maxbe
(Max)
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Ich seh auch irgendwie keinen wirklichen Unterschied zwischen offiziellen und inoffiziellen Namen. Ich kann mich natürlich auch mit name:inofficial oder grau gerenderten Namen anfreunden, aber für wichtig halte ich das nicht.
Wie entstehen denn so Namen für Wege und Flure?
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Der Gemeiderat ackert sein Lexikon der Gartenpflanzen und die Liste verstorbener Honoratioren durch und benennt einen Weg. Das sind klare Fälle von offiziellen Namen. Die sollten wir als “name” eintragen, weil die bilden die Adressen. Falls ein Weg von den Leuten anders genannt wird, kann man den als loc_name eintragen.
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Ausserorts kümmert sich in der Regel keine Behörde um Namen. Dann befragen Vermessungsämter die Leute, suchen alte Katasterblätter oder befragen Gremien von Sprachforschern, die ihr Wissen aus “Kataster, Grundbuchsachregister, Flurkarten, Archivquellen und der Befragungen ortsansässiger Gewährsleute” schöpfen.
Diese Befragung ortsansässiger Gewährsleute ist aber keine abgeschlossene Sache, wo einmal ein Hundertjähriger erzählt, dass ein steiler Weg schon immer “Ochsenschinder” hiess. Da darf man ruhig auch mal einen Zwanzigjährigen mit “Wadenschinder” zu Wort kommen lassen. Beide Namen haben für mich die gleiche Qualität. Sie werden von einer kleinen, aber lokal dominanten Gruppe von Gewährsleuten bestimmt, von den “insidern” aus dem Titelthema. Und solange keine andere Gruppe Alternativen bietet, ist das für mich der einzige Name.
Dass amtliche Karten den “Ochsenschinder” aufnehmen, weil Sprachforscher die Hundertjährigen lieber haben, verstehe ich. Aber für die Frage, wie ich einen Weg nenne, ist das für mich kein Kriterium. In ein paar Jahrzehnten wird man über die Etymologie von “Pumptrail” promovieren können und die Welt ist wieder in Ordnung…
Grüße, Max