woodpeck
(Frederik Ramm)
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Ich finde nicht, dass die Meinungsäußerung von Arndt - sinngemäss, dass hier unnötig Aufhebens gemacht wird und man ähnlich der Regel “don’t feed the troll” am besten einfach still hält, bis sich das wieder beruhigt - in irgendeiner Weise niveaulos oder beleidigend ist, und hielte es daher für völlig unangemessen, von Seiten der Moderation hier einzugreifen und Arndt damit seine Meinungsäußerung zu untersagen.
Das wäre anders, wenn Arndt jetzt wild mit Schimpfwörtern um sich geworfen oder Drohungen ausgesprochen hätte oder sowas. Aber einfach nur sagen “dies und das find ich unnötig”, das ist m.E. eine völlig zulässige und sag-bare Meinung. Und natürlich ist es völlig zulässig, anderer Meinung zu sein und Arndt zu widersprechen - nur so, im öffentlichen Diskurs, kann sich in einem Projekt wie unserem die Community eine Meinung bilden.
Also nochmal, damit ich nicht missverstanden werde, es ist völlig ok, wenn Rogehm schreibt “hey abrensch, ich bin aber anderer Ansicht, ich finde Deinen Beitrag eigentlich sogar richtig schlecht” - aber “hey moderator, bitte lösche dem abrensch seinen Beitrag weil den finde ich schlecht”? Diese Grenze ist hier bei weitem nicht überschritten worden, wie ich finde.
Im allgemeinen ist genau das ein wichtiger Punkt in dieser ganzen Diversity-Debatte: Verschiedene Leute nutzen verschiedene Worte, um Dinge auszudrücken. Ein Amerikaner fühlt sich schon beleidigt, wenn er was schreibt und Deine Antwort nicht mit “Awesome” anfängt. Ein Osteuropäer findet es ganz normal, wenn er was schreibt und jemand antwortet “was soll der Mist” (witziger Thread auf Twitter: https://twitter.com/SteveStuWill/status/1118352597469945856) - das führt dann immer dazu, dass Leute gern andere Leute wegmoderiert haben wollen, weil die nicht “welcoming” genug sind oder zu “toxic”. Aber wenn wir uns alle immer nur auf die Schulter klopfen und sagen, wie “awesome” alles ist, kommen wir als Projekt auch nicht so recht weiter…
Bye
Frederik