Hausnummern an Grundstücken (Toreinfahrt / -Eingang) verschoben in Gebäude

Und wenn dann auch kein Briefkasten steht, dann wird hoffentlich keine Post dorthin adressiert.

Na ja, ich würde eher dazu tendieren dann die Hausnummer wegzulassen oder sie dem Grundstück zuzuweisen (bis dort ein Haus steht).

Eine ähnliche Situation hat man auch wenn ein Haus abgerissen wurde.

Radeland-Siedlung…

Guten Abend zusammen,

…kleiner Tip… wenn jemand Lust und vor allem auch Zeit hat, mag er/sie/es sich die Radelandsiedlung genauer anschauen.

  • ein Besuch vor Ort ist bevor eine Meinungsbildung erfolgt, zwingend erforderlich.
  • Nutzung des mvt-Layers für Brandenburger Adressen sei auch zwingend angeraten. (auch schon mit Luftbildnutzung).

→ Das ist ein schönes Beispiel, wie die theoretische Adresspunktverwendung einerseits und die praktische Situation vor Ort andererseits aussieht…

… Wie gesagt: bevor da eine persönliche Meinung gebildet wird, ist meiner Ansicht nach vorher ein Besuch zwingend erforderlich…

Viel Spaß!
:grin:

Ich bin die Ecke mal abgefahren…
→ Kopfschütteln und wieder raus…

Grüße,

Sven

Eine Hausnummer hat nicht nur die Funktion einer postalischen Zustellmöglichkeit.

Hausnummern sind, zusammen mit Ortsnamen, im Grunde nichts anderes als eine der ersten Formen der Geokodierung und immer noch eine der verbreitetsten und gebräuchlichsten, da sich weder Koordinatensysteme noch solche Geokodierungen wie Plus Codes oder what3words so wirklich durchgesetzt haben.

Der große und bisher sonst von keinem anderen Geokodierungssystem erreichte Vorteil ist: es funktioniert auch weitestgehend offline und weitestgehend ohne Hilfsmittel.

Hallo Sven, danke für deinen Post. Ich kannte die aktuellen Möglichkeiten noch nicht.
Ist schon irre mit den sogenannten Hausnummern.
Ist die Frage, auf was bezieht sich eine Hausnummer? Der Name sagt: Haus, oder doch das Grundstück ? Bei uns gab/gibt es ein Grundstück mit der Nummer 13. Das ist aber nun nicht mehr bebaut - also kein Haus vorhanden. Sicherlich wird es noch getrennt im Kataster geführt. Jetzt verstehe ich, warum @Rhoon schreibt, dass Nummern fehlen.
Ich sehe das weiterhin pragmatisch und nicht beamtendeutsch und mappe die Nummer dort, wo sich das Schild befindet entweder am Zaun / Tor oder am Haus. Andere Objekte werden schließlich auch dort gemapt, wo sie sich befinden.

wenn die Nummer auf dem Grundstück gemappt ist braucht man sie im Prinzip nicht überall innerhalb nochmal wiederholen, bei POIs machen viele Mapper es aber trotzdem weil es stabiler ist als nur durch die Lage.

damit meinst du bestimmt die Straßennamen, die mappen wir ja auch da wo die Schilder stehen.

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Ein schöne Unsystematik findet man auch hier: Node: ‪Dietersdorf‬ (‪355910821‬) | OpenStreetMap

Das scheitert schon daran, dass ein Gebäude mehrere Hausnummern haben kann oder eine Hausnummer vergeben wurde für eine Grundstück ohne Gebäude.

Selbst in dem Fall einer 1-1 Beziehung zwischen Gebäude und Adresse hast du immer noch den Fall, dass manche Leute den Haupteingang finden wollen und andere den Lieferanteneingang und noch ganz andere Leute wollen den Briefkasten finden und wieder andere Leute wollen zielgerichtet zu den Mülltonnen finden.

Was wäre da das Problem? Jede der Nummern erlaubt, das Haus zu finden, sofern sie denn dort gemappt sind, im Ideafall sogar den passenden Eingang.

Die Stelle(n), an die die Hausnummer gefunden werden kann, ist aus meiner Sicht nur für Mapper interessant.

