Details zum Thema Tracktype

Ich habe bei mir in der Gegend eine relativ große Menge an “KeepRight”-Problemen zum Thema fehlender Tracktype für Tracks. Da jetzt ja Sommer ist und ich eh neue Strecken auf dem Rad erkunden will, dachte ich mal “das passt doch”. Auf der Wiki-Page bin ich mir jetzt aber nicht ganz sicher wie die Tracktypes gedacht sind. Von den Bildern (und der Beschreibung) wäre meine Interpretation folgende:

Grade 1: Vollständig asphaltiert/mit Betonplatten verlegt.

Grade 2: Vollständig mit verdichtetem Schotter (oder ähnlichem nicht “paved” Material)

Grade 3: Surface ist egal, breitere Fahrspuren aus “festem” Material mit “ground” zwischendrin

Grade 4: Surface ist egal, enge (oder nur kaum verfestigte) Fahrspuren aus festem Material mit viel “ground” zwischendrin

Grade 5: Auch Fahrspuren sind “ground”.

Liege ich da richtig? Und als surface tagge ich im Zweifel (bei Grade 3/4) das Material der Fahrspuren?

Die Bilder zu tracktype im Wiki sind leider nicht besonders gut. Die Beschreibung dafür umso wichtiger.

Ignoriere, was in der Mitte der Spur ist. Ignoriere die Breite der Fahrspur (außer, sie ist zu schmal für ein Fahrzeug, dann ist es kein track). Beide spielen für Wahl des tracktype keine Rolle.

  • Grade 3: Mischung aus festem und weichem Untergrund
  • Grade 4: Größtenteils weicher Untergrund, kaum Befestigungen
  • Grade 5: Nur weicher Untergrund, keine Befestigungen

Insgesamt ist der tracktype, auch wenn er oft als Basis für das Rendering genutzt wird, weniger wichtig als beispielsweise surface und smoothness, finde ich.

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Im Grunde würde ich es so machen. Wie Alex schreibt ist die allgemeine Beschaffenheit wichtiger als die Breite.

Als surface nehme ich im Wald in der Regel ein allgemeines surface=ground. (Außer es gibt was offensichtlich besseres, aber im Wald ändert sich das doch recht häufig.)

Tracktype beschreibt die Bauart des Weges, resultierend in der Tragfähigkeit und Wetterfestigkeit.
Salopp gesagt nimmt die Wahrscheinlichkeit stecken zu bleiben von grade 1 bis 5 zu.

Die Klassifizierung von @F_Weinmann ist nur eine Untermenge der möglichen Kriterien.
Allzu scharf sind diese allerdings nicht, da auch stark witterungsabhängig. Die Bandbreite nimmt auch von 1 bis 5 zu.

Dann finde ich die Wiki-Bilder echt etwas unklar. Wenn ich es richtig verstehe wäre damit ein Weg mit Ground in der Mitte, aber jeweils 30 cm Betonplatten-Fahrspuren noch Grade 1, oder?

Das würde ich tatsächlich nicht so krass sehen wie @scai. Vor allem weil das Hauptmerkmal zur Unterscheidung grade2 und grade3 ja tatsächlich die Mitte der Spur ist und genau das ja auch einen Mehrwert gegenüber surface und smoothness bietet. Ich beurteile den Tracktype unter anderem auch daran, wie gut man z. B. mit dem Fahrrad von einer Fahrspur auf die andere wechseln kann. Das hilft mir häufig vor allem bei der (oft eher subjektiven) Unterscheidung grade2 bis grade4.

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Dass die Mitte der Spur zu dieser Unterscheidung beiträgt sagt das Wiki eigentlich nicht aus. Das könnte man aus den Bildern so interpretieren, ob das wirklich gemeint ist steht da aber nirgends (oder übersehe ich etwas?).

Daher sehe ich auch den Mehrwehrt gegenüber surface und smoothness nicht. Denn woraus die Mittelspur besteht, lässt sich daraus immer noch nicht ableiten. Dafür gibt es jedoch das Tag surface:middle=*.

Insgesamt ist tracktype im Wiki einfach unzureichend beschrieben und die verschiedenen Werte mit zu wenig Bildern hinterlegt, finde ich. Das führt zu unterschiedlichen Interpretationen. Insbesondere, wenn aus den Bildern zusätzliche Eigenschaften abgeleitet werden, die in der textuellen Beschreibung nicht vorkommen.

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Ja, das müsste dann tatsächlich grade1 sein. Siehe auch DE:Key:tracktype - OpenStreetMap Wiki und das Beispiel mit “highway=track + tracktype=grade1 + surface=concrete:lanes”. Das entspricht deinem Fall.

