Mapping von Universitäten?

Ich lebe in einer Uni-Stadt (Erlangen) und bin auch Alumnus der dortigen FAU (Friedrich Alexander Universität). Eigentlich hat mich das Mapping der Uni bisher nicht weiter interessiert (ist schon lange her bei mir), aber jetzt wurde ein neuer zusätzlicher Campus aufgemacht, der an eine meiner Interessenzonen angrenzt und da ist mir eine Seltsamkeit aufgefallen. Es gibt einen Wiki-Artikel, der das Mapping von Universitäten mit mehreren disjunkten Zonen und Einzelgebäuden beschreibt. Dieser Artikel sagt, man sollte die Gesamt-Uni als Multipolygon anlegen und die einzelnen Teilflächen, die möglicherweise über die Stadt verteilt sind, darin zusammenfassen. So weit so gut, wenn man das macht, dann werden die dem Uni-Multipolygon zugeordneten Teilflächen, wie im Wiki beschrieben, auch in ‘educational’-Gelb gerendert – kann man sich z.B. bei der RWTH Aachen anschauen.

Die FAU (und z.B. auch die Uni Tübingen) ist aber nicht als ‘type=multipolygon’, sondern als ‘type=site’ angelegt. Vermutlich mit dem Hintergrund, dass man damit auch einzelne zusätzliche Objekte (z.B. Gebäude auf den Uni-Teilflächen) der Uni-Relation zuordnen kann. Damit verschwindet aber das Rendering der Uni-Flächen in ‘educational’-Gelb, die Flächen werden dann in Default-Grau gerendert.

Interessant ist da Tübingen, das mit illustrativen Beispielbildern sogar im Wiki-Artikel ‘campus’ gezeigt wird. Da sieht man noch, dass die Uni-Flächen mal gelb waren. Jetzt heute sind sie grau, weil vor einigen Monaten jemand die Uni-Gesamtrelation von ‘multipolygon’ auf ‘site’ geändert hat.

Was ist denn hier jetzt richtig und falsch?

in Tübingen hat vielleicht einfach jemand die Uni gelöscht? Ich finde z.B. auch mit Namenssuche wie Universität Tübingen oder Eberhard Karls Universität Tübingen überhaupt nichts mehr, und beim Ansehen der Neuen Aula oder des Kupferbaus wird nicht klar zu welcher Uni das gehört, die sind auch in keiner site-Relation.
Übrigens halte ich es auch für keine gute Idee, alle Gebäude die zur Uni gehören als building=university zu taggen, ein spezifisches Hörsaalgebäude würde ich auch so taggen.

Ich habe die site-Relation jetzt gefunden: Relation: ‪Universität Tübingen‬ (‪8639592‬) | OpenStreetMap
@seichter ?

Meiner Meinung nach unnötig weil keine nodes oder linearen Elemente drin sind, d.h. Multipolygon wäre ausreichend. Eigentlich wäre es vielleicht auch besser, man würde die einzelnen Standorte als eigenständige Objekte haben (Flächen oder Relation), z.B. Morgenstelle, Kliniken Berg, Altklinikum, und diese dann als Mitglieder in die Unirelation, anstatt so kleinteilig alles in einer Ebene aufzulisten. Die Wilhelmstraße selbst würde ich nicht als Unigelände mappen.

Was das hier sein soll ist auch unklar: Way: 1339991122 | OpenStreetMap ungetaggt sozusagen

Gibt’s bei OSM nicht, “nur” unterschiedliche Meinungen und Ansichten.

Ich persönlich würde die einzelnen Areas als amenity=university mappen und diese dann per site-Relation zusammenfassen.

:slight_smile: Das habe ich nach ein paar Jahren als rühriger Mapper schon gelernt und verstanden. Aber zu vielen Themen gibt es so etwas wie einen “Community-Konsens”, den ich aber möglicherweise außerhalb meiner eigenen Kernthemen nicht kenne. Dieses Hochschulmapping ist etwas, mit dem ich mich bisher nicht beschäftigt habe und es könnte ja sein, dass es dazu meinungsführende Spezialisten gibt.

Ich persönlich würde die einzelnen Areas als amenity=university mappen und diese dann per site-Relation zusammenfassen.

Ein technisch valider Ansatz, aber dann musst du vorher den Wiki dazu umschreiben, denn laut dem Wiki sollte es nur ein einziges amenity=university pro Hochschule geben. Gegen einen Wiki-Artikel zu mappen ist zwar möglich, führt aber früher oder später zu Belehrungsattacken durch Besserwisser.

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Der “richtige” Ansatz ist mMn in den meisten Fällen eine site-Relation pro Hochschule mit den einzelnen Campus-Geländen, angemieteten Gebäuden und Einrichtungen in Gebäuden (node) als member.

amenity=university an den areas mit Name führt dazu, dass man plötzlich zwanzig Universitäten in der Stadt hat.

