Ich würde mich freuen, wenn bestimmte Daten systematisch erfasst werden. Die Hoffnung wäre ja, dass diese langfristig auch uns zur Verfügung stehen. Ich sehe es auch nicht als Stärke von OSM, Daten konsistent und lückenlos zu erfassen und auch noch aktuell zu halten. Dafür braucht man automatische Erfassungsmöglichkeiten. Zudem ist die Breite der von denen erfassten Daten sehr beschränkt. Wir hingegen sind sehr breit aufgestellt. Ich sehe die Datenerfassung daher als willkommene Ergänzung – so wie ALKIS.

Ich würde mir in vielen Bereichen mehr Datenerfassung/Datenaustausch der Behörden wünschen. Warum gibt es z.B. kein bundesweites Register aller (zumindest neu aufgestellter/ausgetauschter) Verkehrsschilder? Ich vermute mal, das gibt es nichtmals auf Landesebene.

Abseits der Datenerfassung: “Digitaler Zwillling” ist seit einigen Jahren ein Hype-Thema. Die technische Ausführung steckt meist noch in den Kinderschuhen – und wird anders als Kinder nicht so schnell erwachsen. Eine Grundeigenschaft des digitalen Zwillings ist eine Feedback-Loop: Man hat eine digitale Repräsentation der physischen Welt und kann Simulationen durchführen; die Simulationsergebnisse nutzt man, um Änderungen in der physischen Welt zu veranlassen, die dann wieder die Simulationsergebnisse beeinflussen. Das verlangt also eine hohe Güte in den Daten und Simulationen, was meist sehr anspruchsvoll ist. Wenn ich da lese, dass das Projektende in 2027 ist, grummelt es bei mir innerlich. Das ist doch garantiert wieder ein unterfinanziertes Projekt, das in wenigen Jahren Riesiges schaffen soll. Und was passiert nach 2027? Läuft das dann alleine und jemand drückt einmal im Jahr auf den Updateknopf? Ich würde erwarten, dass man sich beim Wunsch, solch ein digitales Arbeitsmodell zu haben, so einig ist, dass eine Verstetigung von vornherein gewünscht ist. Oder möchte man in 2027 sagen “Mist, wird sind nicht fertig geworden. OK. Lassen wir es einfach bleiben.” Hoffentlich wird das kein digitaler Friedhof. Auch aus Simulationssicht sehe ich es kritisch: Je mehr Details man nutzen möchte, desto hochauflösender müssen auch die Simulationen sein; der Anspruch wird über die Zeit weiter steigen. Das ist kein Selbstläufer, sondern ein ewiges Forschungsprojekt. Aber vielleicht läuft dies unter “ein Problem von morgen”.

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