Oh man, Ihr habt hier eine Fülle von Infos zusammengetragen, hochinteresannt.
Allerdings steige ich nicht mehr durch.
Wenn die zusätzlichen GPS-Frequenzen L2 & L5 tatsächlich so neu sind und bislang “ohne Garantie” abgestrahlt werden, wie haben dann bislang die Vermesser via GPS vermessen? Also reichte wohl bislang doch das gewöhnliche L1-Signal aus, natürlich ordentlich abgeschirmt von Bodenreflexionen unter Hinzurechnung des SAPOS-Korrektursignals? Das die (schweine-)teuren Gerätschaften der Vermesser hochempfindlich sind und eine bessere Rechenleistung haben, steht außer Frage.

Trotzdem entwickelt sich doch auch der Consumer-Markt immer weiter. Die Geräte werden besser, empfindlicher und können mehr. Oder ist das Eurer Meinung nach nur ein sinnloser Marketing-Gag “BCM47755 kann jetzt auch L5 empfangen”?

Wenn ich TobWen richtig verstehe, dann brauche ich mit meiner “2 cm² großen Handy-Keramikantenne” (ist die tatsächlich so groß in den kleinen Smartphones?) weder SAPOS noch L5 zu nutzen, da man mit diesem Consumerprodukten eh keine vernünftigen Ergebnisse erhält?!?!

Auf der anderen Seite sehen doch diese Tests mit dem Xiaomi MI8 vielversprechend aus? Nun gut, die Rinex-Daten des Handys wurden dort nachträglich mit einer “hochwertigen Post-Processing-Software” (RTKLIP :stuck_out_tongue: ?) mit RTK-Daten aufgewertet. Prinzipiell könnte man das aber alles selbst nachbauen, ohne mehrere Tausend Euro auszugeben. Dies sollte doch eigentlich Ansporn genug sein, dies mal nachzustellen.

Jetzt brauche ich nur doch so eine Drosselring-Plattform zur Mehrwegunterdrückung. Ob eine metallische Bratpfanne mit eingelegtem Handy die Bodenreflexionen einigermaßen aussperrt? :sunglasses: Edit: Wohl eher nicht, aber Vermesser sehe ich damit auch nicht rumlaufen, eher mit sowas. RTK-Drohnen zum Vermessen und Kartografieren gibt’s auch schon … .

Die schwache L1-Frequenz ohne zusätzliches Korrektursignal ist meines Erachtens aber nicht mehr zeitgemäß. Abweichungen bis zu 10 Metern sind damit nicht ungewöhnlich. Wenn man jetzt mit “Privatkundenspielzeug” wenigstens unter einen Meter kommt, dann stellt das für mich eine immense Verbesserung dar. Leider kann man ohne beistehende RTK-Basis die tatsächliche Meßungenauigkeit nicht verlässlich ermitteln, wie der Entwickler der App GPSTEST hier selbst erläutert.