Die Unterscheidung von Hochschulen-Relationen je nachdem, ob sie nur Flächen oder daneben weiteres enthalten, halte ich für sehr künstlich. Selbst das erwähnte Tübingen hat einige nodes in der Relation und ob angemietete Häuser als Fläche zählen, ist doch sehr fraglich.
Darüber hinaus hat wohl jede halbwegs größere Hochschule Einrichtungen in angemieteten Räumen, wo man nicht das ganze Haus der Hochschule zuordnen kann. Dem kann man nur (inkorrekt) entgehen, wenn man wie in Tübingen ganze Stadtviertel mit Privathäusern und Durchgangsstraßen der Uni zuschlägt.

Völlig zufriedenstellend wird man die Hochschul-Relationen sowieso nie erstellen können, dazu gibt zu viele Änderungen durch Neubauten, Neuanmietungen etc. Auch die Zuordnung von teilweise unabhängigen Einrichtungen ist für Außenstehende schwer nachvollziehbar (Heizwerke, Parkhäuser, An-Institute, Mensen usf.). Dazu gibt es noch Institute in Kooperation von mehreren Hochschulen und Außenstellen in zig Kilometer Entfernung. Wo sollen die denn hin?

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Das führt aber zu dem Resultat, dass die primären Campusflächen (die hat eigentlich jede große Hochschule) nicht mehr farblich als landuse ‘educational’ gelb gerendert werden und damit in den resultierenden Karten visuell als solche nicht mehr erkennbar sind. Dann hat man zwar ein schönes Datenmodell in der Datenbank, aber keinen (Mehr-)Wert mehr in den gerenderten Karten.

Das Rendering bei Carto kommt halt gar nicht vom landuse=eduaction, sondern von der amenity. Letzteres ist auch an anderen Stellen problematisch (z. B. wenn eine Schule und eine Kita sich das Gelände teilen) und wenn ich mich richtig erinnere war das einer der Gründe, landuse=education einzuführen - in der Hoffnung, dass Carto das dann auch irgendwann rendert. Was nicht passieren wird, wenn man es nicht systematisch nutzt.

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Das hatte ich so auch nicht gemeint. Mit landuse ‘educational’ wollte ich eigentlich nur abstrakt die gelbe Flächenfüllung beschreiben, die bei Carto für die Landflächen aller Bildungseinrichtungen (vom Kindergarten bis zur Uni) verwendet wird. Ausgelöst wird das durch die Attribuierung amenity=*, wobei * eine Bildungseinrichtung ist, völlig klar.

Dass es tatsächlich ein landuse=education auch gibt, war mir bisher gar nicht bewusst. Laut Beschreibung sollte Carto das ja sogar gelb rendern – tut es aber in der Realität nicht, wie ich an ein paar mit Overpass gefundenen Beispielen sehe. Zu dumm, das wäre vermutlich eine ganz passable Lösung des Problems, man könnte dann eine type=site Relation mit einem einzigen amenity=university anlegen und die zugehörigen Flächen bei Bedarf ohne ein eigenes amenity= über landuse=education einfärben.

Das ist zwar unschön, die Farbgebung in einem Renderer, auch wenn es ein häufig genutzter ist, wird vorsichtig gesagt nicht als Grund für ein bestimmtes Mapping angesehen.

Es spricht zunächst mal nichts dagegen, einzelne Campusflächen als Relation anzulegen und die dann mit zusätzlichen Objekten drumrum in einer site-Relation für die gesamte Hochschule zusammen zu fassen. Das wäre übersichtlicher, löst das Farbproblem aber nicht.
Daneben gibt es das Problem, dass nicht alle Werkzeuge im OSM-Umfeld mit geschachtelten Relationen umgehen können.

Daneben gibt es das Problem, dass nicht alle Werkzeuge im OSM-Umfeld mit geschachtelten Relationen umgehen können.

mit site-Relationen gehen die allermeisten Karten auch nicht um, generell. Wenn es einem etwas ausmacht ob die Werkzeuge damit umgehen können, dann nutzt man m.E. überhaupt keine Siterelationen.

Danke! Sehr aufmerksam, habe den alten Stand per Änderung wiederhergestellt.

Falls das gelbe Quadrat (File:Rendering-area-amenity-school.png - OpenStreetMap Wiki) auf Tag:landuse=education - OpenStreetMap Wiki nicht gleich im wiki-Artikel verschwindet und noch im Cache ist, kann dieser per mit Parameter ?action=purge als Adresszeilen Anhängsel (Zwischenspeicher löschen klicken) gelöscht werden.