Die "Politik" nutzte OSM ohne Lizenzhinweis

Dann mach doch einen Screenshot und liefer das das Ganze mit ein paar Informationen an die Zeitung deiner Wahl. Heise wäre deutschlandweit verfügbar.
Vielleicht sind aber im Wahlkampf auch lokale Zeitungen bereit sich wie um die Steuerhinterziehung zu kümmern.

Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, so eine Problematik in der Presse auszutragen. Vielmehr wollte ich die “Nachlässigen” nur auf den Fehler aufmerksam machen.
Ob es aber tatsächlich nur Nachlässigkeit, wenn man es innerhalb von 10 Tagen nicht fertig bringt, einen fehlerhafte Veröffentlichung aus dem Netz zu nehmen ist wirklich fraglich. Unwissenheit war es aber offensichtlich nicht. Nunmehr ist es m.E. Vorsatz!

Zwischenzeitlich befindet sich der Flyer (wegen des abgelaufenen Termins) zwar nicht mehr auf der Startseite, verfügbar ist er aber im Moment immer noch - und das macht mich wütend, zumal ich mehrere Telefonate mit den Herren Pressesprechern geführt habe. Man bat mich um Verständnis, dass sie die Änderung nicht selbst vornehmen können und dies auch nicht innerhalb von “drei Stunden zu erledigen ist”. Drei Stunden sind aber nicht zehn Tage. Vielleicht reagiert ja der Fraktionsvorsitzende schneller, ich werde mich mal an diesen wenden.

… und alle Interessierten auf dem Laufenden halten

Gruß Uwe

edit:

“Sehr geehrter Herr Flath,
ich beziehe mich auf anghängten E-Mail-Verkehr und die geführten Telefonate mit Ihren Pressesprechern Herrn … .
Leider konnte die Angelegenheit nicht abschließend geklärt werden, die E-Mail-Antwort vom 16.05.2014 nicht zufriedenstellend. Der fehlerhafte Flyer ist immer noch verfügbar und nicht ausgetauscht. (Stand 21.05.2014, 17:15 Uhr)
Durch Ihre Pressesprecher wurde mitgeteilt, dass sie selbst die Änderungen nicht vornehmen können und diese nicht „innerhalb von drei Stunden“ (Zitat!) zu erledigen ist. Dafür kann ich Verständnis aufbringen.
Kein Verständnis habe ich (und andere Openstreetmap-Mitwirkende) aber für die Tatsache, dass für die Änderung nunmehr über zehn Tage Zeit war und diese immer noch nicht vorgenommen worden ist. Dies hätte eigentlich im Interesse der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag als auch im Interesse der beauftragten Agentur zeitnah erfolgen müssen.
Durch dieses Verhalten wird wenig Achtung vor der Arbeit der vielen Freiwilligen gezeigt, die in ihrer Freizeit zum Gelingen des Projektes „Openstreetmap“ beitragen und somit für jedermann kostenfrei verfügbare Kartendaten in Internet bereit stellen.
Bitte nehmen Sie sich doch des Problems an und Veranlassen die Änderung oder Löschung fehlerhafter Publikationen und nehmen Sie darauf Einfluss, dass zukünftig eine korrekte Quellenangabe erfolgt.
Sollten Sie das Projekt unterstützen wollen, nutzen Sie bitte die Kommunikationskanäle, die unter wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:Contact aufgezeigt sind.
Bei Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Meine Kontaktdaten sind in Ihrer Pressestelle bekannt.
Vielen Dank für eine schnelle Antwort.
Mit freundlichen Grüßen”

Hallo,

mir hat die Hinhalterei gereicht. Ich habe meinem Frust auf Twitter freien Lauf gelassen und zwei Antworten erhalten.

Ja, “Raubkopie” ist ein schweres Wort, aber ich denke, dass die Gnadenfrist lang genug war.

Viele Grüße

Michael

Leider ist “Raubkopie” recht polemisch. Es wird ja nichts geraubt. Oder wurde da körperliche Gewalt angedroht?

