es zu respektieren.

1 Like

Some trees are special. Here is one near me. It is the second largest oak in my county.

https://www.openstreetmap.org/edit?changeset=182989281#map=16/41.29475/-73.84066

It is a destination for hikers.

Ja, das sind genau die Bäume, deren Erfassung Sinn macht, da sie zweifelsohne “points of interest” sind. Dazu gibt es auch einen weitgehenden Konsens, wie man den vorangehenden Posts entnehmen kann.

Die umgebenden zigtausend Bäume dagegen einzeln zu erfassen, würde die Daten eher verschlechtern, da dann der prominente Baum darin untergehen würde. Das ist hier recht eindeutig die Mehrheitsmeinung, auch wenn einige Teilnehmer das anders sehen.

7 Likes

Hi,
Please try this in overpass-turbo.eu
natural=tree in “Yosemite National Park”

and zoom to southern group of tree where you have this one

These one can be seen as monuments and are worth to be kept.
Mapping exceptional trees in woods can help to find where you are.
Orienteering maps often add these trees.
e.g. 30m high oak in a 5m high forest.
Of course mapping all trees in non-sense (who will maintain ?)
Common sens is key … and discussion in a constructive way.

4 Likes

Yes, there is a significant difference between
a very specific, particular tree

and a hundred random trees, tagged in such a way that they cannot be distinguished from one another, amongst trillions of similar trees.

OK, a trillion is certainly an exaggeration, but let’s be realistic and assume there are up to 600 billion trees (auf deutsch: 600 Milliarden Bäume). If we find 10,000 mappers to help map the Congo Basin and it takes just one second per tree, it would still take us almost two years to record all the trees – without sleeping, eating or going to the toilet…

2 Likes

Ich kennen zwei fitte Mapper, die machen das gemeinsam binnen drei max. vier Tage. Der eine ist Chuck Norris und der andere ist hier irgendwo unterwegs …

1 Like

OT:

Alter, was hast Du geraucht heute morgen..?!? Erst der Klopper in den lustigen Sachen mit dem Typen am Grill, bei dem ich vor Lachen beinahe vom Stuhl gefallen wäre und jetzt der Spruch von den Supermappern … :joy: … 1A!

(Aber den Chuck Norris haste von mir abgekupfert, gib’s zu …)

auch OT:
Üblicherweise mapp(te) Chuck Norris aber nicht in OSM, sondern passte die Welt an OSM an.

1 Like

Well, maybe natural=tree_stump :-(
https://www.npr.org/sections/thetwo-way/2017/01/09/508919216/iconic-sequoia-tunnel-tree-brought-down-by-california-storm

You’re right but the mentioned changesets refer to average trees…

Die Tage in der Die:Zeit erschienen

Eibe im Allgäu | Unser Ältester

Alte Eibe von Balderschwang

Keine Sorge, sie ist gemappt KLICK…

Mit der genauen Schätzung ist das so eine Sachen,

“So schwanken die Altersangaben für die Alte Eibe von Balderschwang von 600 bis 1000 Jahren über 1000 Jahre bis zu 2000 bis 4000 Jahren. Realistisch dürfte ein Alter zwischen 800 und 1500 Jahren sein.”

Soll mit egal sein, so genau nehme ich selten was :slightly_smiling_face:

Wer gerade Zeit hat? Liste markanter und alter Baumexemplare in Deutschland

Sehe ich genau so, auf 1000 Jahre kommt’s ja nun wirklich nicht an … :wink: