Erfassen von privaten Gärten - ja oder nein?

Erfahrungsgemäß wird so ein Thread auch in ein paar Jahren noch gefunden und dann als Konsens herangezogen. Daher möchte ich meine zwei Cent in den Hut werfen, auch wenn @Chrysantheme mit dem Thema seit vorhin schon durch ist.

TLDNR:
Ich würde das auf keinen Fall so detailliert mappen. Da es nicht verboten ist, wird dich aber keiner davon abhalten (können).

Ausführliche Argumentation:
Natürlich ist es nicht verboten, so detailliert zu mappen. Du darfst auch jeden Busch und jede Tulpe einzeln eintragen. Bedenke aber

a) Man unterschätzt leicht, wie viel sich in ein paar Jahren überall ändert. Ich kenne zig Beispiele, in denen “Vorgärten” in private Stellplätze umgewandelt worden sind. Das wird vermutlich kaum jemand aktuell halten können. Falsche Daten sind aus meiner Sicht schlechter als fehlende Details.

b) Den ganzen Leuten, die dort wohnen, ist das ggf. gar nicht recht. Sobald das auf Karten “anders als andere Wohngebiete” dargestellt wird, zieht es eventuell auch Neugierige an. Die laufen dann dort durch, um sich die explizit gemappten Gärten mindestens von der Straße aus anzuschauen. Eventuell parken sie dazu auch noch ihr Auto in der Spielstraße, oder klingeln und wollen mal hinter dem Haus schauen. Alles schon passiert. Es gibt im Forum auch Beispiele, in denen sich Grundstückbesitzer darüber beschweren, dass Details von ihrem Grundstück gemappt sind.

c) Wenn die Grünflächen nicht pro Grundstück, sondern zusammenhängend eingetragen werden, ist das für jeden Datenkonsumenten eine große zusammenhängende Grünfläche. Die wird daher tendenziell eher nicht ausgeblendet, ist ja so groß und daher wichtig wie der Stadtpark. Stattdessen fragen andere Tools am Ende “Wie ist der Name und die Öffnungszeiten von diesem großen Garten?”

d) Der Mehrwert dieser Details ist m. E. überschaubar. Städte und Gemeinden werden die versiegelten Flächen wohl nie aus OSM ziehen. Für “Starkregenvorsorge” kann jeder letztlich nur auf dem eigenen Grundstück aktiv werden. Und dafür wichtige Faktoren wie “grundstückübergreifendes Geländegefälle” kann man nicht mappen. Für solche Fragen würde ich entweder ein aktuelles Luftbild anschauen, oder eine Vor-Ort-Besichtigung machen, aber mich nie auf OSM Daten verlassen.

e) access=private hilft erfahrungsgemäß nicht. Viele Leute ignorieren ja auch vor Ort aufgestellte Schilder, die lassen sich von einem Tag nicht abhalten. Für Privatwege, zum Beispiel in Industriegebieten usw. erfasse ich access natürlich trotzdem.

Privateigentum anderer Leute erfasse ich daher (abgesehen von Gebäuden als solche, und eventuell langen Zufahrtsstraßen) grundsätzlich gar nicht, da gibt es aus meiner Sicht Wichtigeres. Wenn das erledigt ist gibt es ein paar Straßen weiter immer noch Wichtigeres. :grinning_face:

Beispiele von Dingen, die aus meiner Sicht für einen größeren Nutzerkreis von Interesse sind als private Gärten:

  • Straßenbelag. Fehlt im Startposting bei einem Teil vom Magnolienweg. Relevant für Radfahrer, Roller, Inliner, Skateboard, …
  • Hausnummern. Fehlt im Startposting bei zwei Häusern Magnolienweg Ostseite. Relevant für jeden, der die Adresse sucht.
  • Was für eine Art Fahrradhindernis ist das? Relevant für Räder mit Anhänger, Lastenräder, Doppelkinderwagen, …
  • Hat der Fußgängerüberweg und die Bushaltestelle eine taktile Pflasterung? Relevant für Personen die darauf angewiesen sind.
  • Hat die Straße (wenn es mal keine Spielstraße ist) einen Fahrradstreifen?
  • Gibt es einen Gehweg? Fehlt im Startposting bei “An den Eschen”, Nr 29. Relevant für Kinder und Fußgänger, auch wenn dort eher wenig Verkehr ist.
  • Wie viele Stockwerke hat das Haus, welche Dachform hat es? Relevant für 3D Rendering, zum Beispiel im MS Flugsimulator. :wink:
  • Die Stellplätze im Startposting sind nicht mit der Straße verbunden. Ein Router kann daher “nur” auf der Straße bis neben den Stellplatz routen. Das ist dafür zwar völlig ausreichend, erschwert QS-Tools aber das Finden von relevanteren Fehlern. Daher verbinde ich solche Stellplätze immer mit der Straße.

Bitte nicht als Kritik auffassen! Der im Startposting genannte Bereich ist m. E. schon überdurchschnittlich gut gemappt. Trotzdem gibt es noch Dinge zu verbessern, von denen vermutlich ein größerer Nutzerkreis profitiert als von privaten “Rasenflächen”. Und wenn du einige Straßen weiter gehst/ fährst gibt es da sicherlich auch noch solche Details.