“Raubkopie” ist ein Kampfwort der Content-Industrie, das wir nicht verwenden sollten, denn es ist kein Raub, keine Wegnahme einer Sache unter Anwendung von Gewalt.

Wir sollten aber klarstellen, daß es sich um eine massive und nach 10 Tagen auch bewußt in Kauf genommene Urheberrechtsverletzung handelt.

Nach 10 Tagen ist es auch voll in Ordnung das in die Presse zu tragen: “CDU kämpft immer wieder für die Verschärfung von Gesetzen zur Urheberrechtsverletzungen, aber sie selbst hält sich gar nicht daran.”

Dieser “Urheberrechtsverletzung” einen Schadensbetrag zuzuordnen ist allerdings schwer. Die Content-Industrie arbeitet hier üblicherweise mit der Lizenz-Analogie. D.h., was hätte man für eine Lizenz zahlen müssen, um das Werk so zu nutzen/zu verbreiten? In diesem Falle also ohne OSM-Attribution. Da sollte man nicht zu viel erwarten.

Nach meiner Anfrage beim Fraktionsvorsitzenden tragen unsere Unmiutsäußerungen offensichtlich Früchte:
Ich erhielt noch gestern Abend zwei Anrufe. Leider konnte ich sie nicht entgegen nehmen, da ich gerade im Sportverein zu tun hatte. Dann kam auch gleich noch die Antwort per Mail:

“Dass die Verwendung von Open-Source-Materials nicht unter Angabe von Quellen erfolgte, bedauern wir zutiefst. Dass habe ich Ihnen auch in meiner Antwort am Freitag zum Ausdruck gebracht. Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie uns auf diesen Fehler aufmerksam gemacht haben. Natürlich haben wir vor der Arbeit und der investierten Zeit der vielen Freiwilligen, die sich um die kostenlose Bereitstellung von Open Source in aktueller und hoher Qualität kümmern, höchsten Respekt.
Ich gehe davon aus, dass Sie auch diese Mail wie auch den übrigen Mail-Verkehr mit uns im entsprechenden Thread „Die “Politik” (CDU im sächs, Landtag) nutzt OSM ohne Lizenzhinweis“ des OpenStreetMap-Forums veröffentlichen werden. Ich bedauere allerdings, dass Sie bereits nach Ihrer ersten Mail am 9. Mai an uns, bereits zehn Minuten später einen entsprechenden Kommentar im Forum veröffentlichten. In dieser Zeit war es beim besten Willen niemanden möglich, den Fall zu prüfen und zu korrigieren. Dass Ihre erste Mail vom 9. Mai unglücklicherweise in unserem Haus auch noch im Tagesgeschäft unterging und unbeantwortet blieb, ist bedauerlich, aber keineswegs böse Absicht gewesen. Auf Ihre zweite Mail vom 15. Mai erhielten Sie auch umgehend am 16. Mai eine entschuldigende Antwort von mir. Allerdings konnte erst heute das betroffene Material nach einer verbesserten Zuarbeit der Agentur auf unserer Webseite ausgetauscht werden. Sie können sich gern davon unter folgendem Link überzeugen: http://bit.ly/umweltforum.
Ich kann Ihnen abschließend versichern, dass wir zum einen durch Ihren Hinweis als Auftraggeber nun hinreichend sensibilisiert dafür sind, die Herkunft von Bildern, Karten und Grafiken bei der Agentur in Zukunft kritisch zu hinterfragen, auch ob entsprechende Lizenzangaben gemäß den Nutzungsbestimmungen notwendig sind. Zum anderen haben wir die Agentur eindringlich darauf hingewiesen, hier fortan mehr Sorgfalt walten zu lassen und mit Open-Source-Material verantwortungsvoller umzugehen.”

… und ich konnte heute morgen prüfen, dass die Änderungen vorgenommen worden sind.

