Im Kanton Thurgau ist als Bildmaterial ein “Basisplan-AV” aufgelistet, der Inhalt ähnelt einem amtlichen Katasterplan und gibt Gebäude, Strassen etc. genau wieder.
Dieser Plan ist extrem hilfreich, vor allem für Gebäude, Strassen, Bäsche etc.
Frage dazu: Wie kommt dieser Plan hier hinein, wer hat diesen aufgeschaltet? Wieso gibt es so einen Plan für andere Kantone (z.B. SG, AR, Ai…) nicht auch?
Die AV (Amtliche Vermessung) ist nicht in allen Kantonen open data und dann gibt’s die Dimension ob die Bedingungen dann tatsächlich mit OSM kompatibel sind, sprich das Abklären ist Arbeit.
Dann ist es tendenziell so, dass es für viele Zwecke eigentlich sinnvoller wäre gerade die originalen Daten zu verwenden, sprich das muss man halt auch anschauen. Zusätzlich gibt es die ganze Hausumrissproblematik (siehe den Thread von vor ein paar Wochen), bei dem es noch nicht wirklich einen Konsens gibt und davor macht es eigentlichen keinen Sinn da Arbeit zu investieren.
Sprich bis jetzt hatte noch niemand genügend Bauchschmerzen sich schweizweit darum zu kümmern, wenn dich ein spezifischer Kanton interessiert kann ich mich mal auf den aktuellen Stand bringen.
Rein grundsätzlich wäre das schweizweit oder sogar weltweit hilfreich, denn Katasterdaten sind üblicherweise das genaueste was es gibt. Die Stadt Zürich hat auch so etwas in OSM aufgeschaltet, dort heisst das Übersichtsplan.
Aber ich nehme an, das müssten die entsprechenden regionalen Geodatenverwaltungen (Amtliche Vermessungen) von Kantonen etc. aufschalten.
Mir sind auch Katasterkarten - neben Thurgau - auch aus dem Kanton Bern bekannt. Verstehe ich es richtig, dass man die Gebäude in den Kantonen, wo es für OSM zulässige Katasterkarten gibt, nach diesen zeichnen sollte und nicht nach den Luftbildern?
Nein, also mehr “haben sie noch nie gemacht”. Es wäre auch nicht sinnvoll da die Ämter im Schnitt nicht in der Lage sind festzustellen ob ihre Nutzungsbedingungen mit OSM kompatibel sind oder nicht.
Wir hatten gestern am Zürcher Stammtisch übrigens, aus anderen Gründen, genau diese Diskussion. Und es ist halt kompliziert: wenn ich jetzt den WMS Server von Kanton X eintrage, sprich alle Layer verfügbar mache in JOSM, Vespucci und anderen Editoren die das unterstützen, so gibt es keine Garantie, das alle Layer tatsächlich legal genutzt werden können. Und sogar wenn das zu einem Zeitpunkt der Fall ist, gibt es keine Garantie, dass es so bleibt.
Als Konsequenz ist es vernünftiger nur einzelne Layer ins ELI einzutragen und das eine Arbeit die bis jetzt niemand gemacht hat (was eben nicht nur das technische Eintragen umfasst sondern auch die rechtlichen Abklärungen).
Die Katasterdaten bezogen auf Gebäude sind absolut genau und zeigen die Aussenumrisse über Terrain. Dagegen zeigen Gebäude in Lufbildern ja meist nur die Dachgrösse (ausgenommen Gebäude ohne Dachvorsprünge) und sind wegen Schatten, Verzerrungen, Bäumen etc. nicht immer voll sichtbar resp. nachvollziehbar.
Somit sind Katasterdaten um Welten besser als alle anderen Bildmaterialdaten.
Die Einwände von SimonPoole kann ich mangels Wissen nicht beurteilen.
Siehe den Thread den ich verlinkt habe, sogar die swisstopo stellt um von Katasterdaten auf vom Luftbild/Lidar abgeleitete Daten für ihren Gebäudedatensatz.
Ich kenne das Argument der Genauigkeit, muss aber sagen, dass ich von den Katasterdaten nicht ganz so begeistert bin, da hier im Vergleich zu den Luftbildern nicht selten - wie ich finde - sehr kuriose Gebäudeformen zu sehen sind. Daher halte ich gute Luftbilder, wie swisstopo, für wesentlich geeigneter Grundlage der Gebäudezeichnung zu sein.
Dann geht mal auf der Karte irgendwo in den Thurgau und schaltet auf “Thurgau Basis-AV”. Dann seht ihr, wie ein Grossteil aller Gebäude und auch Strassen etc. in nicht sichtbaren Zonen mehr oder weniger bis teils massiv falsch sind, weil diese nach Luftbildern “nachgezeichnet” (eher interpretiert) wurden.
Ein Luftbild, auch wenn es noch so genau ist, kann keine Gebäudegrundrisse unterhalb von Dächern oder in verdeckten Bereichen anzeigen. Genau so wenig Strassen und Wege in Wäldern oder Schattenzonen.
Gebäudeformen sind übrigens nicht kurios, sondern halt so wie sie gebaut wurden. Ob dann in OSM jede kleinste Ecke stimmen muss, ist eine andere Sache.
Wie bereits gesagt, muss der Zugang zum AV separat angeschaut werden. aber wenn schon die normalen Klasse A Daten nicht offen sind, dann kann man es für das AV vergessen.
Ich hab ausserdem keine strikte Definition von Open angewandt sondern nur ‘so ungefähr’.
[Ausgerechnet der Link für den Thurgau war Opfer eines Fehlers, geflickt, CSV file durch Link auf Diary Post ersetzt]
Ich hab mal stichprobenmässig ein paar Stellen im Thurgau angeschaut und es ist grob so wie man es erwartet und ähnlich wie z.B. im Kanton Bern: es gibt ein Mix von AV-Gebäudeumrisse (und übrigens auch gerade ein paar Fehler bei der AV gefunden) und Dachflächen. Versatz etc. ist wie man es erwarten würde*.
Beides sind valide Arten ein Gebäude zu mappen, und wie schon in früheren Threads festgehalten ist es möglich beides zu konsolidieren in dem man eine einfache 3d-Modellierung macht. Es ist nur schlussendlich doppelt so aufwändig und auch nur grob (wir haben schweizweit nur Daten zu den Anzahl bewohnte Geschosse und das kann auch Dachgeschosse einschliessen) wäre aber wohl heutzutage was man machen sollte (es ist ja nicht verboten gescheiter zu werden, und das sind wir hoffentlich seit wir den Kanton Bern gemacht haben).
Und dann: wenn man so was machen möchte, wäre es ja sinnvoll direkt die Gebäudeumrisse der AV zu verwenden, spart man sich für einen Teil der Modellierung Aufwand und Fehler. Ich hab das mal für den Thurgau angeschaut: die AV-Daten sind zwar verfügbar, aber
nicht kostenlos (CHF 80 pro Bezug, könnten wir uns leisten).
Da wir ja schon wegen Eschenz einen aktuellen Kontakt mit ThurGIS haben hake ich da mal nach Pfingsten nach,
* auch die Landeskarte der Schweiz hat das gleiche Problem übrigens.
** CC BY 4.0 ist natürlich nicht OSM kompatibel aber da kann man vermutlich schon eine Lösung finden.