Die leichteste Metode ist es, die Lizenzdebatte zu ignorieren und weiterzumappen wie bisher.
In der Lizenzdiskussion wurde schon genug Staub aufgewirbelt. Der Artikel ist für die nichts Neues, und er spricht nicht die LWG an, sondern die Mapper. Ich sehe sogar die Gefahr, dass die LWG-Leute das sehen und sich sagen: Na die Mapper stellen sich eh schon drauf ein, dass alles gelöscht wird, also können wir das ohne weiteres so machen.
Das ist jetzt so mit den Mappern, die nicht zugestimmt haben. Die können nicht mehr in OSM editieren, und einen lebensfähigen Fork gibt es jetzt auch noch nicht. Jetzt sind sie also für eine Weile kalt gestellt. Man könnte meinen, die OSMF zögert die Umstellung absichtlich so lang hinaus, um die Ablehner auszuhungern.
Sobald aber die Regeln öffentlich gemacht werden, wird es Tools geben, die anzeigen, was tatsächlich gelöscht wird. Wenn das viel ist, dann sehe ich sehr wohl eine Chance für einen Fork. Dann werden viele Ablehner, die sich in der Zwischenzeit untätig fadisieren mussten, voll motiviert in den Fork einsteigen, und von den Zustimmern wird auch ein Teil umsteigen. Es wird ja immer so getan, als würden alle Zustimmer OSM treu bleiben. Aber mit der Zustimmung gibt man nur seine Daten frei, das sagt nichts darüber aus, wo man weiter mappen wird. Es kann leicht sein, dass 80% der Lizenz zustimmen, aber nur 20% treu bleiben.
Es wird sehr viel davon abhängen, auf welche Datenbank die diversen Anwendungen setzen werden. Z.B. weiß ich von Extremecarver, der hinter Openmtbmap und Openvelomap steht, dass er den Lizenzwechsel vehement ablehnt. Er wird also sicher auf einen Fork aufsetzen. Dann werden auch viele Mapper, die seine Karten nutzen, für den Fork mappen. Das selbe wird mit Wanderern und Reitern passieren, falls Nop sich entschließt einem Fork zu folgen. Oder Skobbler - das hat doch schon sehr viele User. Wenn die Straßen und Abbiegerelationen bei der Umstellung kaputtgehen, würde das unter denen einen Aufstand hervorrufen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Verantwortlichen das vermeiden wollen und vorerst einem Fork folgen.
Wenn ich ein Verantwortlicher für eine Anwendung (Karte, Navigation etc.) bin, werde ich wahrscheinlich vorerst die Daten von dort nehmen, wo sie am vollständigsten sind. Die Datenquelle wechseln kann ich später immer noch. Wenn die Mapper aber wissen, dass ich mich für diese Datenquelle entschieden habe, dann werden sie bevorzugt für diese Datenquelle mappen. Das beeinflusst wieder mich, denn ich will auf die neuen Daten dieser Mapper nicht verzichten und werde weiter auf die selbe Datenbank setzen. Das ist eine Dynamik, die zur Folge hat, dass ich nie wieder auf OSM zurück wechsle.
Wichtig für den Fork ist vor allem, dass er schnell auf die Beine kommt und funktioniert, und dass es nur 1 Fork gibt und nicht 10, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.
Kommt drauf an. Die Hauptstraße in der Hauptstadt wird neu gemappt werden, aber bei ausgefallenen Sachen braucht man sich keine Hoffnung machen. Beispiel: die ca. 1000 Höhlen, die ich gemappt habe.
Wie kannst du wissen, ob du nicht selber einer der Mapper bist, die “verloren gehen”? Wenn du siehst, dass die Mehrheit zu einem Fork wechselt, wirst du es vielleicht auch tun. Und dann wirst du wollen, dass noch mehr “verloren gehen”, denn dann sind auf einmal die Zurückbleiber das Problem.
Ich weiß nicht, ob das passieren wird. Mehr wissen wir erst dann, wenn die Regeln publik sind. Das muss jetzt mal das Ziel sein. Immer den ersten Schritt vor dem zweiten machen.