Damit ist die Sache für mich eigentlich zufriedenstellend erledigt: Zum einen sind nun ordentliche Quellenangaben vorgenommen worden (nicht nur OSM betreffend ;)) und zum anderen ist man (positiver Nebeneffekt) in der Sächsichen Landesregierung auf uns aufmerksam geworden.

Grundsätzlich ärgerte mich bei der ganzen Sache nicht der Fehler selbst sondern, dass dieser nich zeitnah behoben worden ist. Vielleicht gehen aber auch meine Vorstellungen von “zeitnah” an der Realität vorbei. :frowning:

(zufriedene) Grüße aus Sachsen

Uwe

die Antwort ist doch en Witz, oder?

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“

wenn mein kleiner Bruder eine Karte von OSM auf Facebook stellt …

Sie Herr Abgeordneter (oder was auch immer), die Pressestelle. die Agentur, … betreiben das um Kohle damit zu machen!
Na dann viel Spaß beim kritisch hinterfragen LOL

man nennt das auch Reductio ad absurdum. Die Pressestelle hätte das Material das ni den Gesetzen entspricht sofort von der entsprechenden Seite nehmen müssen (Punkt)

Edit: es ist bedauerlich und ich bedauere das es sich hierbei …

… ich dachte, dein kleiner Brunder findet dein OSM uninteressant :smiley:

Die Agentur mach sicherlich Kohle, die Fraktion aber wahrscheinlich eher nicht …

Also ich denke, wir sollten zum “Tagesgeschäft” übergehen. Ich hatte nicht die Absicht, jemanden einer Strafe zuzuführen. Richtig, letztlich ist der “Veröffentlicher” verantwortlich. Aber wir haben drüber gesprochen, der Fehler ist behoben und gut! (meine Meinung)

Gruß Uwe

+1
Jedenfalls solange man aus diesem Fehler lernt. Bedauernswert finde ich natürlich die Anschuldigung dass du diesen Sachverhalt bereits so füh im Forum veröffentlicht hattest. Denn nur dadurch wurde sichtbar wie lange dieser Vorgang gebraucht hat. Aber das entspricht ja den Gepflogenheiten erstmal alles klein halten. Der handlungsdruck entsteht offenbar erst aus Öffentlichkeit.

Moin,
bei uns hat die SPD auf der Wahlwerbung für die Kommunalwahl eine OSM Karte ohne Hinweis genutzt. :slight_smile:
Chris

ist ja ni schlimm :wink:

bösartig finde ich nur die Verarsche, die die dann mit uns machen wenn ihr mal nachfragt :sunglasses:

Edit: und immer schön unschuldig tun und dann noch die Schuld auf andere schieben.
so liebe Abgeordnete, das gibt Hausarrest, am Wochenende wird erst mal Zimmer aufgeräumt :laughing:
und dann habt ihr Zeit zum überlegen was ihr falsch gemacht habt :stuck_out_tongue:

Gerade in großen Organisationen kann es immer mal passieren, dass der Hauptverantwortliche mal zwei Stunden auf einer Sitzung, eine Woche auf Dienstreise oder im Urlaub ist. Insofern ist deren Reaktion einwandfrei formuliert. Du warst ja auch nicht am Telefon, als die Fraktionsspitze angerufen hat!

Die grafische Gestaltung eines solchen Flyers kostet (in Nordwestdeutschland) etwa 250-300 Euro. Viel Geld für Bilder oder Karten bleibt dort nicht übrig.
Würde mich nicht wundern, wenn der Agenturbetreiber nebenbei aufstockt.

Nein die Reaktion war nicht einwandfrei. Und wenn der Agenturbetreiber davon nicht leben kann, muss er sich eine andere Arbeit suchen. Es hängt mir zum Hals raus das wir dieses Dumping finanzieren sollen.
Was ist wenn der Typ mal krank wird? Dann geht gar nichts mehr. Gerade in großen Organisationen kann es nicht nur an einem liegen!

