In der Diskussion zum Änderungssatz hat PT-35 auf die geringe Verwendung von highway=virtual hingewiesen und ebenfalls nach dem Routing gefragt.

Daher kopiere ich hier einfach meine Antwort darauf:

… zunächst einmal verwundert mich die kleine Zahl … dann aber auch wieder nicht, wenn ich sehe, dass offensichtlich wohl Vertreter der reinen Lehre ‘highway=virtual’ wieder eliminiert haben.
Ich hatte ‘highway=virtual’ z.B. genutzt, um den Lutherweg 1521 und den Hugenotten-/Waldenserpfad durch die Fußgängerzone an der Frankfurter Hauptwache / über die Zeil zu erfassen. Man hat daraus ‘highway=pedestrian’ gemacht. Von einigen Renderern wird solch ein Fußweg in Polygonen mit ‘area=pedestrian’ oder bei ‘area=yes’ zwar auch nicht dargestellt … aber das ist auch nicht als Regel offiziell so festgeschrieben. Man schaue sich 'mal für diesen Bereich verschiedenen Kartendarstellungen an (https://mc.bbbike.org/mc/). Bei z.B. ‘Komoot (OSM’) wird ‘highway=pedestrian’ markant dargestellt. Der Bereich der Hauptwache ist in der Kartendarstellung eh schon durch viele Pfade ein Graus.
Die OpenAndroMaps-Karte zeigt im Mapsforge-Standard-Thema und allen von mir getesteten speziellen Mapsforge-Themen ebenfalls ‘highway=pedestrian’ an.

Für die Aufgabenstellung also keine gute Lösung.
Man schaue sich statt dessen 'mal Kartendarstellungen den Marktplatz in Herborn (Hessen) mit/ohne Wanderweg-Overlay an (mit ‘highway=virtual’).
Andererseits wird ‘highway=virtual’ von den beiden mir bekannten Trail-Auswertern (WayMarkedTrails.org und Thunderforest) nicht ausgeblendet, sondern - wie gewünscht - berücksichtigt.
Und von WayMarkedTrials kann man den Trail als .gpx-datei herunterladen, die bei ‘highway=virtual’ nicht mit einem neuen Segment ansetzt.
JOSM führt vor dem Hochladen von Änderungen ja eine Prüfung durch, ob der geänderte Datensatz regelkonform ist. ‘highway=virtual’ ist da noch nie bemängelt worden.
Der Status diese Tags ist laut OSM-Wiki allerdings tatsächlich seit vielen Jahre noch als “Draft (under way)” geführt (https://wiki.openstreetmap.org/wiki/Proposed_features/virtual_highway).
Schlussendlich zur Frage des Routings: Alle mir bekannten Router routen problemlos durch eine Fußgängezone - auch wenn kein ‘highway=…’ existiert. Aber ‘highway=virtual’ schadet da auch nicht.
Und in meinem Beispiel, in dem der Wanderweg über einen pfadlosen Rasenstreifen zwischen Fußweg und Fahrbahn führt? Das kann ich z.Zt. mit Internet-basierten Routern nicht testen. Die hinken in ihrem berücksichtigten Datensatz in der Regel sehr stark nach.
Aber: In diesem Beispiel würde halt nicht über den Fuß-/Fahrradweg geroutet, sondern über die Fahrstraße.
Ist doch auch kein Beinbruch.
Meiner lokalen OSRM könnte ich durch eine kleine Änderung in der XML-Steuerdatei beibringen, auch über ‘highway=virtual’ zu routen … aber das ist m.E. die Mühe nicht wert.
Ich hoffe, diese ausführlichen Erläuterungen führen dazu, dass nicht weiterhin die gute und effiziente, wenn auch (noch) nicht offizielle, Lösung ‘highway=virtual’ durch z.B. die Pseuo-Lösung ‘highway=pedestrian’ ersetzt wird, die relevante Kartendarstellungen nur verhunzt …