Kann es nicht einfacher sein? Die Adresse (als node oder way) dient schlicht dazu, die Adresse zu finden - und nicht zwingend ein Objekt, das sich dort befindet. Zumal es ja diverse Objekte sein können, die dort liegen (Haus, Tür, Garage, Geschäft, Briefkasten und so weiter). Und wenn man dann davorsteht (oder auf das Renderergebnis seiner Wahl schaut), findet der erfahrene Mensch, der vor der Erfindung des Navis geboren wurde, die Objekte von ganz alleine :speak_no_evil_monkey:

@dieterdreist
Das Konzept mit dem “Grundstück” ist in der Theorie zwar ganz nett, aber scheitert in der Praxis, weil die zuständigen Gebietskörperschaften davon abweichend handeln und man den Umgriff des Geltungsbereichs nicht wirklich OTG sehen kann. Eine Hecke/ein Zaun ist schließlich nur eine Vermutung/Interpretation, dass das die Grenze des Geltungsbereichs sei. Jedenfalls musste ich schon oft Adressen von Gebäuden berichtigen, weil auf der Rückseite/Nebeneingang oder wo auch immer noch eine weitere Adresse auffindbar war. Und die nicht unbedingt auch in amtlichen Daten existiert. Es gibt auch das Gegenbeispiel, dass amtlich mehrere Adressen existieren, vor Ort aber nur eine angebracht ist. Daran kann man auch wunderbar die Mapper erkennen, die vom BayernAtlas abschreiben (und das sind leider einige).
Mein primäres Ziel ist, die Wirklichkeit abzubilden!

PS: In den amtlichen Daten (den originalen, also nicht die im Kataster) meines Wohnortes, sind die Adressen nur Punkte (sic!).

Wenn natürlich nur ein Haus (oder noch gar keins) drauf steht, kann man zu dem Schluss kommen. Aber dann gibt es ja auch MFH-Zeilenbauten, die seit eh und je das Gegenbeispiel schlechthin sind und zeigen, dass ein Grundstück problemlos mehrere Hausnummern enthalten kann, womit klar ist, dass das Grundstück selber eigentlich nicht die eine HN hat (es hat stattdessen ja eine Flurstücksnummer zur eindeutigen Identifizierung).

In so kleinen Dörfern, insbesondere mit nur eienem oder gar keinem Straßennamen, wie diesem ist diese “unsystematik” meist ein chronologisches hochzählen. Hier das gleiche, aber in Dorf Pries, Schleswig-Holstein: Node: ‪Dorf Pries‬ (‪2379857203‬) | OpenStreetMap
Besonders toll ist hier der Friedrichsruher weg, bei dem im Nachbardorf (Altenholz-Stift) angefangen wurde zu zählen, aber in Dorf Pries wurde einfach stumpf weitergezählt, weshalb die Nummern dort erst mit 226 beginnen.

Und genau an diesem Friedrichsruher Weg habe ich auch noch ein Beispiel für eine Adresse ohne Haus: Node: ‪178 Friedrichsruher Weg‬ (‪12802746619‬) | OpenStreetMap
Sowohl im Luftbild als auch vor Ort sieht es so aus als wäre das einfach nur der Garten der Nummer 180, aber da ist wirklich ein separates Tor mit Briefkasten im Zaun an dem die Nummer 178 dransteht.

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magst du das erläutern? Die Ämter weisen die Hausnummern ja Grundstücken zu, bzw. bei Bedarf auch weiteren Objekte, die wenigsten sind davon Punkte. Das Kataster ist natürlich “amtlich”, aber ja, es gibt auch noch andere amtliche Daten.

Mir ist unklar, was man da erläutern soll. In “OSM-Sprech” sind die Adressen in der Datenbank “nodes”. Nichts weiter. Mehr ist auch nicht nötig. Die machen das einfach KISS, weil die Gebäudeumrisse von der ADBV kommen und die sonst jedesmal mit dem Datenaustausch wieder “verknüpft” werden müssten - abgesehen davon, dass es hier viel zu viele Gebäude/Grundstücke mit mehreren Adressen bzw. Grundstücke ohne Gebäude gäbe…

Auch wenn Du das dauernd wiederholst (und in der Rechtstheorie so sein sollte), wird es nicht wahrer.