Sei gewiss, dass ich an diesem Tag verschiedene Rufnummern in der Fraktion (auch die Pressestelle) vergeblich telefonisch kontaktiert hatte, es war niemand erreichbar.

Ob die Agentur Geld verdient oder nicht (ich hatte hier nur die gleiche Wortwahl verwendet wie FGOSM22) ist doch nicht von Belang. selbst wenn ich für unseren Verein Karten “bastle” gehört es sich ganz einfach, einen Quellenanachweis aufzubringen. OSM verlangt den Hinweis und er hat gefehlt!

… und wenn er bei anderen fehlt

dann sollten auch diese (im Zuge der Gleichbehandlung) den Hinweis bekommen!

Mir als Partei wäre das einfach nur peinlich und ich hätte versucht innerhalb von Minuten (das verstehe ich unter “zeitnah”) den Fehler zu korrigieren und nicht erst nach Tagen!

Dennoch bin ich mit dem Ergebnis nunmehr zufrieden.

Gruß Uwe

Naja, mittlerweile steht da zwar “© Karte openstreetmap”, aber ich frage mich, ob das überhaupt ausreicht. Da das ja nicht wie bei online Karten ein Link ist, sollte doch eigentlich wenigstens die vollständige URL dastehen, sonst könnte ja alles und jeder gemeint sein, der sich irgendwie erdreistet, sich openstreetmap zu nennen (und vielleicht noch openstreetmap.to registriert). Die Seite http://www.openstreetmap.org/copyright fordert das zwar nicht, dafür aber neben “© OpenStreetMap-Mitwirkende” auch einen ausdrücklichen Hinweis auf ODbL sowie CC-by-sa bei Verwendung der Kacheln. Also immernoch nicht wirklich vernünftig attributiert.

… ich habs mal noch an den zuständigen Mitarbeiter der Frakton weiter geleitet und glaube, dass es noch Beachtung findet.

Gruß Uwe

edit:
Es gab schon eine kurze Antwort: Die Agentur wurde beauftragt es zu ändern. Das nenne ich zeitnah :slight_smile:

Also diesmal ging die Antwort wirklich schnell: Die Agentur hat den aktuellen Flyer berichtigt (http://www.cdu-fraktion-sachsen.de/fileadmin/media/mediathek/Veranstaltungen/Umweltpolitisches_Forum/140514_Umweltpolitisches_Forum_Einladung.pdf), der Fehler ist aus dem Netz. Dazu kam noch das Versprechen: “…werde ich in Zukunft bei der Freigabe von Flyern nicht nur darauf achten, zu hinterfragen, woher Bild- und Kartenmaterial stammen, sondern auch auf die korrekte Verwendung und Angabe der Rechtehinweise seitens der Agentur achten.
Ich hoffe, dass ich Ihnen nun abschließend unter Beweis stellen konnten, dass wir hier lösungsorientiert und schnell arbeiten. Zumindest ist das unser eigener Anspruch. Dass es in Ihrem Fall wegen der übersehen Mail zunächst schief ging, tut mir leid. Ich denke aber, dass wir nun am Ende gemeinsam eine gute und für Sie zufriedenstellende Lösung erreicht haben.”

Dem kann ich nur zustimmen und damit ist die Sache für mich abgeschlossen und entschuldigt!!!

Gruß Uwe

kann es ein das hier mit unterschiedlichen Maß gemessen wird im Umgang mit Gesetzen?

Mein Opa sagt immer, Handwerk hat goldenen Boden. Bei den Parteien kann da niemand damit glänzen.
vom 9. bis zum 23. hat das gedauert :laughing:

Ich unterstelle mal das hier Tischler, Schlosser, und noch andere Handwerker einer Agentur sagen müssen wie die ihre Arbeit richtig machen sollen.

andere verlieren ihren Doktor Titel wenn eine Quellangabe fehlt :sunglasses:
und in der Schule gibts dafür ne 5

Liebe Abgeordnete
Liebe Agentur,

suchts euch raus.