Dokumentation der Genauigkeit von Angaben (GPS Tracks, POIs, Wegen, ...)

Hi, nach langer Zeit der Pause komme ich zu OSM zurück – und habe in dieser Zeit keine Weiterentwicklungen mitbekommen. Also nehmt bitte Rücksicht auf meine Unwissenheit.

Mein altes aber immer noch funktionierendes GPS Gerät ist ein eTrex Vista HCx. Mit der damaligen Technik hat das eine Genauigkeit von kleiner 10 Meter. Manchmal scheint das etwas besser, aber der Fehler liegt aus Erfahrung im Prinzip bei mehreren Metern. Da ich inzwischen primär im Mittelgebirge unterwegs bin, ist die Ungenauigkeit manchmal durch Abschattungen (Berge, Bäume, what not) sogar noch deutlich größer, vor allem auch weil dieses Gerät nur GPS versteht und noch keines der vielen anderen GNS Systeme.

Nun will ich mir ein neues GNSS Evaluation Board basierend auf dem ublox ZED-X20P anschaffen, das mit Hilfe von RTK Daten ganz genaue Positionen im Bereich von 2 cm bis 3 cm verspricht. Auch wenn es scließlich nicht ganz so genau wird, wie versprochen, ist das doch eine ganz andere Präzision, als mein altes Gerät liefern kann. Wie genau es dann tatsächlich wird, werde ich evaluieren, so dass ich die Genauigkeit dann auch gut kenne und nicht nur vermute.

Die eigentliche Frage ziehlt nun aber auf OSM ab. Daran arbeiten viele Leute mit ganz unterschiedlichen Geräten, manche sicher noch mit so alten Trackern wie meinem eTrex Vista HCx.

Kann man hochgeladenen Tracks und im Editor erfassten Objekten irgendwie mitgeben, wie genau die Positionsbestimmungen sind? Langsam scheint mir das schon eine relevante Angabe zu werden. Ich möchte vermeiden, dass jemand mit so einem alten ungenauen Gerät wie meinem eTrex meine Objekte verschiebt, die ich auf Basis wesentlich genauerer Positionsdaten editiert habe. Auch die hochgeladenen Tracks sollten eine Information über die Genauigkeit haben, welche sich gerade bei Nutzung von RTK Daten, soweit ich das bisher verstanden habe, nicht durch irgendwelche DOP-Werte ausdrücken lässt.

Beste Grüße

Schlauchboot

Bei hochgeladen Tracks kannst du Angaben zur Genauigkeit in der Beschreibung hinzufügen.

tl;dr: Nur als Teil des changeset Kommentars; Ich denke auch nicht, dass es sinnvoll wäre, diese Informationen explizit zu erfassen.

Ich persönlich schreibe das bei Änderungen mit als Kommentar rein (bspw. GPS/RTK). Allerdings nur, wenn ich mir 99,9% sicher bin, dass die Werte auch diesem “Qualitätsanspruch” erfüllen und meist nur bei Punkten (bspw. Hydranten). RTK hat so viele Einflüsse, dass selbst bei einem “RTK fix” die tatsächliche Position mehr als nur ein paar Zentimeter abweichen kann oder man plötzlich nur noch “RTK float” hat. Wie viel davon an meiner Hardware (relativ günstig) und wie viel davon an anderen Faktoren liegt, kann ich nicht sagen. Es wäre also ziemlich viel Aufwand, da sinnvolle Daten zu erfassen und zu verifizieren.

Ich hatte beispielsweise am Anfang den Fall, dass ich als NTRIP-Server eine rtk2go Station in der Nähe genutzt habe. Ich habe damit einen “RTK fix” bekommen, allerdings war die Station schlecht kalibriert, was zu dem Zeitpunkt nicht aus den Daten nicht ersichtlich war und nach Nutzung des SAPOS Dienst meines Bundeslands hat sich herausgestellt, dass da mehrere Meter Abweichung vorhanden waren. Ich hätte somit also korrekte Daten verfälschen können, ohne es zu merken.

Im Endeffekt sehe ich da die Person, die Änderungen vornimmt in der Pflicht. Man sollte seine Hardware so gut kennen, um einzuschätzen, ob man darauf basierend Geometrien/Positionen ändern sollte.

VG

Ich fände ja eine zweite „GPS Tracks“-Ebene schön, bei der nur die als RTK/SAPOS-korrigierten Tracks angezeigt werden.