Danke für’s Lesen :grinning_face:

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Willst du damit sagen wenn ich OSM verlasse sollte ich alle Objekte besser löschen von denen ich letzter User bin? Wer weiß schon ob die nach mir noch jemand pflegt…

Was ändert sich denn an dem Garten und dem EFH in den kommenden 10 Jahren Was dahin rotten könnte?

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Das ist deine Sicht. Aber was ist falsch daran wenn andere Mapper diese Reihenfolge anders sehen und der Garten ganz oben steht?

Solange OSM mich nicht bezahlt mappe ich was mich interessiert und nicht was andere evtl. gerne hätten.

Komisch, dass die Leute die hier ‘Oh Gott’ schreien bei Diskussionen über Notes sehr auf die Freiheit des Mappers pochen und so eine Note einem vorschreiben würde, was man zu mappen hat.

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Mir fällt bei garden:type=residential auf, dass der Wert eigentlich nicht den Gartentyp beschreibt, sondern eher das Umfeld.
Ich fände es sinnvoller, mit garden:type=* den Garten selbst zu charakterisieren – also ob es ein Beetgarten, Strauchgarten, Obstgarten, Steingarten usw. ist.
Die Bepflanzung oder Nutzung könnte man dann separat erfassen, z. B. crop=vegetable oder plants=roses.

Beispiele:

Gemüsegarten → leisure=garden → garden:type=bed → crop=vegetable
Ziergarten mit Rosen → leisure=garden + garden:type=flowerbed + plants=roses
Kräutergarten → leisure=garden + garden:type=herb + crop=herbs
Naturgarten/Wildgarten → leisure=garden + garden:type=wild + plants=perennials
Obstgarten → leisure=garden + garden:type=Orchard + crop=fruit
Steingarten + leisure=garden + garden:type=rockery + plants=conifers

So könnte man Struktur und Bepflanzung sauber voneinander trennen.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Vorgehensweise für private Gärten eine sinnvolle Ergänzung ist.

Was haltet ihr davon?

Pro Hausgarten finden sich oft mehrere dieser Typen in enger Nachbarschaft. Sollen die einzeln als node je m² oder areas gemappt werden?

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Also prinzipiell gönne ich ja:
"Jedem Tierchen sein Pläsierchen… "
Aber wenn ich das so lese, frage ich mich immer, ob es nicht ausreichend wichtigere Sachen in OSM zu erfassen gibt?
So etwas liest sich für mich, als würde in OSM schon alles vorhanden sein und man bräuchte es nur noch optisch etwas aufpeppen… ohne jetzt, jemandem “auf den Schlips treten zu wollen”.

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Nicht einzeln mappen. Man könnt für die ganze Gartenfläche den überwiegenden Gartentyp z.B. mit leisure=garden + garden:type=lawn + plants=roses;shrubs;fruit… mappen oder auch leisure=garden + garden:type=mixed.

Man merkt, dass du den Thread nicht gelesen hast.
Kann man machen, ist aber mega unpraktisch. Gewächsarten sind so kleinteilig, dass sie allgemein nicht aufm DOP20 zu erkennen sind. Und am Boden wird man dich nicht einfach so reinlassen. Das sieht mir eher nach dem nächsten Versuch aus, abermals fragwürdige Bearbeitungen in OSM vorzunehmen.

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einzelne Blumenbeete sähe ich eher nicht als eigene Gärten getaggt, das sind Teile. Anstatt garden:type umzudefinieren würde ich vorschlagen, neue tags zu verwenden (andere Schlüssel)

Hallo, mein Beitrag ging nicht in die Richtung garden:type “umzudefinieren", sondern darauf aufmerksam zu machen, dass garden:type=residential nicht die Eigenschaft des Gartens beschreibt, sondern die Lage im Umfeld von Wohnhäusern. Doch die Lage wird ja bereits durch das Polygon oder den Node leisure=garden definiert.

Meine Beispiele dazu sollten die Möglichkeiten aufzeigen, die sich bei einem " Survey vor Ort” bieten, die Realität mit entsprechenden Tags zu beschreiben. Einen Rasen mit Büschen von einer Fläche mit Blumenbeeten zu unterscheiden, erscheint m.E. selbst mit dop20 möglich zu sein. Inwieweit es sinnvoll ist, hier in den Bereich des “Nano"-Mappings vorzudringen und einen Garten nach Nutzungsart aufzuteilen, sollte der Mapper selbst entscheiden.


In der Reutlinger Ecke gibt es einige so eingetragene Gärten.

Ganz bestimmt sind die Fassaden alle begrünt und deshalb die Gartenfläche durchs Gebäude bezeichnet :grimacing:

(Da müsste ich mich aber sehr zusammenreißen die Fläche nicht einfach zu löschen)

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Sowas ist schlecht. Sollte aber nicht als Argument gegen richtig erfasste Gärten dienen.

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Ich sehe keine Nachteile darin, Privatgärten als solche einzutragen, solange man sie einzeln einträgt und keine Details darin (wie Gemüse o.ä., außer es ist der eigene Garten). Diese Daten altern aus meiner Sicht auch nicht so schnell, wie es andere hier befürchten. Es mag sein, dass gelegentlich mal ein Anbau oder Stellplatz dort errichtet wird, aber in der Regel ändert sich daran wenig, solange das zugehörige Haus steht.

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