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Ok, stimmt. Dann sind Tracktype=grade1 und tracktype=grade5 quasi als Keys irrelevant (weil sie Surface-Tags haben die das ganze genau so oder genauer beschreiben) und grade2-4 machen Sinn um die Befahrbarkeit von (primär) Gravel-Wegen anzuzeigen.

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Als Orientierung, meiner Auffassung nach.
Bis tracktype grade3 mit normalen PKW befahrbar bei praktisch jeder Witterung.
Ab grade4 mit SUV (erhöhte Bodenfreiheit, Allrad) selbst wenn es regnet.
grade5 ist dann eher den Geländewagen usw zu empfehlen um ihn bei jeder Witterung befahren zu können.

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… als meine Hinzufügung aus Fußgänger-/Wanderersicht bei schlechtem Wetter und sommerlicher Vegetation
[grade1+2 unproblematisch]
grade3 - mit Pfützen in den Fahrrinnen ist zu rechnen - es bedarf Aufwand trockene Schuhe zu behalten
grade4 - trockene Schuhe unwahrscheinlich wg. möglicher Bodenvegetation
grade5 - nasse Schuhe hochwahrscheinlich wg. quasi durchgängiger Bodenvegetation

Bezüglich Bodenvegetation und tracktype:

Ich habe einen Feldweg mit aufgetragener und verdichteter Oberfläche. Sehr hart (Wenn ich mit dem Hacken zu trete, tut sich kaum etwas). Normalerweise klarer Fall für grade2. Nun wird einTeilstück von dem Weg nur noch wenig benutzt und der Weg ist zu 80-90% mit Gras und anderen Pflanzen zugewachsen. Wirkt sich das auf den tracktype aus? Die Tragfähigkeit ändert sich hierdurch ja nicht. Nur surface und smoothness ändert sich, oder nicht?

Andererseits kann ich nicht bei jedem Gras bewachsenen Feldweg sagen, wie der Unterbau aussieht. Einen Spaten habe ich eher selten dabei.

Also das käme für mich auf die Länge an. Für 20 oder 30 meter würde ich jetzt nicht grade 2 auf grade 3 herunterstufen und die Tragfähigkeit von beiden sollte theoretisch identisch sein.

Für ich sind die Grenzen zwischen grade 2/3 und 4/5 so fließend, dass ich sicher bin, dass ich meine eigenen Entscheidungen von damals unter Umständen heutzutage anders sehen würde. Der Zustand dieser Wege hängt teilweise auch sehr von der Jahreszeit ab. Im Zweifelsfall würde ich aber zur schlechteren Einschätzung greifen, also grade3 statt grade2 und grade5 statt grade4 und dann im kommendan Jahr nochmal prüfen, ob man nicht heraufstufen kann. So mache ich es zumindest.

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Als OSM-Datennutzer erlebe ich den tracktype-(Sub)Tag als (Karten-)Auswertungstechnisch nicht nur als wichtig sondern als zentral.
Als Mapper agiere ich da wie Nadjita “Im Zweifelsfall würde ich aber zur schlechteren Einschätzung greifen”.

Mir erscheint trotz gleichbleibendem Unterbau eine Herunterstufung von 2 auf 3 gerechtfertigt. Bewuchs ist ja ein “weiches Material”, dass zudem auch die Befahrbarkeit beeinflusst. Tragfähigkeit ist ja nicht alles, auch die Griffigkeit eines Weges wirkt sich auf die Befahrbarkeit aus. Über den Unterbau eines Weges kann man sowieso als Mapper meist nur spekulieren. wir können uns nur an dem orientieren, was wir sehen und wir sehen nur die Oberfläche. Okay, auch beim Drüberlaufen oder Drüberfahren merkt man schon, ob ein Weg nur oberflächlich etwas schmierig ist, oder ob der Weg insgesamt weich ist.
Die grade1-5 Einteilung kann aber nur eine grobe Einteilung sein. Aber zusammen mit surface und
smoothness ergibt sich schon ein recht gutes Bild.
Das Problem, dass sich der Zustand von Feld- und Waldwegen oft im Laufe des Jahres verändert, gibt es natürlich auch. Ein Weg kann während der trockenen Jahreszeit eben und gut befahrbar sein, nach einem nassen Herbst und ein paar Forstarbeiten verwandelt er sich in eine Schlammwüste. Oder manche Wege sind im Sommer mit hohen Brennesseln und Gras bewachsen, so dass man keinen Wanderer dort entlang schicken kann, im Januar sind sie aber gut begehbar (bei meinem Hobby “Trailrunning” berücksichtige ich bei der Wahl solcher wege auch die Jahreszeit).