ich und ein paar andere Leute vom ADFC Nürnberg wollen uns an der Pflege und Erweiterung der OpenStreetMap-Daten für Nürnberg beteiligen, speziell was die Fahrradinfrastruktur angeht.
Leider haben wir alle bisher nur minimale OSM-Erfahrung.
Ist hier der richtige Ort um Änderungen vorzuschlagen und zu diskutieren?
Eine unserer Visionen ist OSM zur systematischen Suche nach fehlender oder schlechter Fahrradinfrastruktur zu nutzen. Ich denk es wird keiner was dagegen haben, wenn wir zusätzliche Daten wie Qualität des Straßenbelages oder Breite der Wege eintragen.
Bei anderen Sachen sind wir uns nicht so sicher: Ein mittelfristiger Plan ist die Nürnberger Radvorrang-Routen in OSM einzutragen. Blöderweise sind diese Routen bisher nur teilweise tatsächlich ausgebaut. Wenn ich Copilot frage wie ich das am besten mache dann kommt unter anderem ein Hinweis der Art “Lass bloß die Finger davon, in OSM sollen nur real existierende Infrastruktur eingetragen werden.”.
Ist das so?
In eine ähnliche Richtung geht, dass wir Radwege eintragen wollen, deren Bau beschlossen ist, aber bei denen der Bau noch nicht begonnen hat. Das würde uns unter anderem die eventuelle Peinlichkeit ersparen, dass wir Verbesserungen der Infrastruktur fordern, wo sie schon längst beschlossen sind.
Laut Copilot ist das auch unerwünscht, allerdings finde ich in Nürnberg zwei Dutzend “proposed” highways. Irrt Copilot? Wenn nicht, warum gibt es dann überhaupt “proposed”?
Hallo und herzlich Willkommen in der OpenStreetMap Community! Schön, euch hier zu haben
Ja, in Kurzform bedeutet das, dass die Radroute vor Ort ausgeschildert sein muss. Das wäre hier im Bild beispielsweise der Fall mit dem Bodenseeradweg.
Unerwünscht ist ein hartes Wort, aber auch hier kommt es darauf an. Was heißt “proposed” genau? Bei uns in der Gegend ist eine Orts-Umfahrung bereits seit über 40 Jahren geplant. Also wirklich beschlossen! Gebaut wird immer noch nicht. Es gab meines Wissens schon vier Spatenstiche, vor Ort sieht man rein gar nichts. Es wird immer wieder ein neues Tier gefunden - aktuell die Zauneidechse - die man zuerst umsiedeln muss. Hier kann man sich jetzt schon fragen: Was bringt der proposed:highway in den OSM-Daten, wenn das Ding über 40 Jahre lang rumliegt?
Schön, dass ihr euch da heranwagt! Hier seid ihr richtig.
Ja, Copilot gibt hier eine falsche Antwort. Vom Grundsatz her sollen nur Objekte in OSM erfasst werden, die vor Ort überprüfbar sind; In vielerlei Hinsicht wird davon abgewichen, solange es einen praktischen Nutzen hat (betrifft zum Beispiel Gemeindegrenzen, die juristisch festgelegt sind, aber in der echten Welt nicht besonders gekennzeichnet werden). Speziell zu proposed gibt zusätzlich zum Link meines Vorredners noch DE:Lebenszyklus-Präfix - OpenStreetMap Wiki.
Insofern sehe ich hier proposed als gerechtfertigt an.
Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Ergänzend zu dem bereits geschriebenen: man kann ggf. umap nutzen um Daten zu erfassen ( und mit einem festgelegten Personenkreis teilen ) und visualisieren, die noch nicht in OSM erfasst werden sollen. Nicht nur beschlossene Radwegeausbauten, sondern auch solche, die Ihr z.B. erst einmal nur vorschlägt ( also Eure Wunschvorstellungen).
Danke für den freundlichen Empfang und die hilfreichen Informationen!
Für die Radvorrang-Routen wird es dann wohl auf Umap rauslaufen, das Tool haben wir schon benutzt.
Ansonsten müssen wir uns wohl selber erstmal klar werden wo unserer Prioritäten liegen. Nach meiner Rechnung gibt es 400-500km befestigte Radinfrastruktur in Nürnberg (in dem Sinne, dass Radfahrer dort fahren dürfen, motorisierte Fahrzeuge aber nicht) und mindestens nochmal so viele unbefestigte Wege. Vor dem Hintergrund stellen selbst kleinere Erweiterungen (wie das Eintragen der Breite der Wege und der Qualität des Straßenbelags) monumentale Aufgaben dar.
Respekt vor all den Leuten die diese ganzen Wege eingepflegt haben!
Ich würde jetzt erstmal damit anfangen Wege einzutragen die noch fehlen.
Bei der Rednitzstraße scheint mir das der Fall zu sein, hier ist cycleway:both=separate eingetragen, aber der Rad-/Fußweg auf der linken Seite ist nicht als eigener Weg eingetragen.
