Ich weiß, dass es dazu schon Diskussionen gab, daraus hat sich für mich aber bisher kein klares Bild ergeben, deshalb möchte ich hier noch einmal konkret nachfragen: sollten private Gärten (z.B. rund um Einfamilienhäuser mit leisure=garden, garden:type=residential und access=private) erfasst werden oder nicht?
Ich habe gerade ein kleines, mir gut bekanntes Wohngebiet detailliert gemappt und dabei u.a. auch die privaten Gärten (nach Luftbild) eingetragen. Es geht um diese Straße und diese Straße. Ich bin auch bereit, diese Gärten (und andere von mir hinzugefügte) wieder zu entfernen, wenn der Konsens doch eindeutig ist, dass die Erfassung nicht sinnvoll ist. Deshalb frage ich hier.
Für die Erfassung spricht aus meiner Sicht:
Mit dem auch laut Wiki genau für diese Art von Garten vorgesehenen Tags ist es eindeutig, dass es sich um private Gärten handelt - damit wird genau das eingetragen, was in der Realität vorliegt.
Das Vorhandensein und die Größe von Gärten sind aus meiner Sicht relevante Informationen. Es macht einen großen Unterschied für Mikroklima, Starkregenvorsorge, i.d.R. Biodiversität (natürlich abhängig von Gartengestaltung) und den Charakter eines Stadtteils, ob Gärten oder z.B. asphaltierte Parkplätze den Raum zwischen Häusern füllen. Diese Informationen gehen nicht aus dem allgemeinen Tag landuse=residential hervor. (Man könnte natürlich argumentieren, dass der Tag building=detached Gärten impliziert.) Die Stadt Oldenburg schimpft sich sogar “Gartenstadt” ^^
Dagegen könnte sprechen:
Bis jetzt sind wenige Gärten eingetragen, alle einzutragen wäre sehr viel Arbeit und bis dahin wären die Kartendaten inkonsistent.
Das gilt aber für vieles bzw. OSM allgemein und spricht für mich nicht unbedingt dagegen, neue relevante Daten einzutragen. Auf der anderen Seite will ich nicht dem lokalen Mapping-Stil widersprechen - auch deshalb frage ich hier.
Die Gärten werden (z.B. in Carto) sehr deutlich als Grünflächen gerendert und verändern damit deutlich das gewohnte Erscheinungsbild von landuse=residential
Aber ich mappe natürlich nicht für den Renderer und z.B. CoMaps zeigt spezifisch Privatgärten auch sehr dezent an.
Gärten sind privat und gehören nicht in eine öffentliche Karte.
Das Argument ist für mich überzeugend für Details aus privaten Gärten (mit Ausnahme von großen Bäumen, die z.B. auch über den Garten hinaus beschatten usw.) - nicht aber für das Eintragen des Gartens selbst. Es werden auch keine Informationen eingetragen, die nicht ohnehin im Luftbild zu sehen sind.
Es ist unklar, was überhaupt ein Garten ist. Gehört eine Terasse dazu? Ein Gartenhaus? Nur Grünflächen? Hier wird es dann aber vielleicht doch eher privat. Ich habe bis jetzt Gärten eher großflächig eingetragen, da aus meiner Sicht verschiedene Elemente (inkl. Wegen, Terassen usw.) zu Gärten dazugehören können.
Deine Gegenargumente überzeugten mich (schon immer) ;-)
Es gibt diverse “Mappingleichen”-Gebiete, bei denen Mikromapper nicht mehr wirklich wartbare Gebiete hinterlassen haben und dann selbst auf Nimmerwiedersehen OSM verlassen haben…
Im Gegensatz zu POIs umd deren Daten, sind Gärten immerhin mit Luftbildern wartbar.
Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Ich habe schon Beispiele gesehen, wo “Gärten” zum Abbilden von Grundstücken missbraucht wurden. Und das verlinkte Beispiel kommt da auch schon verdammt nah ran.
Solange man wirklich nur den Garten und nicht das komplette Grundstück damit erfasst, sehe ich kein Problem damit. Hier ein Beispiel wie es m.M.n. aussehen kann.
Wo ist (in deinen Beispielen) der Unterschied zwischen dem Garten und dem Flurstück?
Ich würd argumentieren, dass nur größere zusammenhängende Flächen einen Garten ausmachen, kleinere Streifen neben einem Haus zum Nachbarn oder Straße sind für mich nicht teil eines Gartens (der gestaltet, gepflegt, hübsch, etc. ist).
Sind Hecken/Gestrüpp am Rand teil des Gartens? Wie sieht das mit Wegen, Pools, Carport, Einfahrt, Schuppen, Mülltonnen, Fahrradparkplatz, Briefkästen, etc. aus, sind die per se Teil des Gartens, oder gehören die nicht dazu?
Ich kann nicht sagen ob das so Falsch gemappt ist, nur, dass ich das nicht machen würde, da ich diese Grenze (mindestens von Luftbildern) nicht eindeutig ziehen kann.
Ich würde wohl eher mit landcover arbeiten wollen, aber insgesamt ist mir das nicht so wichtig. Dann muss man auch nicht an jedem Zaun die Gebiete aufteilen, und außerdem kann man auch generischer das taggen was man von oben sieht. Und man kann die Detailstufe so grob oder fein wählen wie man Zeit/Muße/Talent hat.