Da hat mein Bundesland so widersprüchliche Angaben zu den Nutzungsbedingungen, dass ich eine Abfrage gestellt habe, ob ich SAPOS-korrigierte Tracks auf OSM hochladen darf. Das ist jetzt ein halbes Jahr her, Antwort war für Ende Q1 versprochen :sleeping_face:

Dadurch, dass du ja nicht die RTK Daten (also die Phasenverschiebungen etc) nutz, sondern die Daten selbst erhebst und das SAPOS nur als Dienstleistung nutzt, wüsste ich nicht, was dagegen sprechen sollte (solange die Dienstleistung legal nutzt) - bin aber kein Anwalt :slight_smile: . Ich habe OSM mit als Grund bei der Anmeldung angegeben und die Nutzungsbedingungen sagen da auch nichts anderes.

Aber berichte gerne mal, wenn du eine Antwort hast ggf mit Hinweis auf das Bundesland (bei mir ist es Hessen).

Hier BaWü. Es gibt halt eine Seite, bei der der Dienst als “komplett kostenlos” beworben wird, auf der anderen Webseite war in der Nutzungsbedingung die übliche Namensnennung nach Deutschlandlizenz gefordert…

Ansonsten kannst du bis dahin mal EUREF über das BKG probieren. Konnte die praktisch noch nicht wirklich ausprobieren (da SAPOS bei uns sehr gut funktioniert). Ich weiß allerdings nicht, ob die Entfernung selbst mit VRS (virtuellen Referenzstationen) noch gute Ergebnisse bringt.

Die absolute Genauigkeit ist bei vielen Dingen in OSM zweitrangig. Simples Beispiel: Das die Bank am rechten Rand des Weges ist, ist wichtiger als das die Bank genau da ist, wo du sie mit höchster Präzision vermessen hast.

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Vielen Dank für Eure Rückmeldungen! Das Thema ist kein leichtes, je mehr ich darüber nachdenke.

(1) Thema Hochladbarkeit der Tracks, die mittels RTK eine genaue Position bekommen haben.

Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Ich werde versuchen, das hier in NRW auch mal zu gegebener Zeit zu klären. Damit haben wir ja schon mal drei Bundesländer einbezogen :slight_smile: Würde allerdings auch erwarten, dass es keine Rolle spielen sollte, denn die Tracks sind ja letztlich alle Mittel zum Zweck, nicht das eigenliche Ziel. Bin aber auch kein Jurist.

(2) Thema Genauigkeit.

Das ist ein komplexes Thema und mein primäres Ziel ist sicher, mit dem Evaluation Board erst mal möglchst genau abzuklären, was ich erreichen kann, und zwar zum einen abhängig von der Technik und zum anderen abhängig von den Umwelteinflüssen / lokalen Effekten (Abschattung, Mulit-Path-Effekte durch Reflektionen, …, what not)

In Bezug auf die lokalen Effekte, also nicht die Technik sehe ich mit dem alten eTrex Vista HCx z.T. starke Unterschiede in der Genauigkeit. Bin gespannt, ob das mit dem neuen Gerät auch noch so ist, oder ob die Abhängigkeit von lokalen Effekten dabei eine vielleicht sogar deutllich geringere Rolle spielt. So etwas wurde jedenfalls in irgendwelchen Dokumentationen versprochen und begründet. Also mal sehen. Schon alleine das scheint mir eine Dokumentation der Genauigkeit in OSM wert.

In Bezug auf die Technik ist RTK sicher das non-plus-ultra und deswegen hatte ich das direkt erwähnt. Das ist ja aber nicht alles. Laut Spezifikation des ublox ZED-X20P-00B erreicht der Chip folgende Genauigkeit:

  • 1,2 Meter Standalone ohne SBAS
  • 0,6 Meter Standalone mit SBAS
  • 0,006 Meter + 1ppm mit RTK (das sind 6mm + 1ppm)
  • < 0,06 Meter mit PPP-RTK (SPARTN)

Der neue ublox ZED-X20P-01B unterstützt zudem den Galileo High Accuracy Service (HAS) mit einer Genauigkeit < 20 cm. Die neue Version des Chip wurde erst kürzlich vorgestellt.

Das alles muss man in Beziehung setzen zu der Genauigkeit von < 10 Meter laut Spezifikation der alten GPS Geräte wie dem eTrex Vista HCx.

Ein bunter Zoo an technisch bedingter Präzision, den man dann eventuell noch mit den lokalen Effekten kombinieren muss.

Neben der Frage, ob man die Genauigkeit angeben kann, müsste man dann noch fragen, was man wie angibt. Ich fürchte allerdings, dass das langsam zu weit führt.