Lies bitte noch einmal die beispielhaft zitierte Verordnung. Das ist keine bloße Rechtstheeorie, sondern solche Verordnungen haben schlicht ganz pragmatischen Herangehensweisen: Gefahrenabwehr!

Und bevor ich mich auf weitere Diskussionen einlasse möchte ich noch einmal ganz klar erwähnen: mir geht es nicht darum zu verlangen dass Hausnummern an Grundstücke gemappt werden müssen. Ich mappe selber die allermeisten wie gewöhnlich üblich an den Hausumring oder an einen Poi im Haus. Aber ich möchte ausdrücklich darum bitten, die eigene Sichtweise nicht als die alleinige Wahrheit zu sehen - wer es anders mappt, hat es auch richtig gemacht.

Und wenn jeder sich noch einmal bewusst macht, was Hausnummern gemessen am heutigen digitalen Zeitalter eigentlich sind (Geokodierung) und wofür die gedacht sind (das steht in der zitierten Verordnung ziemlich ausdrücklich drin) und jeder etwas weiter denkt als nur bis zum Navi auf dem Display und mal über den Rand des Handys hinaus schaut und sich im Gelände orientiert, dann bräuchten wir solche Diskussionen weniger oft zu führen.

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weil du geschrieben hattest:

“in den originalen Daten”, das bedeutet nach meinem Verständnis dass es die Grundlage sei, das ist aber völliger Quatsch, die Grundlage sind Flächen und solche Punkte können zwar Arbeitsmaterial sein, aber eben nicht “original” wie ich das Wort verstehe.

Hä? Ich habe keine Werbung für irgendeine Art des Mappens gemacht, sondern sachlich die Realität in mindestens einer Stadt beschrieben. Die Rechtsgrundlage kenne ich auch - die Praxis weicht davon ab.

Also ich habe die Daten im Original gesehen. Ihr beide auch?

ich bestreite nicht dass es in Ämtern Hausnummerdaten geben kann, die als Punkte gespeichert sind, sondern dass es “die originalen Hausnummerdaten” sind. Die Hausnummern beziehen sich auf Flächen, und es gibt sie schon viel länger als es Computer gibt.

Das habe ich auch nicht behauptet. Das mit der Sichtweise ist bewusst allgemein formuliert und auf eines jeden eigene Sichtweise anzuwenden.

… und @dieterdreist hat vielleicht nur die Realität in einer anderen Stadt beschrieben. Warum sprichst Du ihm dann ab, dass es dadurch nicht wahrer wird?

Zumindest ich habe nie bestritten, dass es auch Städte und Gemeinden gibt, die Hausnummern vielleicht nur Gebäuden zuweisen. Und schon gar nicht bestritten, wie es in der Praxis überwiegend gehandhabt wird und wie auch ich es überwiegend handhabe. Kann man gerne noch mal nachlesen.

Sorry, was soll diese Frage? Ich arbeite seit mehr als 25 Jahren in einem Bereich, wo mir solche Bescheide der Stadt oder Gemeinde über die Erteilung einer Hausnummer schon mehrfach auf den Schreibtisch geflattert sind. Bisher nur ein Fall von Neunnummerierung im Bestand, im Neubaubereich aber nichts ungewöhnliches. Originaler geht es nicht.
Und je nach Situation und zuständige Gemeinde oder Stadt unterscheiden sich auch die Formulierungen und der Bezug auf Grundstück oder Haus. Um vom bereits zitierten Beispiel Wiesbaden wegzukommen heißt es in Stuttgart z.B. amtliche Gebäudeadresse.

Kommt immer mal wieder vor, z.B. wenn Gebäude mal schnell abgerissen und der Rest aus Gründen der Kosten oder Erwartung eines neuen B-Plans (oder auch für immer) erstmal stehen gelassen werden. Oder weil der Zaun selbst nach Neubebauung noch gut ist und das alte Nummernschild in Vergessenheit geriet.

Immerhin wird bei Neubebauung/Neuvermessung die Addressnode auch neu korrekt platziert (also meist an der langen Gebäudeseite zentriert o.ä.). Ganz untätig sind die Ämter (ob jetzt ADBV oder lokales Kataster) also nicht.