Das würde nebenbei auch die Diskussion um das Privatgrund-Mappen etwas umschiffen, da man das mappt, was dort existiert, egal wem das gehört. Und landcover ist halt auch unabhängig von der landuse.
Ich hab so meine schmerzen mit dem Micromapping von privaten Gärten und anderer infrastruktur.
Die realität zeigt das es leider viel zu häufig zu massivem tag missbrauch führt - Da wird ALLES benutzt was schön aussieht.
Ich gehe immer wieder durch und entferne da private mobile pools die irgendwer vor 10 Jahren mal eingetragen hat. Selbes auch für Gärten die gerne eben als park oder landuse=flowerbed oder was auch immer mapper für das schönste Rendering gehalten haben.
Für mich gehört ein Privater (Nutz)-Garten eben zur normalen Wohnnutzung und ist nichts besonderes. Wenn ich nach Parks oder Gärten suche dann meine ich sowas wie die “Herrenhäuser Gärten” und nicht Willy-Meiers Kartoffelacker hinterm haus.
Ich finde es hier OpenStreetMap sehr sinnvoll, grade auch um die Unterscheidung zu den Grasflächen im Norden und im Westen hinzukriegen. Diese Grasflächen sind öffentlich zugänglich, während der Gartenbereich privat ist, und damit einen ganz anderen Charakter hat. Getaggt ist da eine große Gartenfläche, die Einzelgärten sind nicht getrennt erfasst. Das finde ich auch sinnvoll.
Einzelne Objekte in den Privatgärten tagge ich meist nicht, höchstens mal nen großen Baum.
+1, so wie ein Wohngebäude auch. Wir mappen ja nicht nur besondere Dinge, das ging schon bei den Bäumen schief. Wenn man z.B. analysieren will wie hoch der Versiegelungsgrad ist, dann ist so eine detaillierte Erfassung super.
Vielen Dank für euer Feedback und eure Einschätzungen!
Ich habe mich dazu entschieden, die von mir selbst eingetragenen Gärten in dem Gebiet erst einmal zu entfernen ( Changeset: 185188889 | OpenStreetMap ). Ich sehe auf jeden Fall viele der angeführten Punkte ein, mein eigenes Mapping war sehr nah daran, ganze Grundstücksflächen zu erfassen und das ist wohl wirklich nicht der Sinn. Die Abgrenzung zu benachbarten und öffentlich begehbaren Grünflächen wurde hier durch die eingetragene Informationsfülle vermutlich sogar eher erschwert - anders als in dem von @gormo verlinkten Beispiel. landcover ist für mich zum jetzigen Zeitpunkt auch keine gute Alternative, zumal in privaten Gärten ja tatsächlich auch verschiedene landcovers vorliegen könnten, so wie ich den Key verstehe. Ich werde deshalb davon absehen, private Gärten zu mappen.
Mammi71
(One feature, Six mappers and still More ways to map it)
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Sinnvoll finde ich hier, dass es als eine einzige Fläche gemappt ist. Klar könnte man anhand der Hecke einzelne Zuordnungen mache, aber ob das noch sinnvoll ist? Auf welcher Seite der Grundstücksgrenze steht denn die Hecke?
Aber auch hier ist zu hinterfragen, warum auf der einen Seite die Terrassenflächen hinterm Haus ausgelassen wurden, und auf der anderen Seite die Gartenfläche bis an die Häuser heran reicht (im Schattenwurf erkennt man nicht so einfach, ob noch befestigte Fläche oder Garten, aber man könnte auch mal andere Hintergrundbilder auswählen …)
Durchschnittlich sind mapper 3 Monate aktiv. Danach sind die weg. Dann haben die 3 Wohngebiete damit verschönert und dann rottet das 10 Jahre vor sich hin weil sich niemand findet der das sonst cool findet und nachpflegt.
Wenn ich mir überlege irgendwo den detailgrad zu erhöhen (Straßenlaternen, Gullis/manholes, Straßenschilder sind so meine Themen) dann muss ich überlegen - Schaffe ich das nachzupflegen?
Und bei manholes/straßenlaternen geht das ganz gut - das Verändert sich alle 30 Jahre mal.
Aber bei den Deutschen Hobbygärtnern hast du alle 5 Jahre ne neue Terasse, neues Gartenhaus, andere Bete, Hecken und du bist die ganze zeit dabei das nachzupflegen. Das muss jemand leisten.
Das ist ein grundsätzliches Problem von OSM. Ich treffe hier in der niedersächsischen Pampa auf viele veraltete Daten. Restaurants oder Geschäfte, die es seit Ewigkeiten mehr gibt z.B. Deshalb keine Restaurants und Geschäfte mehr erfassen? Sollte ich die, die ich eingetragen habe, auch lieber schnell löschen, weil wer soll das pflegen, wenn ich keine Lust mehr auf OSM habe?
Ich habe mit OSM angefangen, weil eine ganz andere Botschaft vom Projekt vermittelt wurde: Offenheit. Kein Relevanzkriterium. Was zählt ist der Spaß am Mappen!
+1, deswegen finde ich das auch unsinnig, das in dem Detailgrad zu erfassen. “Hier ist ein Privatgarten” ändert sich m.E. aber selten bis nie (bzw. nur dann, wenn sich auch die ganze Bebauung ändert).