(P.S. wenn da nicht die Leute wären, die gelegentlich meine Objekte verrücken – an eine Position die weiter weg von der Realität liegt, als meine ursprüngliche, was mich regelmäßig nervt.)

Beste Grüße

Schlauchboot

Das Garmin eTrex Vista HCx ist ein völlig veraltetes Gerät. Die Genauigkeit von aktuellen Smartphones liegt (bei z.B. 50 empfangenen Satelliten) bei <2 Metern.

Ja, Klaus, aber genau darum geht es doch die ganze Zeit. Sehr viele Leute haben mit diesen veralteten Geräten noch mehr Tracks aufgenommen und auf OSM hochgeladen. Die werden dann mit den neuen Tracks, welche viel genauer sind, in einen Topf geworfen.

Und dann kommst Du mit 2 Metern und ich irgendwann mit 20 cm oder sogar 1 cm…. Und vielleicht heute noch mit 10 Metern, weil das eTrex Vista HCx ansonsten noch gut funktioniert.

Ohne Angabe zur Genauigkeit sieht man aber nicht, welche dieser Tracks jetzt aufgrund besserer Genauigkeit höherer zu gewichten sind.

Oder doch? Das wäre dann interessant.

Beste Grüße

Schlauchboot

Hmm, warum willst du deine genauen Tracks überhaupt hochladen? Besser wäre es doch, wenn du die Daten nach der Erfassung selbst verarbeitest. Denn nur du kennst alle Begleitumstände der Erfassung.

Ich würde mal frech in den Raum stellen, dass “öffentliche” GPS-tracks nur noch sehr bedingt eine sinnvolle Quelle für OSM sind. Wenn ich nicht irgendwo selber einen Track aufgezeichnet habe nutze ich egtl. immer Luftbilder. Die man, wie oben schon geschrieben habe, besser an den vorhandenen OSM-Daten ausrichtet als an einem GPS-Track. Selbst wenn ich den Track selbst aufgezeichnet habe muss ich meinen Track irgendwie mit den vorhandenen Daten verschmelzen.

Ich will dir deinen Spaß mit der Technik nicht madig machen…

… aber das liegt evtl. auch an..

Machen wir mal das Gedankenexperiment und du läufst mit einem Gerät rum, dass auf den Millimeter genau bestimmen kann, wo du lang gelaufen bist. Du lädst den Track hoch und trägst irgendwie diese Genauigkeit ein. Ich sehe jetzt deinen Track und will die neue Straße in OSM eintragen.

Nun stellt sich mir die Frage: Wo bist du lang gelaufen? Auf dem Bürgersteig? Am Fahrbahnrand? In der Fahrbahnmitte? Wenn auf dem Bürgersteig, eher am Bordstein oder eher an der Grundstücksgrenze…

Das man mit deiner “perfekten” Genauigkeit auch wirklich etwas anfangen kann, müsste man das auch noch wissen. Sonst hat man zwar genau deinen Weg, aber weiß nicht wie man die 5m-Breite Straße relativ zu deinem Weg positionieren soll.

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Ich wünsche Dir viel Spaß mit Deinem neuen Gerät und ich bin mir sicher, Du wirst die Qualität von Waldwegen und ähnlichem deutlich verbessern. Davon kann OSM nur profitieren.

Ich korrigiere die Geometrie von solchen Wegen, die man im Luftbild gar nicht sehen kann, mit der Kombination der Strava-Heatmap, meiner eigenen Aufzeichnung und durchaus vorhandener Erinnerung, wo ich von meiner OSM-basierten Navigation so verblüfft war.

Ich möchte dazu kurz meine Erfahrung mit Tracks schildern:
Da ich kein eigenes GPS-Gerät habe, habe ich eine App entwickelt, mit der ich meine gefahrenen Routen aufzeichne. Dafür nutze ich ein etwa 8 Jahre altes LG-Android-Handy.
Die dabei erreichte Genauigkeit liegt meist bei ungefähr 2 bis 10 Metern, wobei die schlechteren Werte vor allem im Wald oder bei ungünstigem Empfang auftreten.
Ich denke, spezielle GPS-Geräte können das sicher besser, kosten aber entsprechend auch deutlich mehr Geld.
Mein persönliches Fazit ist daher: Solange ich solche Genauigkeit nicht beruflich brauche, würde ich mir kein teures Spezialgerät zulegen – es sei denn, ich hätte das Geld dafür ohne Weiteres übrig.
Meine App zum Aufzeichnen von Tracks: