Ich bin etwas irritiert und verwundert: die Diskussion darüber, ob ein Spielplatz, eine Grünfläche, u.ä. nun Teil eines Wohngebietes ist oder nicht, hat doch für OSM bzw. den eventuellen Verzicht auf ein Multipolygon zur Zeit keine praktische Bedeutung:

  • Residential, u.a. sind in OSM nicht exakt genug definiert. Manche lassen die Flächen innerhalb eines Wohngebiets z.B. vor den Straßen enden und danach als neue Fläche beginnen, obwohl die Straßen wohl auch Bestandteil des Wohngebiets sind. Was meint residential überhaupt? Entspricht es dem rechtliche Begriff eines Wohngebietes oder bezeichnet es einfach die von Häusern und deren Gärten gebrauchte Fläche?
  • Wann gehört ein Spielplatz überhaupt dazu, wann nicht?
  • Was sollte man ansonsten grundsätzlich in Multipolygonen berücksichtigen? Alles außer Gebäuden und Parkplätzen (so handhaben viele und auch ich das) oder auch anderes? Was ist z.B. mit Grundschulen im Wohngebiet, wenn man jene mit einem Spielplatz vergleicht?
  • Ist die technische Umsetzung in OSM zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt qualitätsmäßig auf einem so hohen Niveau, derartige Feinheiten umzusetzen? Multipolygone werden immer noch von nur wenigen genutzt, noch weniger setzen jene technisch fehlerfrei um. Hinzu kommen genug andere Fehler. Wenn ich daher irgendwo z.B. in Stadtbereichen etwas mappe, korrigiere ich zumeist erst eine Vielzahl von Fehlern, insbesondere in Bezug auf Multipolygone, am Rande überschneidende Flächen und dem Entfernen von Layer-Tags an Flächen. Dabei habe ich gar keine Chance, mir bei jeder Fläche im Detail Gedanken zu machen, ob jene einfach fehlerhaft ist oder ausnahmsweise bewusst nicht in ein Multipolygon eingefügt werden soll. Das kann nur kurz gecheckt werden, gerade im Stadtbereich wäre man ansonsten z.B. statt einer Stunde schnell drei Stunden dabei. Da sowieso nur wenige Mapper überhaupt Fehler beheben und jene ansonsten wohl auch in einem Jahr noch da wären, nehme ich kleine Verluste letztendlich in Kauf.
  • Haben wir momentan überhaupt klare Regeln bzw. Definitionen für das Verhalten bei Flächen oder auch Punkten mit mehreren Tags gleicher Klasse? Nein, schon deshalb nicht, weil die Klassen wie landuse mal so etwas wie Grasflächen angeben, dann aber wieder ein Gebiet mit besonderen Schutzrechten wie ein Naturschutzgebiet. Bei verschiedenen Klassen ist an einem Objekt ist das auch kaum besser.

Obiges unterliegt einem breiten Interpretationsspielraum. Daher bleiben alle Überlegungen zu dem Thema momentan doch eher akademischer Natur. Ok, da auch andere unserer Diskussionen nicht immer direkt relevant sind, trotzdem weitermachen. :wink: