In der Theorie kannst Du das, in der Praxis eben nicht. Es ist praktisch unmöglich, einen willkürlich in einen Wald hineingemappten Baum bei der Unschärfe unserer Daten vor Ort eindeutig zu identifizieren. Man wird im Umfeld der Koordinaten natürlich Bäume finden, aber den einen eindeutig zu identifizieren (und damit die Existenz zu verifizieren) ist mit den allgemein zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich.
Auch wenn die Koordinaten nicht bereits mit Unschärfe von einem Luftbild gemappt, sondern durch einen professionellen Vermessungstrupp exakt erfasst wurden, kann der Alltagsmapper mit seinem GPS wegen der bekannten Meßungenauigkeit (speziell im dichten Wald) den Baum trotzdem nicht lokalisieren. Mit ist dieses Problem bestens bekannt, da ich damit permanent bei meine Projekt “Historische Grenzsteine in Wald und Flur aufspüren” konfrontiert werde, wobei ein Grenzstein immer noch ein klar identifizierbares Objekt ist, um Gegensatz zu einem x-beliebigen Baum. [1]
Und der von @dieterdreist vorgeschlagene Ansatz, von einem exakt vermessenen Punkt mit Maßband und Schnüren losziehen, ist eher Quatsch und wurde darum von ihm selber bereits mit einem Zwinkersmiley entschärft.
Darum bleibe ich bei meiner Feststellung: Verifizierung nicht möglich. Ausnahmen in Sonderfällen bestätigen die Regel.
Wenn ich ein Objekt nicht eindeutig identifizieren kann, kann ich es auch nicht pflegen. Das ist also kein an den Haaren herbeigezogenes Ersatzargument, sondern eine Tatsache.
Etwas anderes ist es bei den von @Galbinus genannten Naturdenkmalen oder anderen besonders prominenten oder speziell gekennzeichneten Bäumen. Die findet der Alltagsmapper auch mit seinem GPS, das ihn in einem Umkreis von 10-20 Metern der präzisen Koordinaten lotst, weil sie sich durch ihre Besonderheiten identifizieren und damit verifizieren lassen. Damit ist dann eine Überprüfung und ggf. Korrektur durch andere Mapper jederzeit möglich.
Edit:
[1] Natürlich gibt es auch Stellen im Wald mit gutem Empfang, speziell im Winter, wenn das Blätterdach weg ist. Dann wird man in einem lichten Wald mit großen alten Bäumen mit etwas Glück auch einzelne Exemplare lokalisieren können, vorausgesetzt, die gemappte Position stimmt exakt. Aber man kann sich halt nicht drauf verlassen und weiß daher bei einem handelsüblichen GPS nie, wie nah man tatsächlich dran ist an der gesuchten Koordinate.