Ich würde ihn als highway=path eintragen, mit den passenden Werten für bicycle und foot (muss ich noch vor Ort nachschauen, was da für Schilder stehen bzw. ob der Radweg benutzungspflichtig ist).
Im Norden ist ein blöder Übergang vom baulich getrennten Radweg auf einen Radstreifen, ich nehm an da muss ich den „path“ auf die Straße führen? Oder hört der einfach auf?
Um die Sache noch interessanter zu machen startet/endet der Radstreifen auf den beiden Seiten an unterschiedlichen Stellen. Wenn man es genau nimmt müsste man der Rednitzstraße selber nochmal in Segmente splitten, um den Wert für „cycleway“ richtig eintragen zu können. Oder nehmen wir es nicht so genau?
Das Splitten ist in meinen Augen erforderlich. Außerdem wirst Du über kurz oder lang um das Splitten von Wegen nicht herumkommen, wenn es um das Erfassen von Routenrelationen geht. Überall dort, wo eine Route nicht den kompletten OSM-Weg nutzt, muss dieser an den Stellen, wo die Route abzweigt, getrennt werden. Gute praktische Übung also.
Und ja, für mich sieht die Rednitzstraße nach Verbesserungs- und Übungspotential aus.
Ein Radweg ist immer bicycle=designated - egal ob benutzungspflichtig oder nicht. Die Beschilderung kannst du mittels traffic_sign=DE:237/240/241/1022-10/none erfassen. Ein DE:239,1022-10 ist hingegen kein Radweg und daher footway mit bicycle=yes.
Wenn Rad- und Fußwege separat eingezeichnet werden, müssen sie mit der Straße verbunden werden, dort wo es möglich und nötig ist auf die Straße zu wechseln. Also bitte keine toten Enden erzeugen wenn man den Weg dort verlassen kann. Und auch an die sonstigen Querungen denken denn dann mit dem Rad+Fußweg verbunden werden müssen.
Bitte auch immer den Fußweg mitdenken.
Die Benutzungspflicht wird dann ggf. bei von der Straße getrennt erfassten Radwegen auch noch mit bicycle=use_sidepath an der Straße kenntlich gemacht, siehe:
Richtig detailliert kann man die fehlenden Daten mit Overpass aufspüren. Ich hab mir damals meine Overpass-Abfrage dafür auf meiner Wiki-Page abgelegt: User:Mcliquid - OpenStreetMap Wiki
Ich hab die fehlenden Straßen aus der obenstehenden Overpass dann damals in MapRoulette geladen und dort einzeln abgearbeitet, bis ich alle Straßen in dem Gebiet vollständig abgebildet hatte: https://maproulette.org/
Bei Fragen dazu bitte immer gerne melden!
Wegen ein paar Metern würde ich persönlich das tatsächlich ignorieren. Ich ändere / splitte in der Regel erst, wenn die RVA mehr als 15-25 Meter unterschiedlich ist.
Und wenn ich’s mir im Luftbild anschaue, könnte der südliche separat gemappte Weg deutlich Richtung Rednitzstraße verlängert werden. Es sieht danach aus, als wäre er zu einem großen Teil durch einen Grünstreifen getrennt. Siehe auch die Verschwenkung von der Radspur nach Süden:
Ich muss schlichtweg gestehen, dass ich die Frage nicht auf eine konkrete Situation verstanden habe. Da hab ich wohl einfach drüber hinweg gelesen. In dem Fall auf jeden Fall splitten. Meine Aussage war Universal gemeint
Hey @HaraldBk, ich bin mit Vorstand im ADFC RV Magdeburg und habe das mal an unseren OSM-Kartierer weitergegeben; Wir haben in letzter Zeit ein größeres Projekt laufen gehabt, wo wir die Daten sehr umfassend erfasst haben; Gerne melde dich bei mir direkt, dann können wir uns auch auf kurzem Dienstweg mal Verbandsintern austauschen
Gemeint sind wohl die paar geplanten Straßen, die vor Ort zu “erahnen” sind (nicht auf bing) und die bereits einen gültigen Straßennamen haben.
Normalerweise würde ich das nicht tun, fand es aber in diesem Fall für angemessen.
Bei “geplanten” Routen würde ich kein Prefix verwenden und die “Route” gar nicht erfassen. Es gibt aber trotzdem eine, weil ich das (damals) nicht einfach löschen wollte: Relation: Radvorrangroute Nürnberg (12141479) | OpenStreetMap
Da hat sich in den fünf Jahren aber nichts getan und das Löschen in Version 7 wäre nicht falsch gewesen
Bitte, bitte nur, wenn die auch vor Ort so ausgeschildert sind. Sonst ist es ja nur eine Empfehlung, die sich genausogut aus den Eigenschaften ableiten lässt - wenn die verkehrsplanerische Werbemaßnahme auch vor Ort als Mehrwert umgesetzt ist.