Keine Relation für Großherzogtum Baden mehr

Dasselbe gilt auch für kirchliche Grenzen: Sie sind zugleich kommunale Grenzen (admin_level=8), selten auch Grenzen von Stadtteilen, wie z.B. Way: 322224660 | OpenStreetMap (admin_level=9).

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… dann ist es doch gut, dass sich andere OSM in der Hinsicht besser auskennen. Es ist ja eine der Stärken von OSM, dass hier Leute zusammenarbeiten, die sich in unterschiedlichen Bereichen auskennen.

Die Grenzen von Landeskirchen sind ebenso viel oder wenig mittelalterliche Grenzen wie politische Grenzen. Beide haben zwar eine jahrhundertealte Geschichte, sind aber akutelle Realität.

Es sind tatsächlich gesetzlich verankerte Grenzen und die Zugehörigkeit eines Mitglieds dieser Kirchen hängt nicht davon ab, wo er einen “Mitgliedsantrag” stellt sondern wo er wohnt. Das ist alles gesetzlich festgelegt. Es gibt sowohl bei der katholischen Kirche als auch bei den evangelischen Landeskirchen gesetzlich festgeschriebene Verwaltungsstrukturen.

Als ich in die Region gezogen bin, in der ich nun seit Langem lebe, wurde ich ohne mein Zutun von einem Mitglied der evangelisch unierten Landeskirche Kurhessen-Waldeck zu einem Mitglied er evangelisch refovormierten Landeskirche Lippe. Ich erspare es mir, hier die Unterschiede zu benennen, es gibt aber deutliche Unterschiede. Es ist daher durchaus keine irrelevante Information zu schauen, in dem Gebiet welcher Landeskirche sich ein Ort befindet,

Daneben gibt es natürlich noch Freikirchen, die sind tatsächlich anders und eher wie ein Verein organisiert. Da hängt die Zugehörigkeit nicht von der Adresse ab.

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Landeskirchengrenzen bzw. Kirchenbezirksgrenzen sind in Deutschland Verwaltungsgrenzen. Es sind auch keine Mitgliedsbeiträge sondern Kirchensteuern. Das muss nicht jedem gefallen, ist aber rechtliche Realität.

Wir sollten in OSM nicht den Fehler machen, diese Realität zu diskutieren sondern uns darauf beschränken, sie als solche wahrzunehmen.

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Virtuelle Objekte haben aber auch Beziehungen untereinander.

Gut, wenn du das für alle kirchlichen (nicht nur die katholischen und evangelischen) Grenzen geprüft hast…

Ihr schweift vom Thema ab.
Das Großherzogtum gibt es nicht mehr. Die Kirchen schon noch.

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…und wenn der Pfarrer sagt “schleich dich” dann darf ich seine Grenze löschen?

Würde ich anders rum vermuten. OTG wird es vermutlich mehr Grenzsteine des Großherzogtums Baden geben als von kirchlichen Grenzen. Und ähnlich wie bei Kirchen kannst du die Leute fragen, ob sie sich als Badener sehen. :wink:

und wenn ich meine privaten Radtouren auf OSM erfasse, kannst mich auch immer gerne fragen… :wink:

Unterm strich gehört all das nicht in OSM, bis auf die real vorhandenen Grenzsteine.

Gut, wenn du das für alle kirchlichen (nicht nur die katholischen und evangelischen) Grenzen geprüft hast…

an welche anderen denkst du da konkret? Mir ist nicht bekannt dass es da andere Grenzen gäbe, noch dass jemand so was gemappt hätte

Es gibt Unmengen an verschiedenen Religionen, die alle ihre Gemeinden haben, die wiederum irgendwelche Grenzen/Zuständigkeiten haben.

Es gibt Unmengen an verschiedenen Religionen, die alle ihre Gemeinden haben, die wiederum irgendwelche Grenzen/Zuständigkeiten haben.

soso, nichtmal ein konkretes Beispiel aus OpenStreetMap? Und keine externe Quelle für so eine Grenze? Dann würde ich die Diskussion darüber verschieben bis es konkreter wird.

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Mit “Verwaltungsgrenzen” meinte ich “boundary=administrative”, nicht
“Grenzen, die innerhalb nicht staatlicher Organisationemm zu deren
Verwaltung benutzt werden”.

Für Kirchenbezirksgrenzen gibt es m.E. keinen Erfassungskonsens in OSM,
egal wie “rechtlich bedeutsam” sie für Angehörige von
Religionsgemeinschaften sein mögen.

Für Kirchenbezirksgrenzen gibt es m.E. keinen Erfassungskonsens in OSM,
egal wie “rechtlich bedeutsam” sie für Angehörige von
Religionsgemeinschaften sein mögen.

ich dachte bisher immer, das gibt’s halt nur sporadisch weil es nicht so viele interessiert, dass es hier jetzt auch immer mehr um Relevanzdiskussionen geht bedauere ich.

