Moralisch ist das ein Tritt in den Unterleib gegen niemanden.
Es wird eher so sein, dass jemand ganz bestimmtem die Hutschnur hochgeht, der der Ansicht ist, dass ein gewisses, “sensibles”(?) Gebiet ihm gehöre oder er darüber zu befinden habe, wer dieses Gebiet betreten darf oder nicht.
So schön ich Deine Formulierung auch finde, bin ich doch der Ansicht, dass diese Einstellung mit der Aufgabenstellung von OSM unvereinbar ist, die Welt in Realität abzubilden und nicht dessen “politisch korrektes” Zerrbild, evtl. von Interessensgruppen die andere gern aus der Natur aussperren. Ich bin da diametral anderer Ansicht. OSM bietet keine “Vorschläge” sondern ist eine Karte! Die Wege sind da (und dann haben sie einen Zustand der sich beschreiben lässt, einschliesslich etwaiger Betretungsverbote) oder sie sind **nicht **da - dazwischen gibt es nur eine minimale Grauzone. Eigentlich überhaupt kein “Interpretationsspielraum”. Für dessen übrig bleibenden Rest wird das WIKI geschrieben und gibt es dies Forum. In Naturschutzgebieten gibt es offizielle Wege, das sind die in der TK25 verzeichneten. Welche davon es in natura nicht mehr gibt, die kann man in OSM streichen. Gibt es andere, sollte man die aufnehmen, oder offiziell sperren. Sonst mach doch eine Art “NSM”= Open NABU Street Map nur für die “Eingeweihten”. (Das sind doch sonst die eifrigsten Schilderaufsteller)
Ich möchte auch, wenn ich Auto fahre, beim Blick auf die Karte den kürzesten und schnellsten Weg sehen können, und nicht bloß die neugebaute Straße außenrum mit 3 Ampeln und 3km Umweg. Ob ich die fahren will (wo schon alle Wegweiser hinzeigen) möchte ich bitteschön selbst beurteilen. Dazu bin ich geistig nämlich in der Lage, oder zumindest mein Navi soll das nach differenzierten Kriterien ausrechnen können. Das geht aber nur, wenn ich nicht schon am Datenbestand herumfälsche und mir in die Tasche lüge. Genauso verhält es sich mit Wald- und Feldwegen. Auch hier möchte ich keine bevormundende Beschilderung, oder schlimmer, eine gefakte Karte.
In Hessen gibt es z.B. gesperrte Waldwege. Dann steht da ein Schild “Gesperrt! Hessisches Forstamt X (Ort)” (denn nur das Forstamt und niemand anders ist überhaupt befugt Waldwege zu sperren)
Aber wenn ein Jäger der Ansicht ist, einen bestimmten Weg sperren zu müssen der an einem seiner Hochsitze vorbeiführt und 3 Tannen umsägt, was bei 99% der Waldbesucher den von ihm erwünschten Effekt hat, dann tilge ich diesen Weg nicht aus OSM. Und wenn er ein Schild aufstellt “Wildruhezone, nicht betreten!” (diese Schilder kann man im Internet kaufen) dann führt das, soweit es einen Weg betrifft auf dem ich reiten möchte, zur Nachfrage bei der zuständigen unteren Jagdbehörde ob hier eine offizielle Wildruhezone gemäß Forstgesetz ist. Und dieses Vorgehen ist nicht etwa radikal sondern hilft das Recht auf Erholung in der freien Natur der Allgemeinheit zu sichern gegen das Interesse mancher Kreise, die diese Natur für sich reservieren und in einen Schilderwald verwandeln möchten, wie an vielen Stellen schon gut studierbar.
Wenn hier die Gemeinde Otterfing möchte, dass hier nicht geritten wird (auf einem anscheinend von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahrbaren Weg) dann hat sie hierfür ja vielleicht einen ziemlich triftigen Grund. Vielleicht hat auch nur der Großbauer G. angerufen der nicht immer morgens und abends von Reitern auf “seinem” Weg gestört werden will, wenn er mit seinem 80km/h-Schlepper da langbrezzelt, mit 15-Tonner frisch geschnittenem Grün für die Küh im Stall, und die Hü’s machen bei ihren Ausweichmanövern neber die Spur dann jedesmal den schönen Weizen kaputt. Es steht ja keine Telefonnummer dabei wo man sich erkundigen kann. Möglich wäre auch, dass der Weg frisch feingeschottert wurde und sich der Belag erst “setzen” soll und daher Hufspuren vermieden werden müssen. In diesem Fall ist aber auch ein Befahren schädlich. Bei uns hat neulich das Forstamt sowas gemacht und ein Pappschild drangehängt “Bitte 6 Wochen nicht bereiten”. Kein Problem. Aber **den **traktorbefahrbaren Weg, der dauerhaft kein Reiten verträgt, möchte ich erst noch sehen. Im übrigen ist Pferd auch nicht gleich Pferd. Manche sind auch unbeschlagen und hinterlassen so gut wie keine Spuren, wenn im Schritt geritten wird, wo andere, doppelt so schwer, mit Stolleneisen beschlagen und im Trab geritten oder gefahren, den Weg übelst zernieren.
Im übrigen gibt es eine WIKI Seite “Pferde” da stehen die möglichen Attribute zu “horse” drin. Da “horse” ein Spezialtag ist, sollten Nichtreiter den eigentlich gar nicht benutzen, außer vielleicht horse=no, aber nur als ersten Anhalt, weil es tausende von Reitverbotsschildern gibt, die ohne Rechtsgrundlage in unserer Landschaft stehen, oft sogar an Wegen die von lokalen Reitern gar nicht zu vermeiden sind. Vielleicht aus ähnlicher Motivationslage heraus wie “baden verboten” wenn man keinen Bademeister für den See anstellen kann. Mein erster Staatsrechts-Prof pflegte uns Studenten zu sagen “Verboten ist nicht was auf dem Schild steht sondern was im GESETZ steht”. Und leider kann jeder in den Tag reinschreiben was er will, und kein Renderer wird es je sinnvoll auswerten.