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Seit wann brauchen wir für alles, was in OSM eingetragen wird, einen ausdrücklichen Erfassungkonsens? Wie Du richtig sagtest, gibt es auch für die Erfassung von PLZ-Bereichen keinen solchen Konsens.

Aktuelle administrative Grenzen werden kaum noch durch reale Grenzsteine gekennzeichnet. Wird im Rahmen einer Verwaltungsreform eine Kreisgrenze verlegt, werden meiner Kenntnis nach keine neuen Grenzsteine gesetzt und erst Recht auch keine historischen Grenzsteine umgesetzt. In meiner Region grenzen die Landkreise Paderborn, Höxter und Lippe aneinander. Historisch war hier die Grenze zwischen dem Fürstentum Lippe und dem Bistum Paderborn. Das Fürstentum Lippe wurde durch die Reformation zu einem evangelischen Land (das Volk wurde ja damals nicht gefragt und bekam automatisch die Kirchgenzugehörigkeit des Landesherren). Im angrenzenden Land, dem Hochstift Paderborn, war sowieso der in Paderborn residierende Kirchenherr der Landesherr. Alle Grenzsteine, die in diesem Gebiet in OSM eingetragen sind, stammen aus dieser Zeit. Sie markieren die historische Grenze, wie sie verlief, als Kirche und Staat noch eins waren. Dort steht auf keinem Grenzstein “Kreis Lippe / Kreis Paderborn”. Es gab auch in den 1970er Jahren eine Gebietsreform, so dass die Grenzsteine gar nicht entlang der heutigen Kreisgrenze stehen.

Daher: Das Argument, staatlich-administrative Grenzen wären anders als kirchen-administrative Grenzen durch Grenzsteine vor Ort markiert, stimmt einfach nicht.

Und was die Grenzsteine des Großherzogtums Baden betrifft: Die Grenzsteine repräsentieren die historische Grenze des Großherzogtums ebenso wie die der historischen Landeskirche. Die aktuellen staatlich-administrativen Grenzen markieren sie ebensowenig wie die aktuellen kirchen-administrativen Grenzen.

Was andere Religionsgemeinschaften betrifft: Keine andere Religionsgemeinschaft hat den administrativen Status einer evangelischen Landeskirche oder eines katholischen Bistums. Das muss man nicht gutheißen, es ist aber Realität. Und wir bilden ja in OSM die Realität ab und nicht nur das, was wir gut finden.

Es hat also gute Gründe, wieso es gar nicht möglich ist, eine administrative Grenze anhand von Grenzsteinen einzuzeichnen oder vor Ort zu überprüfen. Man muss immer auf eine virtuelle Quelle zurückgreifen und solange es sich dabei um eine zulässige Quelle handelt, spricht da auch nichts gegen.

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@Mammi71:
Ich möchte Dich bitten, die Überschrift anzupassen, denn es geht hier doch eindeutig um mehr als das Großherzogtum, bei dem wir uns sicher alle einig sind: Das gehört in die OHM. Die hier zu unser aller Leidwesen wieder einmal aufkommende Relevanzdiskussion entwickelt sich zu meinem Erschrecken und sollte daher mehr Mitmapper ansprechen, damit die hier mitlesen und vorallem mitreden können. (Auch wenn ich das selbst dürfte - es wäre das erste Mal, ich fände das nicht angemessen, Du kennst Dich einfach besser aus.)

@Karthoo:
Du hast das vor 4 Jahren mit dem Changeset im ersten Post begonnen (und mMn alles richtig gemacht!) - dann solltest Du auch wissen, das darüber gesprochen wird. Wie ist Deine Meinung dazu, Du hast Dir ja was dabei gedacht?

@woodpeck:
Die Welt von OSM hab ich immer noch nicht annähernd mit meinem beschränkten Geist erfasst, aber sie ist so viel größer, als Du Dir offensichtlich erwartest, wie sie sein soll. Wenn ich eins hier gelernt habe: Ohne Toleranz gegenüber den Einfällen der Mitmapper, die sind das Wichtigste hier, wäre OSM heute nicht da, wo es nun ist! Bei Kirchengrenzen handelt es sich schließlich nicht um Vandalismus. Als iD-User kann ich eh nicht dran mitwirken, aber die Idee, diese Grenzen zu erfassen, finde ich völlig OK. Relevanz liegt halt immer im subjektiven Interesse des Nutzers - da gibt’s so viel Diversität. Oder mappen wir doch für eine Firma und sind nur die unbezahlten Laien vom Dienst? Ich schätze Deine Arbeit für unser aller OSM, aber hier übertreibst Du. - Btw: Wirklich Unsinniges sollte vermieden werden! Das ich u.a. nicht eintrage, wo die Riechgrenzen meiner Flatulenzen enden, versteht sich daher von selbst.

@all: Wir diskutieren uns die Köpfe heiß, es entsteht Unmut - aber wir reden wenigstens darüber! Man kann dabei viel lernen und dann sein Tun anpassen oder mit dem Kopf schütteln und einfach weiter mappen, wie man lustig ist…

Das ist OSM in Reinkultur!

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